Die Rezession hat dem SOA-Konzept den Todesstoß versetzt. Diese These vertritt Anne Thomas Manes, Director Research beim renommierten Marktforschungs- und Beratungshaus Burton Group. “SOA ist am 1. Januar 2009 untergegangen”, schreibt sie in einem Blog-Posting, das sich wie ein Nachruf liest. Überleben werden Ihrer Einschätzung nach nur einige Abkömmlinge der SOA: Mashups, Business-Process-Management (BPM), SaaS, Cloud Computing und andere Architekturansätze, die von Services abhingen. Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie hier.
Statt eines Heilsbringers habe sich SOA in den meisten Organisationen zu einem “großen gescheiterten Projekt” entwickelt, konstatiert Manes. Angesichts der geballten öffentlichen Kritik sollten Unternehmen auf das Akronym verzichten und stattdessen eher über Begriffe wie Enterprise Service Bus (ESB) reden. Manes: “SOA ist zu einem Unwort geworden. Wir müssen es aus unserem Vokabular streichen.”
Mit beißender Ironie listet Gartner-Analyst Frank Kenney die häufigsten Gründe für gescheiterte SOA-Vorhaben auf. In einem Blog-Eintrag formuliert er einen fiktiven Entschuldigungsbrief, den Projektverantwortlichen nur kopieren und ihrem Management zu senden bräuchten. Mit dem Hintergrundwissen aus zahlreichen groß angelegten SOA-Projekten legt Kenney den Finger in die Wunde:
- “Ich habe es versäumt, unsere SOA-Initiativen mit unseren geschäftlichen Anforderungen in Einklang zu bringen”, steht in dem Brief. “Deshalb kann ich den vielen hundert Services, die wir entwickelt haben, keinerlei Wert zumessen.”
Weitere Kosproben:
Continue reading ‘Die perfekte Entschuldigung für geplatzte SOA-Projekte’
Im herstellergetriebenen SOA-Markt fühlt sich die amerikanische Progress Software wie die Schweiz unter den Staaten, sprich als einziger neutraler Anbieter. Branchenschwergewichte wie IBM oder Oracle seien dagegen stets bestrebt, neben SOA-Tools möglichst viele andere Produkte aus ihren breit aufgestellten Stacks zu verkaufen, erklärt Progress CEO Joseph Alsop im CW-Interview. Diese Marketing-Geschichte klingt ganz ähnlich wie die der Software AG. Auch die Darmstädter sehen sich als Garanten in Sachen Neutralität und Interoperabilität der diversen SOA-Portfolios
Bei genauerem Hinsehen erweisen sich diese Argumente als Augenwischerei. Continue reading ‘Die Mär vom neutralen SOA-Anbieter’
Die meisten SOA-Projekte verfehlen die gesteckten Ziele, hat das amerikanische Beratungsunternehmen Burton Group herausgefunden. Andere professionelle Marktbeobachter kommen zu ähnlichen Ergebnissen. In der internationalen SOA-Szene kursieren mittlerweile fast mehr Analysen typischer Fehler und Versäumnisse als Best Practices oder Erfolgsbeispiele. Fast hat es den Anschein, als sei die über Jahre gewachsene SOA-Blase geplatzt.
Continue reading ‘Platzt die SOA-Blase?’
Alter Wein in neuen Schläuchen, zentrales Konzept für die Anwendungsentwicklung oder einfach nur Hersteller-Marketing. Die Meinungen über die Bedeutung Service-orientierter Architekturen (SOA) gehen auseinander.
Was CIOs vom Thema halten, sehen Sie im Video der COMPUTERWOCHE.