Tag Archive for 'SOA-Nutzen'

Warum SOA nicht zum Mainstream wird

In einigen großen Unternehmen hat das Konzept der Service-orientierten Architektur relativ schnell Akzeptanz gefunden. Beispiele dafür finden sich in der Finanzbranche, der Telekommunikation oder auch in der öffentlichen Hand. Vor allem die komplexen heterogenen IT-Strukturen, oft verbunden mit mächtigen Legacy-Anwendungen, trugen dazu dabei. Hinzu kam der Wunsch, schnell neue Services für Kunden anbieten zu können. Die IT-Hersteller investierten große Summen in die Entwicklung von Infrastruktur- und Management-Produkten. Zugleich setzten die großen Standardsoftwareanbieter millionenschwere Projekte auf, um ihre Pakete SOA-fähig zu machen. Dessen ungeachtet scheint die Zahl der SOA-Projekte zumindest in Europa ihren Höhepunkt bereits erreicht zu haben, wundert sich Rob Hailstone, Analyst bei der britischen Butler Group. Einiges deute darauf hin, dass SOA trotz aller potenziellen Vorteile die Entwicklung zu einem breit akzeptierten Konzept nicht schaffen könnte.

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Ansätze zur ROI-Messung für SOA-Projekte

Die Ermittlung eines Return-of-Investment (ROI)-Wertes für SOA-Projekte ist in der Tat alles andere als einfach. Neben einer in der Regel nur auf Spekulationen ausgelegten Nutzwertbetrachtung auf der Ebene der Geschäftsprozesse ist ferner auch eine eindeutige Zuordnung von Kosten dadurch erschwert, dass die in SOA-Projekten eingesetzten Integrationstechnologien fast immer multifunktional ausgerichtet sind. Im Klartext bedeutet dies, dass SOA-Technologien - wie z.B. auch klassische Middleware-Technologien - immer mehreren Zwecken dienen, und deren zuordenbare Kosten demnach nicht nur auf das entsprechend betrachtete SOA-Projekt beschränkt sind. Gerade im Zusammenhang mit der Ermittlung von Betriebs- und Wartungskosten wird diese Problematik zu einem Dilemma für die Aufstellung einer objektiven und korrekten ROI-Betrachtung.

Doch wie können diese Herausforderungen bewältigt werden?

Der potentielle SOA-Wertbeitrag umfasst sowohl die Nutzen- als auch die Kostenseite:

NUTZEN: Steigerung der Veränderungsfähigkeit und der Agilität
- Verbesserte Reaktionsgeschwindigkeit in Bezug auf Veränderungen
- Verbesserte Dienstleistungserbringung

KOSTEN: Wiederverwendung und „Sharing“
- Verminderung der Kosten durch Effizienz- und Skaleneffekte
- Höhere Performanz durch verbesserte Konsistenz und Visibilität

Da – wie oben bereits ausgeführt – eine direkte Zuordnung des auf Steigerung der Effektivität bezogenen SOA-Nutzens äusserst schwierig ist, empfiehlt Gartner diesen ROI-Aspekt erst vollständig im Rahmen einer Projektnachbetrachtung durchzuführen. Hier sollten ausgewählte Performanz-Indikatoren, wie z.B. „Time-to-Market“ oder „Umsatz“, vor Projektbeginn gemessen werden und dann nach Abschluss des Projektes einer vergleichenden Nachbetrachtung unterzogen werden.

Anders gestaltet sich die Betrachtung in Bezug auf mögliche, kostenrelevante Produktivitätsvorteile, die mit SOA-Projekten verbunden sind: hier können bereits vor Projektbeginn ganz konkrete Effizienzpotentiale in den Bereichen Anwendungsentwicklung und Anwendungsintegration geschätzt werden. Eine mögliche Reduzierung der Kosten ist in diesen Bereichen an Einsparungen durch Wiederverwendung von Applikationskomponenten und vor allem Schnittstellen gekoppelt. Hier können die zukünftigen Gesamtaufwendungen für die Entwicklung und Wartung von Anwendungen durch systematische SOA-Integration um 25-40% gesenkt werden (Basis: vorläufige empirische Untersuchungen). Dabei gilt die Regel: je höher die Schnittstellenkomplexität, je höher das Einsparungspotential.

