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Business Intelligence & Enterprise Content Management

SharePoint, Alfresco, Oracle Beehive, Lotus Quickr

Collaboration-Software im Vergleich

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von Damian Amherd(Berater und Projekt-Manager bei der Web-Agentur namics in St.Gallen)undSteffen Engeser(Berater und Projekt-Manager bei der Web-Agentur namics in St.Gallen)

Oracle Beehive: freie Clientwahl für alle

Die Collaboration-Software Oracle Beehive hat ihren Ursprung in der "Oracle Collaboration Suite" und ist insofern speziell, als sie es den Anwendern freistellt, mit welchem Client sie Beehive nutzen wollen. So können Teammitglieder das Web-Interface, MS Outlook, Thunderbird, Zimbra oder Trillian (für Instant Messaging) verwenden. Serverseitig läuft Oracle Beehive sowohl auf Windows- als auch auf Unix/Linux-Maschinen und die Daten werden in eine Oracle-Datenbank geschrieben (Oracle10g oder höher).

Der Teamspace von Oracle Beehive. Hier in Microsoft Outlook integriert.
Der Teamspace von Oracle Beehive. Hier in Microsoft Outlook integriert.
Der Teamspace von Oracle Beehive. Hier in Microsoft Outlook integriert.
Foto: namics

Die Zusammenarbeit in Oracle Beehive erfolgt über "Workspaces", in denen die Anwender ihre Dokumente abspeichern können. Im Vergleich zu den anderen vorgestellten Lösungen ist das Dokumenten-Management in Oracle Beehive jedoch etwas weniger ausgereift: So kann der Anwender auf den Workspace zwar via Outlook oder Web-Interface zugreifen - eine klassische Integration in MS Office gibt es jedoch nicht (dafür existiert innerhalb von Outlook eine ausgereifte Vorschaufunktion für Dokumente). Ferner ist das Ein- und Auschecken von Dokumenten sehr fehleranfällig, und weitere Extras sucht man vergeblich. So sind zum Beispiel "out of the box" keine Projekt-Management-Tools geboten. Die Möglichkeit, Tasks mit einer Deadline versehen und bestimmten Mitarbeitern zuweisen zu können, wäre aber im Collaboration-Kontext sicherlich hilfreich.

Problemlos funktionieren hingegen E-Mail als auch Instant Messaging, allerdings muss der Anwender mit zwei verschiedenen Clients arbeiten, wenn er beide Kommunikationsformen nutzen möchte: beispielsweise Outlook für E-Mail und Pidgin, Trillian oder andere Applikationen für Instant Messaging, sofern sie das Extensible Messaging and Presence Protocol (XMPP) unterstützen. Auch Calendaring ist kein Problem mit Beehive und klappt via Outlook, Zimbra oder Mozilla (Sunbird oder Lightning) sehr gut. Völlig fehlen hingegen typische Funktionen für Information Sharing wie Blogs oder Wikis. Dafür besteht immerhin die Möglichkeit, innerhalb eines Workspace Notizen zu posten.

Ob Unternehmen angesichts der teilweise rudimentären oder fehlenden Funktionen bereit sind, für Beehive 120 Dollar pro Nutzerlizenz zu bezahlen, bleibt abzuwarten. Ginge es nur darum, Software für E-Mail und Instant Messaging zu bekommen ließe sich diese auch billiger im Markt einkaufen. Ebenso erwarten Anwender ausgefeiltere Funktionen im Dokumenten-Management. Schließlich müssen sich Unternehmen auch fragen, ob sie wirklich eine Vielzahl von Clients für Collaboration in ihrer IT-Landschaft betrieben wollen, oder ob es nicht sinnvoller wäre, beim herkömmlichen Client-Server-Modell zu bleiben. Deshalb das Fazit bei Beehive: im Auge behalten (nicht zuletzt auch, weil es rasant weiterentwickelt wird), jedoch nichts überstürzen.

Für jeden Etwas dabei

Der kurze Überblick macht deutlich, dass es heute einige Collaboration-Lösungen gibt, die auch den Ansprüchen großer Unternehmen gerecht werden können. Perfekt ist aber keine der vorgestellten Lösungen und eine Pauschalempfehlung ohne eine detaillierte Anforderungsanalyse ist nicht möglich. Als kleine Orientierungshilfe kann die Tabelle dienen, welche die wesentlichen Stärken und Schwächen der vorgestellten Lösungen andeutet. Ferner finden sich weitere Collaboration-Produkte im Markt, die ebenfalls einen Blick wert sind. Hierzu zählen beispielsweise Jive, Huddle oder Collanos Workplace. (as)

