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Enterprise Resource Planning

RFID

Funkchips warten auf Startfreigabe

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von Konrad Buck (freier Journalist in Düsseldorf)
Das Potenzial des berührungslosen Datenaustauschs ist noch längst nicht gehoben. Viele Einzellösungen etwa in der Logistik, im Handel und im Sport könnten für genügend Auftrieb sorgen. Hier finden Sie Beispiele.

Einen erneuten Impuls für den Markt Radio Frequency Identification (RFID) gab es Anfang April 2009. Damals kündigte die Audi AG eine Rahmenvereinbarung mit der I.D. Systems aus Hackensack im US-Bundesstaat New Jersey, Anbieter von funkbasierten Flottenmanagement-Systemen, an. Die Vereinbarung sieht die Installationen mehrerer PowerFleet-Systems zum Management von Gabelstaplerflotten in Audi-Werken vor. Die patentierte Technologie nutzt zur Kontrolle, Nachverfolgung, Beobachtung und Analyse von Unternehmensgütern. Herstellerangaben zufolge ist die Einführung des Systems in zwei Audi-Werken "in naher Zukunft" vorgesehen, unter anderem in der Ingolstädter Zentrale des Autobauers.

Mit dem neuen Flottenmanagement-System sollen wertvolle Kennzahlen hinsichtlich des Fahrzeugeinsatzes und der Auslastung gewonnen werden. Weiteres Ziel ist es, die Instandhaltungskosten zu senken. Hierfür erfasst das System automatisch Nutzungsdaten und Fahrzeugdefekte und leitet sie an die Zentrale weiter. So können Wartungsintervalle auf Basis der tatsächlichen Fahrzeugnutzung festgelegt werden und müssen nicht mehr aufgrund willkürlich gewählter Zeitabstände durchgeführt werden. Außerdem wird mit einem Staplermanagement-System die Sicherheit und der Werksschutz entscheidend verbessert, da gewährleistet ist, dass Fahrzeuge nur von autorisierten, entsprechend geschultem Personal bewegt wird und Prüfpflichten durchgesetzt werden können.

RFID-Tags formen das Internet der Dinge

Frithjof Walk, Vorstandsvorsitzender des AIM: Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes.
Frithjof Walk, Vorstandsvorsitzender des AIM: Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes.
Frithjof Walk, Vorstandsvorsitzender des AIM: Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes.
Foto: FEIG ELECTRONIC GmbH

"Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes", ist sich Frithjof Walk sicher. Walk ist Vorstandsvorsitzender des AIM (Verband für Automatische Identifikation, Datenerfassung und Mobile Datenkommunikation) und Geschäftsführer des Spezialisten für berührungslose Identifikation (RFID), Steuerungselektronik und Verkehrssensorik Feig Elektronik GmbH. Zielvorstellung des Transponder-Experten und vieler seiner Mitstreiter ist das so genannte "Internet der Dinge". Gemeint ist ein dem World Wide Web vergleichbares Gebilde vernetzter Produkte, Gegenstände und Komponenten.

Deren Herkunft, Aufenthalts- und Bestimmungsorte sind mittels RFID-Tags, dazugehörigen Leseeinheiten und nachgeschalteter Auswertungssoftware bekannt und lassen sich ebenso steuern wie verwalten. Allerdings fehlt den bisher erfolgten Installationen von RFID-Technik die nötige Klammer, um den nächsten Schritt in Richtung höherer Integration zu gehen. Bei der Positionsbestimmung von Baufahrzeugen, bei der Wareneingangs- und Warenausgangskontrolle in Großlagern oder beim Containermanagement auf Hafen-Umschlagplätzen haben RFID-Tags ihre Tauglichkeit längst bewiesen. Auch in der Patientenversorgung und im Lebensmittelsektor haben Transponderlösungen gezeigt, welche Möglichkeiten zur Prozessoptimierung in ihnen stecken.

Jetzt sind Walk zufolge Unternehmen gefragt, die das Optimierungspotenzial als Chance entdecken, gestärkt aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hervor zu gehen. Die größten Entwicklungsmöglichkeiten haben Firmen, die große Gütermengen bewegen. Das gilt etwa für die Branchen Logistik, Fertigung und Handel. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, so Stefan Heng, Senior Economist bei der Deutschen Bank Research in Frankfurt, müssen die Produzenten, Transportdienstleister und Händler in der weltweit aufgefächerten Wertschöpfungskette alle relevanten Informationen in engem Kontakt austauschen.

Aber auch im Detail stecken interessante Möglichkeiten, Prozesse durch den Einsatz von RFID-Tags zu verbessern. So lassen sich mit dem RFID-Tracker des Berliner Lokalisierungsspezialisten ENAiKOON Arbeitszeiten oder Tätigkeitsnachweise fälschungssicher und lückenlos erfassen und dokumentieren. Somit wird die Mitarbeiterdisposition effektiver und der Arbeitsprozess lässt sich in Echtzeit steuern.

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