Lawrence Ellison hat ein Ziel: Wachstum. Dafür geht er Risiken ein, die viele seiner Konkurrenten scheuen. Angesichts der langen Liste zugekaufter Softwareanbieter scheint die Gier keine Grenzen zu kennen. Dass ihm so mancher Branchenbeobachter Größenwahn attestiert, hat den selbstbewussten Manager noch nie gestört. Auf den ersten Blick liegen die Motive hinter der milliardenschweren Offerte für Bea Systems deshalb auf der Hand. Der für seine Infrastruktursoftware oft gelobte Hersteller brächte Oracle jede Menge hochkarätige Kunden und eine stärkere Position, um die eigenen Produkte zu vermarkten. Das gilt auch für Infrastruktur-Komponenten, die Oracle als Teil seiner SOA Suite feilbietet.
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Geht es um Service-orientierte Architekturen, stehen die Open-Source-Protagonisten vor dem gleichen Problem wie kommerzielle Softwarehersteller: Große Referenzinstallationen wie die der Credit Suisse sind nach wie vor selten. Das Angebot an quelloffenen Infrastrukturkomponenten zum Aufbau einer SOA wächst kontinuierlich. Erst vergangene Woche etwa gab Red Hat den Enterprise Service Bus JBoss ESB 4.2 frei. Noch vor Jahresfrist plant der Linux-Distribuor eine komplette Suite auf Basis der zugekauften Middleware von JBoss. An ESB-Produkten aus der Community herrscht ohnehin kein Mangel, wie die Beispiele WS02 ESB, Mule oder FUSE ESB zeigen. Mit der Deutschen Post übergab ein SOA-Anwender der erste Stunde sein eigenentwickeltes SOA Framework der Open-Source-Community. Die potenziellen Vorteile einer Open-Source-Strategie klingen einleuchtend: Herstellerunabhängigkeit, geringere Kosten und mehr Flexibilität gehören zu den am meisten genannten. In der Praxis aber scheinen diese Argumente nicht anzukommen.
Zur Realisierung einer SOA-Plattform stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Open Source ist dabei eine interessante Alternative. Schließlich werden die zentralen Zielsetzungen einer SOA-Strategie durch eine Open Source-Plattform sehr gut unterstützt. Dazu gehören: Steigerung der Agilität, Reduzierung des Time to Market und Senkung der TCO (Total Cost of Ownership).