Gopalakrishnan and Larry’s Keynote – Im Osten und Westen nichts Neues

Die Oracle Open World geht in ihre zweite Hälfte. Heute war der Tag der großen Keynotes. Kris Gopalakrishnan (Infosys) stellte uns das Konzept des Value Webs vor. Kurz zusammengefasst geht er davon aus, dass sich die Wertschöpfung in Unternehmen immer weiter vernetzten wird. Die Kernaussage war: „Die besten Menschen auf diesem Planeten arbeiten nicht in unserer Firma. Wir müssen diese besten Menschen zukünftig stärker einbinden um als Unternehmen weiterhin erfolgreich zu sein“. Als Voraussetzung für diese „neue“ Welt wird eine noch bessere Nutzung von Technologie gesehen. Natürlich die der anwesenden Anbieter…selbstverständlich.

Vielleicht bin ich mal wieder zu kritisch, aber was ist daran neu?

Die Zusammenarbeit von Experten über Grenzen hinweg, seien es geographische, professionelle oder organisatorische, hat schon immer zu besseren Ergebnissen geführt als wenn jeder alleine „vor sich hin bastelt“.

Was mich irritiert, ist das ich der genannten Auflistung verschiedener Grenzen das Kriterium „kaufmännische Grenzen“ einfach nicht hinzufügen kann. Wir drücken uns vor dem eigentlichen (Miss-)Erfolgsfaktor weshalb sich die oben prophezeiten grenzüberschreitenden Verbesserungen in der Vergangenheit selten eingestellt haben.

Sprechen wir es offen aus. Das Primat der Ökonomie steht über allen gemeinschaftlichen Aktivitäten die in der Keynote angesprochen wurden. Rein aus caritativen Gesichtspunkten betreibt kein Unternehmen sein Geschäft. Das ist betriebswirtschaftlich auch richtig. Wenn wir aber wirklich das vorgestellte Konzept des Value Webs erreichen wollen, müssen wir eine Antwort auf die Frage finden wie Individuen die mit unserem Unternehmen nicht direkt in Verbindung stehen motiviert werden können zusammenzuarbeiten? Auf diese Frage habe ich auch noch keine abschließende Antwort. Erste Ideen schon, Antworten leider noch nicht.

Mit Blick auf BPM bin ich aber fest davon überzeugt, dass dieses Motiv deutlich stärker sein muss als die Möglichkeit:

-       meiner Bank die Kundenbetreuung durch Self-Service gestütztes Internetbanking abzunehmen

-       meine Pakete bei einer Packstation abzuholen

-       sämtliche Finanzgeschäfte selber im Internet auswählen zu müssen

-       und das schlimmste, mit Telefoncomputern bei Dienstleistern zu diskutieren.

 Die Analyse von Kris Gopalakrishnan ist korrekt, seine Schlussfolgerung den Herausforderungen primär mit Technologie zu begegnen ist aus meiner Sicht der zweite Schritt vor dem Ersten. Lassen Sie uns zunächst das „kaufmännische“ Problem lösen bevor wir die anderen angehen.

Eine fertige Lösung habe ich auch noch nicht, aber nach einer suchen werde ich zuerst an dieser Stelle.

Larry Ellison stellte in seiner Keynote primär neue Oracle Technologien vor. Oracle Exadata Two als weitere Datenbankmaschine, ein neues Support System (My Oracle Support) welches im Stil von Google Analytics Informationen über die Konfigurationen unterschiedlicher Anwender im Kontext von Fehlern aufnehmen soll und die ersten Ergebnisse der Fusion Application Entwicklung.

Er zeigte die technologische Führungsrolle die Oracle einnehmen möchte. Alles in allem gute Technologien und Dienstleistungen, wirklich bewegen Neuigkeiten waren es aber nicht. Moors Gesetz etwas weiter gefasst scheint also noch etwas weiter zu gelten.

Eine Randnotiz für Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der einen kurzen Zwischenruf auf die Bedeutung von Technologie für die Lösung unserer Probleme gegeben hat. Auch richtig – aber ebenfalls nichts überraschendes.

In diesem Sinne – gute Nacht Deutschland

 

 

0 Responses to “Gopalakrishnan and Larry’s Keynote – Im Osten und Westen nichts Neues”


  1. No Comments

Leave a Reply