Die Oracle Open World 2010 – Zurück zur Normalität?

Heute Vormittag eröffnete in San Francisco der offizielle Teil der weltgrößten IT Konferenz im Oracle Umfeld. Mit 41.000 Teilnehmern aus 116 Ländern und über 1.700 Kunden- und Partnersprechern ist die Konferenz wieder mal ein Mega-Ereignis. Wer meine Berichte regelmäßig liest weis das ich nicht leicht zu solchen Formulierungen greife, aber die Oracle Open World schlägt zumindest in diesem Feld alles was ich sonst kenne.

In 2009 waren deutlich weniger Teilnehmer als in den vorhergehenden Jahren auf der OOW „spürbar“. Durch die Akquisition von SUN und die jetzt parallel abgehaltene Java One Konferenz wurde zumindest dieser Trend (gefühlt) gestoppt.

Oracle Open World 2010

Aber was gibt es wirklich Neues?

Die kurze Antwort vorweg: „bis jetzt eigentlich nichts“.

Ann Livermore hielt eine sehr schwache (fast lustlose) Key Note zusammen mit Dave Donatelli. HP adressiert nun die Transformation und Optimierung von IT. Tolle Nachricht – endlich macht das mal jemand…

Während ich der Key Note zuhörte kam mir immer wieder die Frage in den Sinn: Was HP macht HP eigentlich? Ich kann keine klare Strategie dieses Unternehmens erkennen, bis auf einen Gedanken der sich während der Präsentation irgendwo in meinem Gehirn entwickelte: Wird HP die zweite CA? Ein ziemlicher Gemischtwarenladen bei dem nur rudimentär erkennbar ist wie die Puzzelteile zusammenpassen könnten.

Nach HP war Larry Ellison an der Reihe. Irgendwie war das gestern keine Sternstunde des Oracle Gründers. Er wirkte müde und gehetzt bei dem Vergleich der Cloud Ansätze von Amazon und Sales Force. Wirkliche Neuigkeiten gab es keine. Es gibt die Exalogic Maschine, man greift Red Hat „ein wenig“ an indem man einen eigenen Linux Kernel entwickelt und das neue Fusion Apps kommt Anfang des nächsten Jahres.

Interessant war die Aussage von Larry Ellison, dass für ihn „Business Intelligence“  das Zentrum zukünftiger Business Applikationen sein wird. Er bewertetet (BPM) Prozesse deutlich als „commodity“ die man einfach beherrschen müsse und die deshalb gegenüber Systemen die ihren Nutzern aktiv die benötigten Informationen auf Basis von BI Analysen bereitstellen in den Hintergrund treten. Zufällig ist die neue Fusion Apps genau nach dieser Lesart entwickelt…

Hoffentlich überfordern sie sich und die Anwender damit nicht. Denn wenn man seine Prozesse nicht beherrsch hilft auch eine darauf aufbauende Analyseintelligenz nur bedingt. Mal sehen was wir als Nutzer daraus machen. Ich bin nur beschränkt zuversichtlich…

In diesem Sinne, gute Nacht Deutschland

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