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Enterprise Resource Planning

SAP, Sage, CSS und Wilken

Lösungen für das Liquiditäts-Management

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von Frank Niemann (COMPUTERWOCHE-Redakteur )
Eine Reihe von Softwareherstellern hat ihre Produkte mit neuen Funktionen für die Liquiditätsüberwachung ausgestattet.

Für viele Firmen geht es in der Krise nicht mehr um nette Softwarefunktionen und moderne Oberflächen, sondern darum, die Finanzbasis über IT-Systeme zu steuern und den Betrieb am Laufen zu halten. Softwarehäuser bieten schon eine Weile Tools für Liquiditätsplanung und -Management an. Manche verfeinern ihre Produkte nun. Einen Einführungsbeitrag ins Thema finden Sie hier.

Zu diesen Herstellern zählt das Softwarehaus Sage in Frankfurt am Main, das unlängst die Funktion "Liquiditätsbetrachtung" der für mittelständische Unternehmen gedachten Standardsoftware "Office Line" erweitert hat. "Wenn ein Auftrag da ist, ermitteln wir, wann für diesen Geld reinkommt. Das findet noch vor der eigentlichen Buchhaltung statt", erläutert Eckhardt Weinholz, der bei Sage für das ERP-Paket verantwortlich ist. "Die Daten werden abgegriffen, sobald sie bekannt sind, nicht erst, wenn sie gebucht werden." Auch Bestellungen, für die der Lieferant noch keine Rechnung gestellt hat, lassen sich dabei berücksichtigen.

Grundlegende Methoden zur Liquiditätsplanung beherrschen ERP- und Rechnungswesenspezialisten bereits seit einiger Zeit. Neu an der Sage-Lösung ist, dass die integrierte Komponente nun auch die Personal- und Sachkostenplanungen eines Unternehmens automatisch mit berücksichtigen kann. Manager sollen damit in der Lage sein, anhand der Lohnkosten von 2008 die Kostenstrukturen für 2009 vorherzusagen und in die Finanzplanung sowie in die Liquiditätsübersicht einfließen zu lassen. Es gehe Weinholz zufolge nicht darum, neue Datenquellen zu schaffen, denn die Buchhalter haben hier meist gute Vorarbeit geleistet. Vielmehr sollen die Ergänzungen es erlauben, bestehende Informationsquellen leichter zu integrieren und daraus Hochrechnungen zu erstellen. Mit Einzelauswertungen sei das zwar möglich, aber ungleich schwieriger.

Prognosen über schlechte Zahlungsmoral

Nicht nur das volatile Geschäftsumfeld macht Firmen zu schaffen, sondern auch die schlechte Zahlungsmoral mancher Kunden. Analysemethoden sollen künftig das Zahlungsverhalten vorhersagen. Aus historischen Daten prognostizieren einige Programme, wann mit einem Zahlungseingang zu rechnen ist. Wenn ein Abnehmer bisher durch spätes Begleichen seiner Rechnungen aufgefallen ist, wird er sein Verhalten vermutlich beibehalten. Im "Liquiditäts-Management" von Wilken aus Ulm können Firmen darüber hinaus nicht automatisch ableitbare Zahlungen etwa aus Lastschriften von Kunden berücksichtigen.

Die Software Liquiditätsbetrachtung von Sage berücksichtigt auch Bestellungen, für die der Lieferant noch keine Rechnung gestellt hat.
Die Software Liquiditätsbetrachtung von Sage berücksichtigt auch Bestellungen, für die der Lieferant noch keine Rechnung gestellt hat.
Die Software Liquiditätsbetrachtung von Sage berücksichtigt auch Bestellungen, für die der Lieferant noch keine Rechnung gestellt hat.

Laut Herstellerangaben kann im Wilken-System im Gegensatz zu einer rein aufwands- und ertragsbezogenen Darstellung der Sachkontenwerte (etwa in der Gewinn- und Verlust- oder der Kostenrechnung) auf Basis der Daten des Liquiditäts-Management eine zahlungsbezogene Darstellung je Sachkonto erfolgen. Anwender würden so pro Sachkonto ersehen können, wie viel Geld wirklich geflossen ist. "Je nach Branche sind spezielle Ausgangsdaten einzubeziehen. So sind bei Energieversorgungsunternehmen etwa die Abschlagzahlungspläne der verschiedenen Kundentarife Grundlage für die Prognose der Zahlungseingänge. Bei Krankenkassen hingegen leiten sich die Zahlungseingänge aus der Versichertenstruktur und der Grundlohnsumme ab. In Handelsunternehmen wiederum reicht es, auf dem Forderungs- und Auftragsbestand aufzusetzen", erläutert Jörn Struck, Leiter Produkt-Mangement beim Ulmer Softwarehaus. Das Modul ist Teil der Finanz- und Rechnungswesensoftware von Wilken. Zahlungsausfälle lassen sich jedoch auch mit solchen Prognosewerkzeugen kaum vermeiden. Es empfiehlt sich daher, die Bonität von Kunden zu prüfen, bevor man ihnen Ware überlässt.

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