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Enterprise Resource Planning

Individualsoftware bleibt im Einsatz

Oracles Logistiklösung sticht SAP bei Hellmann aus

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von Martin Bayer (COMPUTERWOCHE-Redakteur)
Hellmann Worldwide Logistics gibt Oracle-Software aus strategischen und funktionalen Gründen den Vorzug.

Der Osnabrücker Logistikdienstleister Hellmann will seine Anwendungslandschaft in den kommenden Jahren weitgehend auf Oracle-Lösungen umstellen. Der Umstieg soll die gesamte Wertschöpfungskette umfassen, vom Customer-Relationship-Management (CRM) über das Auftrags-Management und die Buchhaltung bis hin zum Transportation Management, berichtet CIO Jürgen Burger. Den Ausschlag für Oracle hätten die bessere Strategie und die globalere Ausrichtung gegeben. Zudem verfüge der US-Konzern mit "Oracle Transportation Management" (OTM) über eine ausgereiftere Logistiksoftware. Die SAP-Lösungen könnten dagegen die Anforderungen der großen Transportunternehmen bislang nicht erfüllen, lautet Burgers Urteil.

Ganz will sich der CIO allerdings nicht auf Oracle einlassen. "Bei Hellmann hat sich in den vergangenen Jahren funktional getrieben eine Insellandschaft entwickelt", beschreibt Burger die Ausgangslage. Viele Lösungen habe das Unternehmen selbst entwickelt. Damit sei man zwar fachlich gut aufgestellt gewesen. An der Integration zwischen den Anwendungen habe es jedoch vereinzelt gehapert. Das soll sich mit den Oracle-Lösungen ändern.

Dennoch will Hellmann nicht alle Eigenentwicklungen in den Ruhestand schicken. Prozesse, in denen der Logistiker einen Wettbewerbsvorteil sieht, sollen auch in Zukunft mit selbst programmierter Software betrieben werden. Alle anderen Bereiche will das Unternehmen dagegen mit Standardsoftware abdecken. Auftrags-Management oder die Buchhaltung müsse man nicht selbst programmieren, sagt Burger. "Das kann Oracle besser." Deshalb werde die E-Business-Suite den künftigen Backbone der gesamten Anwendungslandschaft bilden.

Insgesamt bleibt allerdings unklar, inwieweit sich Hellmann im Kernbereich Logistik auf Oracle verlassen wird. Man sei stark interessiert an der weiteren Entwicklung von OTM, sagt der IT-Leiter. Im fünf Jahre dauernden Projektfahrplan steht die Station Transportation Management aber ganz am Ende. Zunächst will Burger das CRM-System sowie die Verwaltung der Kundendaten umstellen. Es folgen das Auftrags-Management und die Buchhaltung. Erst danach kämen die eigentlichen Logistikanwendungen an die Reihe.

Welche Version von OTM letztlich zum Einsatz kommen wird, ist nicht abzusehen. Der Softwareanbieter baut derzeit seine gesamte Anwendungspalette um. Noch im ersten Halbjahr 2008 sollen erste Module der neuen "Fusion"-Generation auf den Markt kommen. Den Anfang machen Softwarebausteine für Sales Force Automation (SFA). Die Applikationen sollen auf einer Service-orientierten Architektur (SOA) aufbauen. Wann eine Fusion-Version von Oracles Logistikanwendungen herauskommt, will der Konzern noch nicht verraten.

Bisher macht sich Burger keine Gedanken über Oracles Release-Politik, da die Logistikanwendungen erst in gut zwei Jahren auf der Tagesordnung stehen. Dagegen spielt das Thema SOA für den CIO gerade hinsichtlich des Integrationsaspekts eine wichtige Rolle in seinen IT-Planungen. Dabei geht es darum, die eigene weit verzweigte Anwendungslandschaft zu integrieren und für einen reibungslosen Informationsfluss zu den Kunden zu sorgen.

Darüber hinaus will Hellmann verstärkt auch andere Oracle-Produkte verwenden. Im Einsatz ist bereits die Datenbank. Für ein unternehmensweit einheitliches Informationsmodell soll der darauf aufbauende Customer Data Hub sorgen. Außerdem plant das Unternehmen, in Zukunft Oracles Entwicklungs-Framework einzusetzen.

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