(7 Beiträge), 
Kommentieren
Bernhard Werner
In diesem Artikel wird leider auf eine ältere Version von Share verwiesen und offensichtlich auch nur ein Teil der Funktionalität dargestellt. Wie im Open Source Umfeld üblich, existieren immer verschiedene Pakete der Software und wer eine stabile Plattform verwenden möchte lädt sich die als Final publizierte Version. Wer hingegen mit dem letzten Stand der Technik arbeiten möchte kann sich über einen SVN Zugang auch den "Nightly Build" laden. Die Final Labs Versionen sind auf jedem Fall nicht in einem "experimentellen" Zustand. Für die Alfresco Enterprise Version werden umfangreiche Tests gegen die frei gegeben Stacks gefahren und für diese Version kann dann auch Support/Wartung in Form einer Subskription bezogen werden. Der Ansatz von Alfresco ist zum Einen, sich in die bestehende Infrastruktur zu integrieren und zum Anderen auch den gemeinsam erstellten Inhalt weiter verwenden zu können. Es bleibt also dem Anwender belassen ob er weiterhin Mitglied einer Site sein möchte oder nicht. Abhängig vom Rechtekonzept der Organisation kann er die Inhalte auch dann einsehen, z.B. über die Suchfunktion, wenn er nicht mehr Mitglied einer Site ist. Das gilt auch für die Funktionalität wie Wikis, Blogs, Foren und Kalender. Hier ist der Ansatz ebenfalls die einfache Verwendung der Funktionen, wenn diese den reinen dokument-zentrierten Inhalt sinnvoll ergänzen können. Wenn bereits stand alone Lösungen vorhanden sind können diese integriert werden, anstatt dem Anwender zwingend ein neues Tool zur Verfügung zu stellen. Schade ist, dass für den Test der MS Office Integration ein PlugIn verwendet wurde, das für die Version 2.x von Alfresco entwickelt wurde und auch nur für diese Version vorgesehen ist. Mit der Version 3 besteht die Möglichkeit, ohne PlugIn, die Sharepoint Funktionalität der MS Office Produkte direkt mit Alfresco zu nutzen. Somit wird dieses PlugIn schlichtweg nicht mehr benötigt, wenn Alfresco 3.x zum Einsatz kommt. Hier können die Anwender in ihrer gewohnten Umgebung mit den Standardfunktionen arbeiten ohne ungewohnte Funktionsweisen adaptieren zu müssen. Ebenso verhält es sich mit der Integration in die Arbeitsplatzumgebung. neben den im Artikel erwähnten Schnittstellen wie HTTP und WebDav stellt Alfresco hier Protokolle wie CIFS, zur transparenten Integration als Netzlaufwerk für MS Windows Clients, oder NFS und FTP zur Integration für andere Plattformen zur Verfügung. Dem Anwender soll die Möglichkeit gegeben werden über nahezu beliebige Clients mit Alfresco arbeiten zu können, ohne proprietäre Clients oder Protokolle verwenden zu müssen. zum Beitrag

pjoss
Besten Dank Helmut Heinrich, dass Sie bereits geschrieben haben, was in 1.5 vorhanden ist. Ansonsten hätte ich es noch schreiben müssen. Kommt noch die Funktion von Conferencing dazu, wo in mit Bild und Ton diskutiert werden kann, ohne dass sich alle am selber Ort befinden. Dabei können auch externe Leute eingeladen werden, welche den leider nur unter Windows laufenden Client installieren müssen. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass da noch Clients kommen könnten, welche auch unter andere Plattformen laufen. zum Beitrag

Stefan63atIBM
Hier noch einige weitere Gedanken zum Thema Collaboration, Enterprise 2.0 und Social Software im IBM Blue Blog > https://www-951.ibm.com/blogs/Stefan_Pfeiffer/entry/von_collaboration_social_everywhere_und_smarter_work zum Beitrag

damianamherd
Vielen Dank für die Kommentare. Ich möchte die Möglichkeit nicht missen, kurz Stellung zu nehmen: @Stefan63atIBM Dass Quickr auch ohne Notes/Domino eingesetzt werden kann, streite ich nicht ab. Wenn man jedoch eh schon auf Notes/Domino verzichtet, würde ich eher auf andere Lösungen setzen. Dies meine (subjektive) Aussage zu diesem Thema. Was "Enterprise 2.0" betrifft, gehe ich absolut mit Ihnen einig - dieses Thema umfasst nicht nur DM, sondern auch Social Media und dergleichen. Tools wie Wikis oder Blogs werden in unserem Test jedoch meiner Meinung nach nicht vernachlässigt. Allgemein ist jedoch festzustellen, dass die Collaboration-Lösungen da den "spezialisierten" Stand-alone-Lösungen noch etwas hinterherhinken. @Helmut Heinrich Da zwischen der Einreichung eines Artikels und dessen Veröffentlichung einige Zeit vergeht, ist es im vorliegenden Fall leider so, dass die Veröffentlichung von Version 1.5 leider nicht mehr berücksichtigt werden konnte (ich erhielt die Ankündigungs-E-Mail von Oracle bloss einige Tage nachdem der Artikel verschickt wurde). Insofern konnten Webclients und Co. in diesem Test noch nicht analysiert werden. Zum Thema "freie Client-Wahl" - ich persönlich finde diesen Ansatz eigentlich auch super. So arbeite ich viel lieber mit Pidgin bzw. Adium (auf Mac) als mit anderen Clients. Weniger IT-affine Angestellte bzw. Firmen würden dies aber eher als Nachteil erachten, da sie eine homogene Applikationslandschaft bevorzugen. Wie bereits im Artikel selbst angetönt: die Produkte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Features und insofern muss jede Firma bzw. jeder IT-Verantwortlicher selbst evaluieren, welche Funktionen ein "Muss" oder "Kann" sind. zum Beitrag

Sascha Alexander
Hallo Herr Pfeiffer, vielen Dank für Ihre Mail. Gleich zu Beginn des Beitrags steht, dass die Autoren vor allem die Teamfunktionen der Produkte betrachten wollten und ihren Praxiserlebnisse keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es war daher nie beabsichtig, das gesamte IBM-Collaboration/ECM-Portfolio vorzustellen, auch wenn dies Ihnen als Market Manager verständlicherweise am Herzen liegt. Auch ist eine Diskussion über "Eleganz" vielleicht etwas schwierig zu führen. mit freundlichen Grüßen Sascha Alexander Redaktion Computerwoche zum Beitrag


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