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Business Intelligence & Enterprise Content Management

Konsolidierung im BI-Markt

Business Objects übernimmt Cartesis

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Für 225 Millionen Euro in bar übernimmt Business Objects die Cartesis SA, Anbieter von Finanz- und Performance-Management-Software.

Die Software von Cartesis setzen vor allem Finanzverantwortliche in großen Unternehmen ein, um Kosten und Ausgaben zu prognostizieren, Zahlen aus Tochterfirmen zu konsolidieren und Finanzberichte zu erstellen. Business Objects, bekannt vor allem für seine Business-Intelligence-Software, will mit dem Zukauf sein Geschäft im Bereich Performance-Management ausbauen, das es vor rund zwei Jahren mit der Übernahme von SRC Software begonnen hatte. Die Transaktion soll voraussichtlich binnen 90 Tagen abgeschlossen werden.

Business Objects hat bereits Werkzeuge für Gewinn-Management und Finanzplanung, bislang fehlen aber Tools zur Konsolidierung von Daten und Vorbereitung von Finanzberichten. Diese bekommt es nun von Cartesis, das die "krönende Komponente" im Performance-Management-Portfolio bildet, wie John Schwarz, CEO von Business Objects, in einer Telefonkonferenz erklärte.

Erst vor wenigen Tagen hatte Oracle die 3,3 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Hyperion Solutions abgeschlossen, das sowohl mit Cartesis als auch mit Business Objects konkurriert. Weitere Cartesis-Mitbewerber sind Cognos, Applix und Extensity.

Business Objects will weiter in die Cartesis-Anwendungen investieren und dessen Kunden supporten. Allerdings gibt es laut Schwarz doch in einigen Bereichen wie Profit Management Überlappungen, seine Firma müsse daher die Produktlinien "abgleichen und integrieren". Die Planungs-Tools beider Anbieter richteten sich an unterschiedliche Zielgruppen - die von Business Objects an Mitarbeiter auf Abteilungsebene, die von Cartesis an CFOs (Chief Financial Officers). "Wir werden beide behalten, aber sie müssen integriert werden", so der Business-Objects-Chef weiter.

Firmen, die Performance-Management-Software anschaffen, geben laut Schwarz danach tendenziell drei bis vier Dollar für Services für jeden Dollar Softwarepreis aus. Cartesis sei hier keine Ausnahme gewesen, ergänzt Cartesis-Chef Didier Benchimol, und habe rund 45 Prozent seiner Einnahmen mit Service erlöst.

Business Objects will weiterhin hochwertige Services für die Cartesis-Lösungen anbieten, dafür aber verstärkt Partner hinzuziehen wie bei seinen eigenen BI-Produkten. Business Objects macht bislang nur um die 16 Prozent Umsatz mit Professional Services, dieser Anteil solle durch die Übernahme nicht über 20 Prozent steigen, sagte Schwarz.

Cartesis ist in Privatbesitz, hat rund 600 Mitarbeiter und 1300 Kunden, darunter Nissan und Siemens. Es sitzt in Paris und erwirtschaftete letztes Jahr rund 100 Millionen Euro Umsatz. Seit etwa eineinhalb Jahren beackert es auch den US-Markt und hat dort Kunden wie PepsiAmericas und Cargill gewonnen. Laut Benchimol kommen erst rund 13 Prozent der Einnahmen aus Nordamerika, das Geschäft wachse aber schnell. (tc)

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