CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Business Intelligence & Enterprise Content Management

Spreadmarts

Wie sich der Excel-Wildwuchs in Unternehmen eindämmen lässt

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
von Carsten Dittmar(Principal Consultant, Steria Mummert Consulting AG, Hamburg.)

...und Unternehmen ärgert

Aus Unternehmenssicht hingegen sind Spreadmarts ein bekanntes Problem. Nicht abgestimmte Kalkulationen und Datentransformationen, unvollständige Mappings und Verstöße gegen Konventionen führen zu redundanten und inkonsistenten Daten-Sets und in der Folge zu falschen Interpretationen und Entscheidungen. Häufig entstehen schon bei der Übertragung der Daten in die Spreadmarts Inkonsistenzen, beispielsweise durch fehlerhafte Queries zur Datenbeschaffung oder durch Übertragungsfehler bei der zum Teil notwendigen manuellen Eingabe von Daten (Siehe als Beispiel für die Probleme, die Excel bei der Bilanzierung bereiten kann, den Beitrag über den Haniel Konzern). Die Logik der Datenverknüpfungen, Nebenrechnungen und Makros ist in den meisten Fällen nicht dokumentiert und für Dritte schwer zu verstehen. Darüber hinaus ist in den meisten Spreadmarts nicht erkennbar, welcher Mitarbeiter wann welche Änderungen aus welchem Grund in den Verknüpfungen und Strukturen sowie den Daten vorgenommen hat.

Erhebliche Personalkosten durch Spreadmarts

Weitere Gefahren erwachsen aus der mangelnden Skalierbarkeit der Spreadmarts aufgrund des beschränkten Datenvolumens und des eingeschränkten Mehrbenutzereinsatzes. Eine konsistente, unternehmensübergreifende Sicht auf Kunden, Produkte, Verkäufe und Gewinne, wie sie eine zentralisierte BI-Lösung schaffen soll, ist so nicht möglich. Selbst die vermeintlich geringeren Kosten von Spreadmarts entpuppen sich als Mogelpackung. So errechnete das TDWI, dass ein Analyst aus der Fachabteilung im Schnitt 2,5 Tage pro Arbeitswoche aufwendet, um einzelne Spreadmarts zu generieren und zu pflegen. Pro Datei entstehen so erhebliche Kosten. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, was der Mitarbeiter in der Zeit an zielführenden Aufgaben hätte erledigen können oder welche finanziellen Folgen für ein Unternehmen fehlerhafte Entscheidungen infolge inkonsistenter Daten haben.

Hersteller wollen Brücken bauen

Noch in den 90er Jahren versuchten Softwareanbieter für BI-Anwendungen, ihre Frontend-Systeme als Lösung neben den etablierten Office-Paketen zu platzieren. Doch die Integration zwischen den Produkten war ungenügend. So gab es regelmäßig Restriktionen beim Laden von Daten aus einer BI-Anwendung in eine Tabellenkalkulation, da beispielsweise nur ein statischer Datenimport möglich war. Dadurch ging der Bezug zu den ursprünglichen Daten verloren. Im Nachhinein förderten diese Probleme die Verbreitung inkonsistenter Spreadmarts, da Datenaktualisierungen im BI-System sich im Spreadmart nicht widerspiegelten.

Mittlerweile haben die meisten BI-Hersteller jedoch auf die Probleme mit entsprechendem Office-Add-ins und Import- und Exportfunktionen reagiert (siehe auch "Microsoft Office soll etablierte Werkzeuge für Business Intelligence verdrängen"). Zudem mussten sie einsehen, dass ihre Anwendungen für Planung und Budgetierung nur dann von den Benutzern akzeptiert werden, wenn sie sich in ihrem Look and Feel und Funktionsumfang an den Excel-Anwendungen orientieren - schließlich wurde gerade in diesem Anwendungsbereich weitestgehend mit Spreadmarts gearbeitet. Aus diesem Grund orientiert sich die Benutzungsschnittstelle vieler Suiten für Corporate-Performance-Management (CPM) heute an Spreadsheets.

(2 Beiträge), 
Kommentieren
loewenherz
Also ich glaub nicht, dass es sinnvoll ist "Inseln" derart zu verteufeln. Habe schon viel mit BI-Implementierern zu tun gehabt, und am ersten Blick scheint alles einfach. Und 2,5 Stunde für einen Mitarbeiter für die Wartung der Daten auszugeben, ist noch immer um Häuser billiger als ein Softwarepacket für 30.000+ und Implementierung (im Umfang wie im Artikel wahrscheinlich bei 100.000+) dann noch die jährliche Wartung und die Benutzerlizenzen, je nachdem wieviele damit arbeiten.... Das Rechenbeispiel muß mir der Herr Dittmar mal vorrechnen... Ja das Konzept ist sehr schön und hat auch seine Berechtigung in Konzernen, aber sicher nicht im Mittelstand. Bin hier der Meinung, dass man dies mit der "normalen" Unternehmenslösung (Dynamics, SAP...) sehr gut bedient sein sollte. zum Beitrag

Egor_Kobylkin
Die Wahrheit könnte wie so oft dazwischen liegen: mit Plug-Ins Wie ExcelSQL oder gleich MicrosoftQuery+DB Views könne man Excel als Berechnungstool einsezten, wenngleich die Basis-Daten weiterhin transparent aus DWH gezogen werden. zum Beitrag


Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

BI & ECM: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Die richtige ECM-Strategie (Foto: Blend Images/Fotolia) Die richtige ECM-Strategie Viele Unternehmen setzen auf Enterprise-Content-Management (ECM), um ihre Daten in den Griff zu bekommen. Lesen Sie, was dabei wichtig ist.
weiter
Mehr Nutzen durch schnelle BI (Foto: BARC) Mehr Nutzen durch schnelle BI Wer vom Start weg die verschiedenen Einflussfaktoren im Blick hat, kann den Nutzen seines BI-Systems erhöhen und Investitionen sichern.
weiter
Das neue BI (Foto: fotolia.com/Benicce) Das neue BI Mit Predictive Analytics wollen Unternehmen komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge vorhersagen so bessere Entscheidungen treffen.
weiter
Best Practices SharePoint (Foto: Microsoft) Best Practices SharePoint Eine SharePoint-Integration wird allzu oft technisch begriffent. Der Erfolg kommt aber erst mit einem fundierten Organisations-Management.
weiter
Goldader Datenqualität (Foto: Deutsche Bank) Goldader Datenqualität Investitionen in Qualität und Zugänglichkeit von Daten werfen erkleckliche Renditen ab. Für große Firmen winken zusätzliche Millionen.
weiter
MEHR ZUM THEMA BI & ECM
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Jobangebote
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps