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Enterprise Resource Planning

ERP-Software für die Fertigung

Blizzard bringt Skier mit Java-Programm auf die Piste

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von Frank Niemann (COMPUTERWOCHE-Redakteur )
Durch gutes Projekt-Management und Freiräume für Key-User klappte beim Skihersteller Blizzard die Einführung einer neuen ERP-Software. Die Anwender greifen per HTML-Browser auf die Software zu. Über XML erfolgt der Datenaustausch mit der Konzerntochter aus.

Okay, es scheint vielleicht nicht die richtige Jahreszeit, um über das Skifahren zu sprechen. Doch die Hersteller dieser Sportgeräte fahren dann ihre Produktion hoch, wenn wir uns eher über Baggersee-Ausflüge und Biergartenbesuche Gedanken machen.

Der österreichische Skihersteller Blizzard mit Sitz in Mittersill im Bundesland Salzburg produziert pro Jahr für drei Skimarken rund 300.000 Paar Ski. Etwa 140.000 davon tragen das Label Blizzard, ebenso viele das von Nordica. Der Rest entfällt auf Kleinserien des OEM-Geschäfts. Zwei Drittel der Skier stellt das Unternehmen in Österreich her, die anderen 100.000 Sportbretter am Fertigungsstandort Chop in der Ukraine. Der Skiproduzent gehört zur italienischen Tecnica-Gruppe, zu der auch das Bergschuhlabel Lowa zählt.

Seit Anfang 2009 arbeitet bei Blizzard der Vertrieb mit einer neuen ERP-Software: das Java-basierende Produkt "SoftM Semiramis". Im Februar kamen die Produktion und die Lagerwirtschaft hinzu. Als Nächstes installieren die Österreicher eine neue Finanzbuchhaltung. In der Multisite-fähigen ERP-Applikation wird der Standort in der Ukraine als eigener Mandant geführt.

Mehr zum Thema ERP und ERP-Einführung:

Zuvor behalfen sich die Skispezialisten mit einer Sammlung von Excel-Tabellen, selbstgebauter Software auf AS/400- oder Windows-Basis. Für den Datenaustausch zwischen den Systemen nutzte man Excel und E-Mail. Der Vertrieb verwendete das AS/400-gestützte CRM-System "Swing".

Als Blizzard Ende 2006 zur Tecnica-Gruppe kam, wurden auch die IT-Prozesse überdacht. Die bestehende Landschaft war aus Sicht des Managements weder geeignet, die Produktion effizient zu planen, noch die Prozesse des Skiherstellers transparent zu machen. Eine interne Projektgruppe bewertete zunächst das Risiko einer ERP-Einführung. Das war notwendig, da Blizzard nun zusätzlich zur Fertigung der eigenen Skier auch die Nordica-Produktion übernehmen sollte: "Innerhalb eines Jahres wurde in der Skifabrik eine weitere Fabrik gegründet."

Firmengruppe ließ Blizzard bei der ERP-Auswahl freie Hand

Eric-Jan Kaak und sein Team verbesserten die Ski-Produktion bei Blizzard mit Hilfe einer neuen ERP-Software.
Eric-Jan Kaak und sein Team verbesserten die Ski-Produktion bei Blizzard mit Hilfe einer neuen ERP-Software.
Eric-Jan Kaak und sein Team verbesserten die Ski-Produktion bei Blizzard mit Hilfe einer neuen ERP-Software.

Die Tecnica-Gruppe hat zwar das Projekt begleitet und bestimmte Standards vorgeschrieben. Bei der konkreten Projektplanung sowie bei der Produktauswahl ließen die Italiener den Österreichern aber freie Hand. "Die Einflussnahme der Gruppe war positiv, man hat uns nicht hineinregiert", so Controlling-Leiter und IT-Verantwortlicher Eric-Jan Kaak. Eine Forderung von Tecnica war, dass die neue Software einen XML-basierenden Datenaustausch beherrschen musste. Blizzard hat nicht nur Finanzdaten abzuliefern, sondern agiert zudem in Zukunft als Konsignationslager für die Nordica-Skier innerhalb der Tecnica-Gruppe: Die Österreicher liefern Waren an Kunden aus, deren Rechnungen in Italien fakturiert werden.

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