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Business Intelligence & Enterprise Content Management

Sorgenkind Business Intelligence

Gartner beklagt große Widersprüche bei der Nutzung von BI

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von Sascha Alexander (Redakteur Computerwoche)
IT-Manager geben regelmäßig Tools und Anwendungen für Business Intelligence höchste Priorität. Doch was sie dann mit diesen machen, finden die Analysten mehr als bescheiden.

Beinah schon gebetsmühlenhaft beklagen die Auguren von Gartner jedes Jahr auf ihrer Fachkonferenz "BI Summit" die Versäumnisse der Anwender bei der Umsetzung von Business-Intelligence-Initiativen. Es gebe (zu) viele Widersprüche bei der heutigen Nutzung von BI, mahnte Andreas Bitterer, Vice President Research, zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltung im niederländischen Den Haag.

Vielleicht liege es daran, dass CIOs zwar seit 2006 und dem Thema auch für 2009 "höchste Priorität" einräutmen, aber "jeder letztlich etwas anderes darunter versteht", rätselte Bitterer. Vielleicht werde aber BI aber einfach nur deshalb so oft zitiert und in Produkte und Dienstleistungen investiert, weil es bestehende BI-Systeme zu modernisieren gilt.

Statt über Wege zu einer integrierten Unternehmenssteuerung nachzudenken, bilden Anwender bisher vor allem bestehende (Finanz)prozesse ab und freuen sich an einem verbesserten Berichtswesen. Von einem strategischen, ganzheitlichen Vorgehen beim Einsatz von BI sei die große Mehrheit der befragten Unternehmen weit entfernt (siehe auch den Bericht über den letzten BI Summit). .IT-getriebene Lösungen, interne politische Querelen, Silo-Lösungen und ein Zoo aus Werkzeugen bestimmten das Bild. "Vielleicht wird BI von den IT-Verantwortlichen einfach nur deshalb so oft zitiert, weil sie laufend in bestehende BI-Systeme und Dienstleistungen investieren müssen, nicht aber, weil sie eine Strategie verfolgen."

Unternehmen im Blindflug

Systematische Ansätze wie der eines "Business Intelligence Competency Center" (BICC) als Steuerorgan für BI-Aktivitäten fehlten. Ebenso mangelt es an gemeinsame Standards und Definitionen, einem breiten Vertrauen in die Lösungen und ihre Reports sowie an Fachwissen (das allerdings laut Anwendern auch bei Herstellern oft fehlt). Die angesichts der aktuellen Wirtschaftslage bedenklichen Folgen sind laut Gartner, dass beispielsweise über 35 Prozent der Global-5000-Unternehmen auch in den kommenden drei Jahren keine fundierten Entscheidungen auf der Basis der Analyse von Geschäftsinformationen treffen können.

Andreas Bitterer, Vice President Research bei Gartner, machte zum Auftakt der Konferenz deutlich, dass es heute in Unternehmen eine große Diskrepanz zwischen der Bedeutung und Nutzung von Business Intelligence gebe.
Andreas Bitterer, Vice President Research bei Gartner, machte zum Auftakt der Konferenz deutlich, dass es heute in Unternehmen eine große Diskrepanz zwischen der Bedeutung und Nutzung von Business Intelligence gebe.
Andreas Bitterer, Vice President Research bei Gartner, machte zum Auftakt der Konferenz deutlich, dass es heute in Unternehmen eine große Diskrepanz zwischen der Bedeutung und Nutzung von Business Intelligence gebe.

"Es kann doch nicht sein, dass immer mehr Geld in BI investiert wird und sich strategisch nicht ändert", wundert sich Bitterer. Die vielen Gegensätze zwischen Anspruch und Wirklichkeit müssten endlich aufgelöst werden: "Wollen Sie ein Data Warehouse oder ein Data Dump (Datenhalde)? Wollen Sie Datenqualität oder Data Penalty, eine BI-Strategie oder BI-Anarchie? Stehen Kennzahlen nur für CYA (Cover Your Award) und sollen lediglich helfen, Boni zu sichern?" (siehe auch den Beitrag "Verstehen Sie Etwas von Corporate Performance Management?")

Einmal mehr betonten die Analysten vor Teilnehmern aus 34 Ländern, dass es heute keine technischen Probleme mehr seien, die Unternehmen von einer effizienteren Nutzung der Tools und Anwendungen abhalten. Was fehlt, ist vielmehr oft der "Business Case" für BI (siehe auch den Beitrag "Gartner fordert einen Masterplan für BI"). Hierbei sei vor allem mehr Engagement der Fachabteilungen gefragt. Sie sollte nicht im Alleingang BI-Lösungen an der IT vorbei aufbauen, sondern zusammen mit dieser beispielsweise in Workshops zunächst klare Anforderungen definieren. Diese Zusammenarbeit sei umso wichtiger, da laut Bitterer die Leute in den Fachbereichen oft gar nicht wüssten, was sie bräuchte, "außer, dass sie Reports haben wollen".

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