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Enterprise Resource Planning

Ex-SAP- und Ex-Baan-Manager diskutieren

Quo vadis, ERP?

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von Frank Niemann (COMPUTERWOCHE-Redakteur )
Wie entwickeln sich ERP-Systeme weiter? Darüber diskutierten eine Reihe von Experten auf der Fachkonferenz "Sapientia - Alternativen für SAP-Anwender" in Berlin, darunter Jan Baan, Gründer des gleichnamigen ERP-Herstellers, und Paul Wahl, ehemaliger Chef von SAP USA.

Für ERP-Software haben Unternehmen große Summen ausgegeben und tun es noch weiterhin. Hat sich die Investition gelohnt? Ja und nein. ERP-Lösungen wurden entwickelt, um die internen Prozesse eines Unternehmens zu steuern. "Allerdings wurden oft nur einzelne Abteilungen in die Softwareprozesse eingebunden. Selten wurden ganze Unternehmen von ERP-Programmen durchdrungen", so Jan Baan. Der Mitgründer des ERP-Spezialisten Baan (heute Infor) ist jetzt CEO des niederländischen BPM-Anbieters Cordys (siehe "Cordys entwirt SOA-Prozesse").

Haben sich die ERP-Investitionen gelohnt?

ERP-Applikationen lösten in den 90er Jahren viele Einzelsysteme in den Unternehmen ab. "Zuvor nutzten Firmen für die Buchhaltung, Auftragsbearbeitung und den Einkauf unterschiedliche Software. Mit diesem Ansatz konnten viele Betriebe ihre Abläufe straffen und Geld sparen", erklärt Paul Wahl, Ex-Chef von SAP USA und später Chief Operating Officer des inzwischen zu Oracle gehörenden CRM-Anbieters Siebel. Allerdings seien die Anwendungen schlecht dafür geeignet, heutige Wertschöpfungsnetze zu unterstützen. Dazu zählen die Geschäftsverflechtungen zwischen Lieferanten und Kunden. Daher hätten Unternehmen jetzt große Schwierigkeiten, ihre ERP-Applikationen an die sich ständig ändernden Anforderungen beispielsweise im Kunden-Management und in der Lieferkettensteuerung anzupassen (siehe "SAP und Oracle kämpfen um Vorherrschaft im SCM-Markt").

Unflexible ERP-Software behindert Prozessanpassungen

"Veränderungen lassen sich auch deshalb nicht so leicht vornehmen, weil die ERP-Funktionen fest mit den Unternehmensabläufen verbunden sind", gibt Norbert Gronau zu bedenken. Er ist Professor an der Universität Potsdam und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government.

Was Firmen dabei hemmt, ist neben anderen Faktoren unflexible Technik. "Noch heute sind die ERP-Lösungen im Kern nicht wirklich modern, sondern nutzen Verfahren, die schon viele Jahre alt sind", meint ERP-Veteran Baan. "ERP-Software wurde bisher so entwickelt, dass es gut ist für den Hersteller", so Wahl. Den Ärger mit den Upgrades habe man den Anwendern überlassen. Ganz anders die Software-as-a-Service-Anbieter: Sie könnten die Systeme einer großen Anzahl von Nutzern aktualisieren, ohne dass die davon etwas mitbekämen.

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