Was hat der EA, BPM und SOA Modellierung mit der Bundestagswahl gemeinsam?

Potential für Missverständnisse und das Leid des Business Analysten!

Aktuell führe ich eine interessante Diskussion. Kann man EA, BPM und SOA Inhalte in einem Modell einfach und in wenigen Schritten zusammenzubringen? Grundsätzlich weiß ich, dass dies erreichbar ist. Knackpunkt in meinen Gesprächen sind aber die Worte „einfach“ und „in wenigen Schritten“.

Zum Aufbau des EA Teils benötigt man Experten die sich mit der strukturierten Beschreibung von Infrastrukturen und Anwendungssystem auskennen. Die Ergebnisse dieser Gruppe sind meistens sehr geordnet und stringent. Auf der Seite des „fachlichen“ BPM sieht die Lage anders aus. Die Erfassung betrieblicher Abläufe ist schwieriger, handelt es sich bei diesen doch um mitunter umfangreiche und durch Ausnahmen und Sonderfälle geprägte Inhalte. Neben diesem Fakt kommt noch das unterschiedliche Verständnis der Semantik von Prozessinhalten hinzu.

Zuletzt tauchen dann noch die SOA Kollegen auf, die in der Regel eine tief technische (Integrations-)Sicht hinzufügen möchten.

Bei jeder dieser Gruppen weicht die Sichtweise mehr oder weniger stark voneinander ab. Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie sitzen in einem Meeting mit Teilnehmern aus dem Management, den Fachbereichen und der Informatik. Jede Seite trägt ihre Position vor, aber irgendwie haben Sie latent das Gefühl, dass die anderen den Sachverhalt doch noch nicht so ganz verstanden haben. Jedenfalls nicht so wie Sie.

Irgendwo zwischen Management, Fachbereichen und den Niederungen der Informatik bestehen erhebliche Kommunikationslücken, deren Schließung vom Business Analyst erwartet wird. Dabei muss es der „arme“ Mensch allen Interessengruppen recht machen. Das führt natürlich zwangsläufig zu zwei möglichen Konsequenzen:

Man spricht entweder offen über Probleme (Neudeutsch… Herausforderungen) und Einschränkungen oder versucht jeder Gruppe nur einen Ausschnitt darzustellen, der sie nach Möglichkeit in ihrem Umfeld zufrieden stellt. Beide Herangehensweisen haben ihre Gefahren, wie wir gestern Abend sehr schön im Wahlduell sehen konnten.

Als „Zuschauer“ oder „Kunde“ hat man ein ziemlich gutes Gefühl welche „Wahl“ am besten wäre und welche Lösung den Konsequenzen klar ins Gesicht schaut. Andererseits möchte man natürlich auch gerne in der “heilen Welt“ leben und von Problemen, Schwierigkeiten und Einschränkungen nichts hören. Im Ergebnis bleibt das „unscharfe“ Empfinden, dass man vielleicht etwas anderes “wählen” sollte weil es im Ganzen zu besseren Ergebnissen führt, man sich aber so recht dazu nicht durchringen kann. Dann bleibt man bei seiner Entscheidung und hofft insgeheim, dass es doch anders kommt. Für das persönliche (schlechte) Gewissen bleibt der Trost, an dieser Entscheidung ja nicht beteiligt gewesen zu sein.

Lassen Sie uns gemeinsam bei dem Entwurf von EA, BPM und SOA Lösungen diese Falle umgehen. Transparenz und ein offenes Wort sind hier das Erfolgskriterium und erleichtert im Übrigen dem Business Analysten das Leben.

In diesem Sinne eine gute Woche

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