Dieser Tage wurde ein Interview von mir zum Thema SOA und BPM veröffentlicht. Eine meiner Aussagen lautete sinngemäß, dass die Methodologien wie z.B. die Vorgehensmodelle der großen SW-Hersteller à la Oracle, SAP, IBM, etc. noch nicht ausreichend Prozess-zentrisch ausgerichtet seien. Damit meinte ich ganz einfach den Umstand, dass bei der Verwirklichung Service-orientierter Architekturen die Entwicklungsarbeit heute idealtypischerweise zweigeteilt ist:
Teil 1: Beim Anwender findet top-down (Enterprise Modeling) die Arbeitsprozessanalyse und -optimierung statt.
Continue reading ‘Was macht Prozesse lauffähig?’
Trotz einiger Startschwierigkeiten wird das Thema Service-orientierte Architekturen (SOA) in den kommenden Jahren nicht von der CIO-Agenda verschwinden. Diese Einschätzung vertritt IDC-Analyst Rüdiger Spies im Interview mit COMPUTERWOCHE TV. Auch die Hersteller würden den Begriff im Marketing weiter verwenden. Das Versprechen der IT-Anbieter, Geschäftsprozesse flexibler zu gestalten, könne im nächsten Jahr verstärkt eingelöst werden, glaubt Spies. Dafür sprächen beispielsweise die jüngsten Standardisierungsbemühungen rund um die Modellierungssprache BPEL4People. Zudem nutzten immer mehr Softwarehersteller in ihren Standardprodukten SOA-Prinzipien.
Das Video finden Sie hier.
Das dürfte den großen Softwareanbietern kaum schmecken: Auf der Kundenveranstaltung Aris ProcessWorld lästerte Firmengründer August-Wilhelm Scheer unverhohlen über die nach seiner Ansicht proprietären SOA-Lösungen der einschlägigen Hersteller. Diese drohten die unbestreitbaren Vorteile des SOA-Konzepts zunichte zu machen. Einmal mehr würden Kunden in die Falle der Herstellerabhängigkeit tappen, wenn da nicht IDS Scheer wäre: Erst mit einer “unabhängigen Sicht” auf das Geschäft und die damit verbundenen Prozesse, wie sie die Aris-Plattform ermögliche, könnten Unternehmen eine wirklich offene SOA bauen. Etwas irreführend sprach der gewiefte Manager von “Open BPM”, ganz so als wolle das Saarbrückener Unternehmen nach dem Vorbild von Open Solaris demnächst sein populäres Toolset an die Open-Source-Community verschenken. Dazu wird es nicht kommen. IDS Scheer verdient mit Softwarelizenzen eine Menge Geld. Sauer aufstoßen wird so manchem Protagonisten einer unternehmensweiten SOA auch, dass Scheer das Konzept der Service-orientierten Architektur quasi ganz unten, nämlich auf der (technischen) Ausführungsebene ansiedelt. Zu diesen Protagonisten gehören pikanterweise auch die großen strategischen Partner von IDS Scheer, darunter SAP und IBM. Dass SOA ohne eine konsequente Prozessorientierung nicht funktionieren kann, predigen sie schon lange.
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