Das Heft Nr. 40 der COMPUTERWOCHE vom 3. Oktober 2008 war übertitelt mit „Brandherd SOA – Anwender unterschätzen die Komplexität“. Als Mitglied des SOA-Expertenrats der Computerwoche ist mir natürlich sofort die Einseitigkeit dieser, als Teilaspekt sicherlich korrekten Feststellung aufgefallen.
Wir können „Brandherd SOA“ mit derselben Aktualität und Relevanz ebenso gut um den Ausspruch „Hersteller haben die Gesamtaufgabe methodisch nicht unter Kontrolle“ ergänzen. Die entscheidenden Gründe für die Probleme bei der Umsetzung Serivce-orientiertrer Architekturen in Kundenunternehmen liegen jedoch sehr viel tiefer.
Im Sommer 2004 veranstaltete ich zusammen mit Thomas Kühne und Hartmut Wedekind an der Technischen Universität Darmstadt sowohl für Informatiker(innen) als auch für Wirtschaftsinformatiker(innen) ein Seminar über die sprachlogischen Grundlagen der UML. Wedekind hielt dann im Wintersemester 2006/2007 – vom meinem Lehrstuhl Entwicklung von Anwendungssystemen aus – für denselben Adressatenkreis die Vorlesung „Critical Analysis of UML“. Dieser lag das umfassende Buch über den, alle Ebenen behandelnden Sprachumfang der UML von Hitz et al. in der 3., aktualisierten und überarbeiteten Auflage von 2005 zugrunde. Wer interessiert ist und Grundkenntnisse in formaler sowie klassischer Logik besitzt, kann sich das sehr klar und verständlich abgefasste Manuskript der Vorlesung noch heute von meiner Homepage (http://www.metainformationen.de) herunterladen.
Das Ergebnis der kritischen Analyse der UML kann man, wie schon zwei Jahre zuvor in dem Seminar mit Kühne und Wedekind, mit den Worten Wedekinds wie folgt zusammenfassen:
„The very question remains: Is UML 2 repairable to achieve a logic consistent UML 3 or do we have to take UML 2 as a heap of rubbel, on which we have to build a new UML? Qui vivra, verra! Take this for granted: In any case, UML 2 is not stable.“
Seither haben meine Mitarbeiter und ich in verschiedenen Arbeiten demonstriert, wie Logik-basierte Modellierung vor allem auf dem Gebiet der Ablauf- und Aufbauorganisation von Unternehmen aussehen und zu welchen Resultaten sie uns führen kann. Wir greifen dabei auf semantisch schwergewichtige Teil-Logiken wie Temporale Logik, Modallogik, Deontische Logik, Praktische Logik und Topologische Logik zurück und wählen für den zu modellierenden Gegenstand einen Ereignis-orientierten Ansatz. Auch hierüber können dem interessierten Leser dieses Blogs – wo Bedarf besteht – Unterlagen zur Verfügung gestellt werden.
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