Die IT-Industrie befindet sich derzeit in einer Phase gravierender Umwälzungen, die unsere Arbeits- und Lebenswelt nachhaltig beeinflussen wird. Nach den letzten epochalen Umschwüngen in Gestalt der Client/Server-Welle der 90er und dem Web- und E-Commerce-Boom um die Jahrtausendwende folgt nun die Services-Transformation. Die öffentliche Wahrnehmung ist bisher vor allem geprägt von den beiden populären IT-Modellen Software-as-a-Service (SaaS) und serviceorientierten Architekturen (SOA). Erstere handelt von der Bereitstellung von Anwendungen in Form gehosteter Dienste, die entweder im Browser laufen oder Infrastrukturfunktionen liefern.
Author Archive for admin
IT sollte kein Selbstzweck und auch keine isolierte Insel im Unternehmen sein. Ihre Aufgabe ist es, mit möglichst kurzen Reaktionszeiten informationstechnische Strukturen aufzubauen und anzupassen, um alle zentralen Aspekte professioneller Betriebswirtschaft wie Performance-Management, Risikomanagement und Compliance-Anforderungen bestmöglich abzubilden und zu unterstützen. Wenn aber speziell das Zusammenspiel von betriebswirtschaftlichem Management und Unternehmens-IT zum dominanten Faktor für langfristigen Geschäftserfolg wird, stehen wir vor einigen entscheidenden Fragen:
• Wie lösen wir das Dilemma, dass Betriebswirtschaft und IT sich in weiten Teilen unversöhnlich wie 0 und 1 gegenüberstehen – in der Substanz ohne gemeinsame Sprache und mit unzureichenden Methoden, dafür belastet von Vorurteilen und Misstrauen?
• Wie schließen wir den „Results-Gap“ – jene Kluft zwischen der erhofften Effizienz und Produktivität von Geschäftsanwendungen und dem tatsächlichen Nutzen für die Anwender im Unternehmen.
• Wie schließen wir den IT-Gap? jene Lücke, die aus der langsamen Reaktionszeit der IT auf betriebswirtschaftliche Anforderungen entsteht: Bis zum Lieferzeitpunkt haben sich die Anforderungen an IT-Services und Applikationen schon substanziell weiterentwickelt. Was eine Lösung sein sollte, ist schon bei der Implementierung unzureichend, zum Teil veraltet, wirft neue Probleme auf und provoziert im Endeffekt Unzufriedenheit, mangelndes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der IT-Abteilung und langfristig auch hohe Kosten. Analysten wie Gartner schätzen, dass Unternehmen aktuell rund zwei Drittel der IT-Kosten in Maintenance statt in Neuinvestitionen und Zukunftssicherung investieren.
• Wie gelingt der Quantensprung der IT: Interoperabilität innerhalb der digitalen Welt und kurze Reaktionszeiten auf externe Einflüsse und Anforderungen? Dies betrifft insbesondere das betriebswirtschaftliche Management, die Berücksichtigung neuer gesetzgeberischer Herausforderungen wie Basel II oder Sarbanes Oxley und andere wesentliche Bestimmungsfaktoren sich rasant entwickelnder Märkte.
Stehen diese Fragen im Zusammenhang mit SOA? Ansichtssache, aber eine zukunftsweisende Geschäftsarchitektur muss sich diesen Fragen stellen und auch überzeugende Antworten geben!
Die generelle Frage „für wen ist SOA relevant oder SOA im Mittelstand – ja oder nein“ wird bald an Bedeutung verlieren. Dafür überwiegen die Vorteile des SOA-Konzeptes zu stark. Betriebswirtschaftliche Software auf Basis des SOA-Gedankens wird sich in wenigen Jahren im Bereich der Unternehmenssoftware durchsetzen. Sie bietet ein hohes Maß an Flexibilität und Investitionssicherheit, was gerade wachsenden mittelständischen Unternehmen zu Gute kommen wird.
Die direkte Unterstützung betriebswirtschaftlicher Abläufe durch Software-Dienste, die wiederum Prozessketten im Sinne der Wertschöpfung durchlaufen, macht das Besondere des SOA-Konzeptes aus. Ändern sich Geschäftsabläufe innerhalb des Unternehmens als auch in globalen Wertschöpfungsnetzen, so lassen sich die begleitenden Software-Komponenten wie eine Art „Baukasten“ mit vergleichsweise einfachen Mitteln neu zusammenstellen. Dies gibt dem Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und erhöht seine Wirtschaftlichkeit.
Die Globalisierung ist ohne die Ausbreitung der Informationstechnologie nicht denkbar. Es gilt zu erkennen, wie schnelle, weltumspannende Verbreitung von Information und Wissen die unternehmerische Dynamik steigern können. Moderne Kommunikationstechniken wie E-Mail und neuere Collaboration-Werkzeuge binden auch Mitarbeiter, Partner und Kunden immer stärker in geschäftliche Abläufe der Unternehmen ein. Vor dem Hintergrund der globalen Wertschöpfungsnetze müssen klassische Geschäftsanwendungen ihren funktionalen Fokus erweitern: Waren Softwarelösungen bisher auf die Automatisierung von Transaktionen zwischen Maschinen oder IT-Systemen spezialisiert, so müssen sie sich im Zeitalter der Web-Plattformen zum Anwender hin öffnen und sich besser in übergreifende Geschäftsabläufe und Collaboration-Szenarien integrieren.
Dank serviceorientierter Architekturen (SOA) sind die allgemeinen Bestrebungen hin zu besser integrierten, flexibleren IT-Systemen bereits weit gediehen. Die direkte Unterstützung betriebswirtschaftlicher Abläufe durch Software-Dienste, die wiederum Prozessketten im Sinne der Wertschöpfung durchlaufen, macht das Besondere des SOA-Konzeptes aus. SOA alleine reicht aber nicht aus, da dieses Modell auch Defizite aufweist, etwa bei der Datenintegration oder auf der Ebene der Benutzerinteraktion mit verschiedenen Endgeräten und Bedienkonzepten. Ebenso fehlen Konzepte zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation und Zusammenarbeit.
Continue reading ‘SOA – Antwort auf alle Herausforderungen?’
Wenn die Dynamik der Webnutzer auf serviceorientierte Architekturprinzipien trifft, werden wir eine umfassende Erneuerung der Internetnutzung erleben. Denn jenseits aller Modeeffekte ist Web 2.0 das konsequente Ergebnis tiefergehender Veränderungen – und zwar in mehrfacher Hinsicht.
Die Nutzungsweise im Web wird sich ändern, denn die Anwender sind erwachsen geworden und übernehmen die Kontrolle. Es findet ein Übergang statt von einem Web der Konsumenten zu einem Web aktiver, Teilnehmer: Blogs, Wiki, soziale Netzwerke oder gemeinsame Inhalte zeigen das bereits.
Continue reading ‘Von SOA zu Web 2.0 – die Rolle der Application Platform’