Wie versprochen, möchte ich Ihnen noch ein paar aktuelle Informationen zum Verlauf des zweiten Tages der IDS Scheer Process World nachreichen.
Gestern hatte ich erwähnt, dass die IDS Scheer AG das Meta Modell von ARIS öffnen und ein Open Repository anbieten möchte. Konkret handelt es sich bei Ersterem nach Aussage von Britta Hild (Senior Manager ARIS Product Management) um „die freie Erweiterbarkeit um selbstdefinierte Diagramm-, Objekt- und Beziehungstypen“.
Dies wird die Flexibilität auf der Anwenderseite (wünschenswert) erhöhen. Gleichzeitig ergeben sich dadurch aber neue Anforderungen an das Meta-Modell-Management und damit an die verantwortlichen Administratoren. Ich hoffe die Betroffenen sind sich bewusst, was da auf sie zukommt.
Das angesprochene „Open Repository“ zielt zunächst auf verbesserte Reporting Funktionalitäten ab. Den Anwendern soll die Möglichkeit gegeben werden eigene Auswertungswerkzeuge mit den Daten aus einem ARIS Repository zu versorgen. Wie genau die technische Umsetzung aussehen wird konnte oder wollte man noch nicht verraten. Es wäre möglich, dass eine API für die ARIS Suite zurückkommt. Lassen wir uns einmal überraschen. Beides wird erst mit dem Release 8 von ARIS verfügbar sein.
Abschließend noch ein Lob zu einer sehr guten Präsentation die ich heute gesehen habe (für mich die Beste der Veranstaltung – ich motze nicht nur…). Erik Brabänder (Senior Manager ARIS Product Marketing… so steht es auf der Web Site aber der Titel ist glaube ich nicht mehr ganz aktuell) stellte detaillierter die zukünftigen Funktionen der Verbindung zwischen ARIS, CentraSite und WebMethods vor. Dabei setzt die IDS Scheer AG auf ein Konzept mit zwischengeschaltetem „Logischen Business Modell“ zwischen der Fach- und IT Modellierung. Dieser Ansatz geht grundsätzlich in die auch von mir bevorzugte Richtung, da eine direkte Überführung fachlicher Modelle in ausführbare Modelle methodisch nicht möglich ist. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der hier gewählte Ansatz mit einem weiteren Layer wirklich praktikabel ist. Insbesondere die hohe Modellierungskomplexität und die dadurch entstehenden Anforderungen an den Modell-Lebenszyklus werfen bei mir noch einige Fragen auf. In der Theorie mag die vorgestellte Lösung funktionieren in der Praxis habe ich Zweifel.
Abschließend ein Satz zu der von mir gestern erwähnten „Marketinglastigkeit“ der Präsentationen. Angesprochen auf meinen Beitrag erklärte mir jemand, dass dies auf den stärkeren US amerikanischen Einfluss in der externen Darstellung der Software AG zurückzuführen sein könnte.
Ob das stimmt? Ich bin mir nicht sicher, eine Erklärung wäre es.
Ist das gut? Ich glaube nicht.
Wir sollten doch in der guten kontinentaleuropäischen Tradition fortfahren. Nicht zuviel Wind und Lärm machen sondern Lösungen liefern die funktionieren. Finde ich persönlich sympathischer und vertrauenserweckender.
Grüße aus Berlin
Dirk Stähler
0 Responses to “IDS Scheer Process World – Teil 2 – In der Zeitmaschine – Vorwärts”
Leave a Reply