CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Business Intelligence & Enterprise Content Management

Spreadmarts

Wie sich der Excel-Wildwuchs in Unternehmen eindämmen lässt

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
von Carsten Dittmar(Principal Consultant, Steria Mummert Consulting AG, Hamburg.)

Integration und Schulungen statt Verbote

Wie lässt sich nun der Wildwuchs an Spreadmarts eindämmen? Laut TDWI-Studie ist ein autoritäres Vorgehen der falsche Weg. Ein grundsätzliches Verbot von Spreadmarts, die Beendigung des unternehmensinternen Supports für Tabellenkalkulationen oder die Etablierung einer Organisationseinheit, die zentral Spreadmarts aufbaut und betreut, seien in der Praxis meistens gescheitert. Mehr Erfolg verspricht es, die existierende BI-Lösung weiter auszubauen und dabei für eine gute Office-Integration zu sorgen (Informationen zu Microsoft Office, dessen Alternativen und Tools finden Sie in unserem Knowledge Center Office & Tools). Je problemloser sich Daten aus dem BI-System in ein Spreadmart übertragen lassen, desto weniger sind Anwender versucht, Dateien auf eigene Faust über umständliche, komplexe und fehleranfällige Methoden zu importieren.

Ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Spreadmarts sind auch Schulungen, die skeptische Anwender die Möglichkeiten und Vorteile von BI-Software erkennen lehren. Ist einmal verstanden worden, welche Analysemöglichkeiten BI-Werkzeuge bieten, ist die Einsicht nicht mehr weit, dass viele bisherige Auswertungen in Kalkulations- und Analysedateien redundant und damit obsolet sind. Unternehmen sollten sich zudem einen Überblick über die bisher verwendeten Dateien und Tools verschaffen, um prüfen zu können, welche Spreadmarts sich in bestehende BI-Lösungen integrieren beziehungsweise durch neue Auswertungsmöglichkeiten ersetzen lassen. Damit dies gelingt, ist aber ein partnerschaftlicher Umgang zwischen Fachseite und IT unumgänglich. Die Etablierung paritätisch besetzter "Business Intelligence Competence Center" als Steuerorgan in den Unternehmen kann dabei helfen. (as)

Vorteile und Nachteile von Spreadmarts

Vorteile:

  • Hohe Flexibilität durch breite Basis an Formeln und Funktionen sowie viele Gestaltungsmöglichkeiten.

  • Lokale Autonomie und Kontrolle über Daten und Datenauswertungen.

  • Schnelle Umsetzung von Ad-hoc-Analysen.

  • Einfaches Handling durch Integration in Office-Suiten.

  • Existenz vieler betriebswirtschaftlicher Tools, die auf Spreadmarts aufsetzen.

  • Anwender kennen die Werkzeuge.

  • Geringe Kosten durch Nutzung existierender Werkzeuge.

Nachteile:

  • Ein fehlendes zentrales, integriertes Konzept für die Datenversorgung und -verarbeitung führt zu redundanten und inkonsistenten Daten-Sets und in der Folge zu Fehlentscheidungen.

  • Durch manuelle Eingaben, eigene Verknüpfungen und Berechnungen zur Datenmanipulation sind Zahlen nicht mehr nachvollziehbar.

  • Unzureichende Dokumentation und hohe Abhängigkeit vom Verfasser der Spreadmarts.

  • Keine Historie der Struktur- und Datenänderungen.

  • Keine Skalierbarkeit durch Beschränkungen beim Datenvolumen und Mehrbenutzereinsatz sowie fehlende zentraler Verwaltung.

  • Großer Aufwand zur Entwicklung und Pflege von Spreadmarts.

(2 Beiträge), 
Kommentieren
loewenherz
Also ich glaub nicht, dass es sinnvoll ist "Inseln" derart zu verteufeln. Habe schon viel mit BI-Implementierern zu tun gehabt, und am ersten Blick scheint alles einfach. Und 2,5 Stunde für einen Mitarbeiter für die Wartung der Daten auszugeben, ist noch immer um Häuser billiger als ein Softwarepacket für 30.000+ und Implementierung (im Umfang wie im Artikel wahrscheinlich bei 100.000+) dann noch die jährliche Wartung und die Benutzerlizenzen, je nachdem wieviele damit arbeiten.... Das Rechenbeispiel muß mir der Herr Dittmar mal vorrechnen... Ja das Konzept ist sehr schön und hat auch seine Berechtigung in Konzernen, aber sicher nicht im Mittelstand. Bin hier der Meinung, dass man dies mit der "normalen" Unternehmenslösung (Dynamics, SAP...) sehr gut bedient sein sollte. zum Beitrag

Egor_Kobylkin
Die Wahrheit könnte wie so oft dazwischen liegen: mit Plug-Ins Wie ExcelSQL oder gleich MicrosoftQuery+DB Views könne man Excel als Berechnungstool einsezten, wenngleich die Basis-Daten weiterhin transparent aus DWH gezogen werden. zum Beitrag


Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

BI & ECM: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Die richtige ECM-Strategie (Foto: Blend Images/Fotolia) Die richtige ECM-Strategie Viele Unternehmen setzen auf Enterprise-Content-Management (ECM), um ihre Daten in den Griff zu bekommen. Lesen Sie, was dabei wichtig ist.
weiter
Mehr Nutzen durch schnelle BI (Foto: BARC) Mehr Nutzen durch schnelle BI Wer vom Start weg die verschiedenen Einflussfaktoren im Blick hat, kann den Nutzen seines BI-Systems erhöhen und Investitionen sichern.
weiter
Das neue BI (Foto: fotolia.com/Benicce) Das neue BI Mit Predictive Analytics wollen Unternehmen komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge vorhersagen so bessere Entscheidungen treffen.
weiter
Best Practices SharePoint (Foto: Microsoft) Best Practices SharePoint Eine SharePoint-Integration wird allzu oft technisch begriffent. Der Erfolg kommt aber erst mit einem fundierten Organisations-Management.
weiter
Goldader Datenqualität (Foto: Deutsche Bank) Goldader Datenqualität Investitionen in Qualität und Zugänglichkeit von Daten werfen erkleckliche Renditen ab. Für große Firmen winken zusätzliche Millionen.
weiter
MEHR ZUM THEMA BI & ECM
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Jobangebote
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps