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Business Intelligence & Enterprise Content Management

Große Nachfrage nach Software für Datenintegration

Daten Management: Informatica legt starkes Jahresergebnis vor

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von Sascha Alexander
Der Spezialist für Datenintegration und Data Warehousing kann Umsatz und Gewinn zweistellig steigern. Doch im Partnergeschäft warten Herausforderungen.

Es sei das dritte Geschäftsjahr in Folge, in dem Informatica um 20 Prozent und mehr wachsen konnte, freute sich Chairman und Chief Executive Officer Sohaib Abbasi anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen. Der weltweite Ausbau des Geschäfts, neue Angebote jenseits des traditionellen Data Warehousing und die Weiterentwicklung der eigenen Produktplattform hätten dazu beigetragen. So kann das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Redwood City für das Geschäftsjahr 2007 (Ende: 31.Dezember) einen Gesamtumsatz von 391,3 Millionen Dollar vorweisen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 21 Prozent entspricht.

Nettoergebnis fast verdoppelt

Erfreulich dabei: auch die Lizenzumsätze stiegen 2007 mit 20 Prozent ebenfalls kräftig an und spülten 175,3 Millionen Dollar in die Kassen des Datenintegrationsspezialisten. Den größeren Anteil am Umsatz trugen indes die Serviceseinnahmen bei, die sich auf 215,9 Millionen Dollar beliefen. Das bereinigte Nettoergebnis nach US-GAAP betrug 54,6 Millionen Dollar, was einem Plus gegenüber 2006 von 46 Prozent entspricht. Zum guten Ergebnis hatte auch das vierte Quartal 2007 beigetragen. Mit den Umsätzen in Höhe von 113,9 Millionen Dollar (plus 24 Prozent gegenüber 2006), stiegen auch die Lizenzeinnahmen um 28 Prozent auf 54.9 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal an. Der Nettogewinn nach US-GAAP betrug 20,6 Millionen Dollar, was einer Steigerung von 40 Prozent entspricht.

Informatica-Geschäftsführer Otto Neuer hält für 2008 einen Umsatzplus von 40 Prozent für realistisch.
Informatica-Geschäftsführer Otto Neuer hält für 2008 einen Umsatzplus von 40 Prozent für realistisch.
Informatica-Geschäftsführer Otto Neuer hält für 2008 einen Umsatzplus von 40 Prozent für realistisch.
Foto: Otto Neuer

Informatica hatte in den letzten Jahren sein ursprünglich auf die Datenbewirtschaftung von Data-Warehouse-Systeme spezialisiertes Angebot rund um die Produktplattform "PowerCenter" ausgebaut (siehe auch "Informatica will mit PowerCenter alle Szenarien der datenintegration bedienen"). Neben einem verstärkten Fokus auf Anwendungsgebiete wie die Datenintegration und –migration kam durch die Übernahme des Spezialisten Similarity Systems das Datenqualitäts-Management hinzu. Rund 275 Bestandskunden hätten neuerlich bei Informatica gekauft und 75 Neukunden seien hinzugekommen, darunter Bombay Stock Exchange, Dana-Farber Cancer Institute, Emirates Bank Group, Juniper Networks, Northern Trust und die Philippine Airlines.

Die Sorge um Datenqualität erreicht das Management

Auch hierzulande kann Informatica Erfolge vorzeigen, erklärte Otto Neuer, Geschäftsführer Deutschland, Österreich und Schweiz, gegenüber der COMPUTERWOCHE. "Die Umsätze haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber 2006 verdoppelt, und wir schätzen, dass sie 2008 nochmals um etwa 40 Prozent zulegen." Neben zusätzlichen Abschlüssen bei Bestandskunden wie Volkswagen hätten Neukunden wie die INA Schaeffler Group für Mehreinnahmen gesorgt. Ein Schlüssel zu weiteren Umsätzen sei insbesondere das Thema Daternqualitäts-Management.

Hier habe Neuer in den letzten Monaten ein wachsendes Interesse bei Kunden registriert. Mittlerweile würden große Unternehmen offen über Probleme mit der Qualität ihrer Daten sprechen und nach systematischen Lösungsansätzen suchen (siehe auch "Informatica: Datenbewirtschaftung braucht ein Integration Competency Center"). Dabei spreche Informatica nicht mehr wie bisher nur mit der IT-Abteilung, sondern auch mit Vertretern aus dem Management. Volkswagen beispielsweise habe im zweiten Halbjahr 2007 eine eigene Initiative für das Datenqualitäts-Management in der Fertigung gestartet und führe nun die Software "Informatica Data Quality" ein. Grundsätzlich will Informatica das Thema Datenquallität aber nur im Zusammenhang mit Datenintegrationsprozessen angehen. Eine Ausweitung der Produktstrategie in Anwendungsgebiete wie etwa auf die Adressdatenprüfung sei nicht geplant.

Partnerschaft in turbulenten Zeiten

Eine Herausforderung wird es für Informatica sein, angesichts der der vielen Übernahmen im Markt für Data Warehousing und Business Intelligence sowie den Ambitionen großer Hersteller wie IBM, Oracle oder SAP in diesem Segment, eine stabile Partnerstrategie zu entwickeln. "Die Partnerstrategie ist der Garant für unser weiteres Wachstum. Aus eigener Kraft werden wir nicht in dem Umfang wachsen können", räumt Neuer ein. Informatica arbeite diesbezüglich einerseits weltweit mit Unternehmen wie Accenture und Bearingpoint zusammen, setze im hiesigen Markt aber auch auf 25 bis 30 lokale Dienstleister. Hinzu kämen rund 15 Referenzkunden, darunter die Allianz, die direkt vom Hersteller betreut werden und ebenfalls wichtig für das eigene Marketing und Lizenzgeschäft seien.

Problematischer ist hingegen die Lage bei den Partnerschaften mit anderen Herstellern. So seien beispielsweise jüngste Abkommen mit dem BI-Hersteller Cognos (jetzt bei IBM) und Fast Search (jetzt bei Microsoft) durch die Ereignisse der letzten Wochen wieder in Frage gestellt. Bezüglich Cognos sei noch nicht klar, wie weit der BI-Hersteller künftig als Teil von IBM noch eigenständig agieren könne. Hierzulande wollten beide Unternehmen aber versuchen, die Partnerschaft so lange wie möglich weiterzupflegen.

Bezüglich der SAP, die Informatica im Rahmen eines OEM-Vertrags einsetzt, erwartet Neuer vorerst keine Veränderungen, obwohl die Walldorfer durch den Kauf von Business Objects nun ebenfalls über Technik für die Datenbewirtschaftungen verfügen. Angesichts der wachsenden Konkurrenz und dem Bestreben der "Mega vendors" die ganze Produktbandbreite für das Daten Management abzudecken, muss daher Informatica als einer der letzten unabhängigen Spezialisten an die Zukunft denken. So gebe es laut Neuer derzeit Überlegungen, das Produktspektrum breiter aufzustellen, jedoch immer mit Blick auf das Kernthema Datenintegration. "Es könnte diesbezüglich in diesem Jahr zu Zukäufen kommen. Wir wollen aber keine neuen Geschäftsfelder eröffnen."

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