Die generelle Frage „für wen ist SOA relevant oder SOA im Mittelstand – ja oder nein“ wird bald an Bedeutung verlieren. Dafür überwiegen die Vorteile des SOA-Konzeptes zu stark. Betriebswirtschaftliche Software auf Basis des SOA-Gedankens wird sich in wenigen Jahren im Bereich der Unternehmenssoftware durchsetzen. Sie bietet ein hohes Maß an Flexibilität und Investitionssicherheit, was gerade wachsenden mittelständischen Unternehmen zu Gute kommen wird.
Die direkte Unterstützung betriebswirtschaftlicher Abläufe durch Software-Dienste, die wiederum Prozessketten im Sinne der Wertschöpfung durchlaufen, macht das Besondere des SOA-Konzeptes aus. Ändern sich Geschäftsabläufe innerhalb des Unternehmens als auch in globalen Wertschöpfungsnetzen, so lassen sich die begleitenden Software-Komponenten wie eine Art „Baukasten“ mit vergleichsweise einfachen Mitteln neu zusammenstellen. Dies gibt dem Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und erhöht seine Wirtschaftlichkeit.
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Bei Anwendern entsteht zuweilen der Eindruck, dass durch die Einführung von Service orientierten Architekturen (SOA) künftig praktisch keine eigene Software mehr entwickelt werden muss. „Ein einmal eingeführtes SOA-Framework mache das ‘Einklinken’ von neuen Modulen zum Kinderspiel. Zusätzliche Composite Applications oder -Services seien aus dem Internet beliebig verfügbar und die zusätzlichen Module verschiedener Anbieter ließen sich beliebig kombinieren“, sind beliebte Aussagen der Hersteller. Das ist natürlich mitnichten der Fall! Richtig ist vielmehr, dass zwar Frameworks als SOA-Basis von den großen IT-Anbietern häufig in einer Mischung von Produkt- und Dienstleistungen angeboten werden; trotzdem sind die Frameworks für das Gesamtangebot des jeweiligen Herstellers optimiert. Eine wirklich offene Architektur als solche wird nur schwerlich von einem Hersteller kaufbar sein. Das Architektur-Design und die „Architektur-Hoheit“ liegen in der ureigenen Verantwortung eines jeden Unternehmens beziehungsweise des CIOs.
Erst die engere Verbindung von Business und IT bringt die Vorzüge einer SOA zum Tragen. Dazu bedarf es einer übergreifenden Unternehmensarchitektur.
„SOA ist das Fundament für Agilität“ ist allerorten zu hören. Bausteine aus bestehenden Geschäftsprozessen werden verwendet, um neue, innovative Prozesse zu entwickeln, die Entwicklungskosten sinken rapide, die Innovationsgeschwindigkeit steigt. So schön, so gut. Die Realisierung dieser Möglichkeiten jedoch erfordert die Schaffung einer Gesamtunternehmensarchitektur (Enterprise Architecture), welche die Anwendungsarchitektur in den Kontext der Geschäftsprozesse setzt, sowie die Durchbrechung von Prozess- und funktionalen Grenzen innerhalb der Organisation.