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Enterprise Resource Planning

Interview mit John Wookey

SAP - mit leisen Schritten in die Cloud

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von Martin Bayer
Unternehmen werden künftig einen Mix aus On-Premise- und On-Demand-Anwendungen betreiben, sagte SAPs Executive Vice President John Wookey im Gespräch mit CW-Redakteur Martin Bayer.

CW: Alle sprechen von On-Demand und Software as a Service. Landen SAPs große Softwarepakete irgendwann auf dem Abstellgleis?

John Wookey, Executive Vice President, SAP
John Wookey, Executive Vice President, SAP
John Wookey, Executive Vice President, SAP

WOOKEY: Wir stehen vor tief greifenden Veränderungen bei Softwarearchitekturen. Das bedeutet allerdings nicht das Ende von On-Premise-Systemen. Die Unternehmen werden einen Mix aus verschiedenen Softwaretypen betreiben. Das wird auch noch eine lange Zeit so bleiben.

CW: Wie wird die neue Softwarewelt aussehen?

WOOKEY: Das On-Demand-Modell wird sich langfristig auch auf die Beziehungen zwischen Hersteller und Kunde auswirken. Es reduziert die Barrieren zwischen Anbieter und Endnutzer von Software beziehungsweise reißt sie sogar ganz nieder. Im On-Demand-Modus können wir genau beobachten, wie die Anwender unsere Software nutzen, welche Module erfolgreich sind und wo die Nutzer auf Hürden stoßen. Dadurch können wir schnell reagieren und Dinge verändern. Wir sind damit wesentlich näher am Kunden, können neue Funktionen ausprobieren und sehen sehr schnell, ob diese angenommen werden oder nicht.

CW: Das funktioniert im herkömmlichen On-Premise-Modell nicht?

WOOKEY: Bei On-Premise-Systemen kann man als Anbieter nicht so schnell reagieren. Die Kunden müssen ihre Anforderungen und Wünsche zunächst definieren und an SAP weiterleiten. Wir setzen diese Anforderungen dann je nach Priorisierung in unserer Entwicklung um, müssen das Ergebnis jedoch erst an unsere Anwender weitergeben, die die veränderte Software wieder implementieren müssen. Dann erhalten wir erst Feedback, wie zufrieden die Kunden damit sind.

CW: Dann heißt SAPs Softwarefavorit also On-Demand?

WOOKEY: Unternehmen haben im Lauf der Jahre viel in ihre ERP-Systeme investiert. Sie verlangen nach Sicherheit für diese Investitionen. Wir wollen diese Installationen mit unseren On-Demand-Services weiter vervollkommnen. Es geht nicht darum, dass die Firmen ihre bestehenden Systeme über Bord werfen sollen. Vielmehr sollen zusätzliche On-Demand-Angebote den Bestand mit weiteren Funktionen ergänzen.

CW: Dann werden Unternehmen in Zukunft also einen ERP-Kern on Premise betreiben und um diesen herum Zusatzservices im On-Demand-Modus nutzen?

WOOKEY: Das wird ein Modell sein, auf das in Zukunft immer mehr Firmen umsteigen werden. Mit unserem Konzept der Enhancement Packages für die Business Suite arbeiten wir im Grunde schon darauf hin. Mit diesen Erweiterungspaketen lassen sich zusätzliche Funktionen implementieren, ohne dass Anwender aufwendige Upgrade-Projekte starten müssen. Das ist ein großer Vorteil, denn die Nutzer wollen nicht in kurzer Abfolge immer wieder neue Upgrades einspielen müssen. SAP wird sich deshalb auf das Hybrid-Modell fokussieren. Die Kunden werden in Zukunft On-Premise-Systeme betreiben und zusätzliche Funktionen über On-Demand-Services dazuschalten. Sie können also die Vorteile flexibler Softwareservices genießen, die sich zügig implementieren lassen, und gleichzeitig ihre Investitionen in die bestehende Applikationslandschaft schützen.

CW: Wenn die Unternehmen künftig rund um den ERP-Kern eine Vielzahl von Services betreiben, wird es dann nicht schwieriger, das Gesamtsystem im Griff zu behalten?

WOOKEY: Das ist sicher der Fall, wenn die On-Demand-Services von vielen verschiedenen Anbietern stammen. Wir wollen unseren Kunden jedoch eine Art Single-Solution-Architecture liefern. Das Ganze basiert auf einem einheitlichen, zuvor definierten Datenmodell. Damit stellen wir einen integrierten Business-Workflow sicher. Kunden müssen sich nicht damit herumschlagen, wie die einzelnen Teile ihres Systems zu integrieren sind. Das regelt das SAP-System intern.

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