Abschliessende Einschränkung: potentielle SOA-Wertbeiträge sind zunächst immer relativ und abhängig von der Konsequenz der späteren Nutzung!

Unternehmensführung neu – SOA und CPM-Systeme

Eine SOA (Serviceorientierte Architektur) ist, vereinfacht erklärt, die Ausrichtung der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens auf die Geschäftsprozesse. Dabei soll eine Symbiose hergestellt werden zwischen Industrialisierung und Agilität. Von CPM (Corporate Performance Management) erwarten Führungspersonen ein vollständig integriertes System, ein reibungsloses Zusammenspiel verschiedener Tools. Alle Beteiligten – Personen und Unternehmen – sollen ein einheitliches, automatisiertes und anwenderfreundliches System für alle Bereiche der Unternehmenssteuerung (Konsolidierung, Reporting, Budgetierung / Planung und Analyse) verwenden können.

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SOA – Antwort auf alle Herausforderungen?

Die Globalisierung ist ohne die Ausbreitung der Informationstechnologie nicht denkbar. Es gilt zu erkennen, wie schnelle, weltumspannende Verbreitung von Information und Wissen die unternehmerische Dynamik steigern können. Moderne Kommunikationstechniken wie E-Mail und neuere Collaboration-Werkzeuge binden auch Mitarbeiter, Partner und Kunden immer stärker in geschäftliche Abläufe der Unternehmen ein. Vor dem Hintergrund der globalen Wertschöpfungsnetze müssen klassische Geschäftsanwendungen ihren funktionalen Fokus erweitern: Waren Softwarelösungen bisher auf die Automatisierung von Transaktionen zwischen Maschinen oder IT-Systemen spezialisiert, so müssen sie sich im Zeitalter der Web-Plattformen zum Anwender hin öffnen und sich besser in übergreifende Geschäftsabläufe und Collaboration-Szenarien integrieren.

Dank serviceorientierter Architekturen (SOA) sind die allgemeinen Bestrebungen hin zu besser integrierten, flexibleren IT-Systemen bereits weit gediehen. Die direkte Unterstützung betriebswirtschaftlicher Abläufe durch Software-Dienste, die wiederum Prozessketten im Sinne der Wertschöpfung durchlaufen, macht das Besondere des SOA-Konzeptes aus. SOA alleine reicht aber nicht aus, da dieses Modell auch Defizite aufweist, etwa bei der Datenintegration oder auf der Ebene der Benutzerinteraktion mit verschiedenen Endgeräten und Bedienkonzepten. Ebenso fehlen Konzepte zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation und Zusammenarbeit.

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Schluss mit dem Software-Dogma

Service-orientierte Architekturen bieten Unternehmen einen entscheidenden Mehrwert: die Möglichkeit, für jeden Geschäftsprozess einzeln zu entscheiden, wie und wo sich dieser bestmöglich abbilden lässt. Egal ob Standardsoftware, Individuallösung oder Open Source: SOA ermöglicht die tiefe, fachliche Integration verschiedenster Anwendungen bei maximaler Effizienz.

In jedem Unternehmen gibt es standardisierte Geschäftsprozesse, die sich hervorragend mit einem entsprechenden Standard-Produkt abbilden lassen. Die eigentliche Wertschöpfung wird aber in der Regel durch individuelle Prozesse erzielt, mit denen sich ein Unternehmen vom Wettbewerb unterscheidet. Werden solche Prozesse in Standard-Anwendungen gepresst, riskiert das Unternehmen den Verlust entscheidender Alleinstellungsmerkmale. Nicht zu vergessen sind die Anpassungs- und Wartungskosten, die umso höher ausfallen, je spezifischer die Unternehmensprozesse sind.

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