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Kursturz um 18 Prozent

Börse watscht Salesforce.com ab

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Der SaaS-Pionier Salesforce.com hatte gestern an der Wall Street einen rabenschwarzen Tag.

Salesforce büßte nämlich binnen 24 Stunden 18 Prozent seines Werts (Marktkapitalisierung) ein, nachdem die Börse und ihre Anleger die harte Lektion lernen mussten, dass auch Online-Softwarefirmen nicht immun gegen die schwache Wirtschaft sind. Salesforce hatte gestern vor Öffnung der US-Börsen seine Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Es traf die Erwartung der Analysten für den Gewinn (zehn Millionen Dollar) und Umsatz (263 Millionen Dollar) und erhöhte sogar eine Prognose für das Gesamtjahr.

Was die Wall Street aber nicht daran hinderte, die Market Cap von Salesforce.com im Laufe des Donnerstag um 1,5 Milliarden Dollar zu kappen. Auch andere SaaS-Aktien (Software as a Service) gaben nach, wenn auch nur im Bereich von zwei bis vier Prozent.

Was war geschehen? Die Aktie von Salesforce.com notierte so hoch - rund 200 Mal über dem erwarteten Gewinn pro Aktie (EPS) - dass die Börse regelrecht nach Anzeichen dafür Ausschau hielt, dass die Firma unter der gesamtwirtschaftlichen Situation leidet oder das Wachstum nachlässt, das zu der hohen Bewertung geführt hatte. Und sie fand schließlich auch eines: Der Deferred Revenue lag mit 480 Millionen Dollar um zehn Millionen unter der Analystenerwartung.

Online-Softwarefirmen verkaufen ihre Produkte im Abonnement und müssen daher oft aus buchhalterischen Gründen Teile ihrer Einnahmen auf die Seite legen, die nicht alle auf einmal verbucht werden können. Wenn man sich diese Zahlen betrachtet, dann wuchs das Neugeschäft von Salesforce.com nach Einschätzung des Experten Tom Roderick von Thomas Weisel um "nur" 34 Prozent und damit schwächer als im Vorquartal. Das genügte, um einen massiven Abverkauf der Aktie auszulösen.

Nicht gerade der ideale Weg, ein Unternehmen zu bewerten - das räumt auch Roderick gegenüber dem "Business Technology Blog" des "Wall Street Journal" ein. Hätte Salesforce im Laufe des Q2 mehr große Deals abgeschlossen, hätte das die Aktie auch nach oben schicken können. "Aber da uns echte Zahlen zum Lizenzumsatz abgehen, sind diese Werte die besten die wir haben", so Roderick.

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