Business Intelligence trifft auf SOA

Business Intelligence (BI) und Service-orientierte Architektur (SOA) gewinnen in den Chefetagen immer mehr an Bedeutung und zählen zu den vorrangigen strategischen Zielen der Chief Information Officers. Aber was treibt diese Entwicklung voran und wie können diese Technologien Unternehmen helfen, sich an Veränderungen ihres Geschäftsumfelds schneller anzupassen?

Flexibilität und Transparenz sind ausschlaggebende Faktoren für den Geschäftserfolg. Firmen brauchen Einblick in ihre Geschäftsabläufe, um zu verstehen, welche Änderungen in ihren Geschäftsprozessen erforderlich sind, und sie müssen flexibel sein, um schnell entscheiden und reagieren zu können.

Viele Unternehmen sind überzeugt, dass SOA wichtig für BI ist und planen, BI-Services in der nächsten Zeit in allen Geschäftsbereichen zu implementieren. Tatsächlich glauben viele, dass SOA zu einem gewissen Grad für BI von Bedeutung sei und die meisten gehen davon aus, dass alle Geschäftsbereiche von BI-Services profitieren können.

Es ist an der Zeit, den geschäftlichen Nutzen von BI und SOA nicht nur zu erkennen, sondern auch den Synergieeffekt zwischen den beiden Ansätzen zu verstehen und sie als Schlüsselkomponenten moderner IT-Architekturen zu begreifen. Daher ist es für Unternehmen von wesentlicher Bedeutung, sowohl eine BI- als auch eine SOA-Strategie zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass jede Strategie eine zentrale Komponente der anderen ist. Dies ermöglicht die schnelle Anpassung von Geschäftsprozessen an plötzliche Veränderungen des Marktes und stellt gleichzeitig sicher, dass die Kundenanforderungen erfüllt werden.

Wie kommen BI und SOA in die Chefetagen?

Was also erwarten Geschäftsführer und Vorstände von der IT und was sind ihre Prioritäten? Zentrale Ziele sind dabei, Einblick in Geschäftsprozesse zu vermitteln, Wachstum und Wandel zu unterstützen, die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Vorgaben zu gewährleisten sowie Risiken zu minimieren. Dazu benötigen die Entscheidungsträger schnellen Zugang zu hochwertigen und verlässlichen Informationen über die operative und finanzielle Leistungsfähigkeit ihrer Unternehmen.

Unternehmen müssen in der Lage sein, sich auf Veränderungen einzustellen – zum Beispiel nach einer Übernahme oder bei schnellem Wachstum – und dazu brauchen sie die richtigen IT-Systeme. Geschäftsprozesse müssen sich schnell und effizient integrieren und ändern lassen, wobei die IT-Architektur flexibel bleiben muss. Wie schnell sich Geschäftsprozesse anpassen lassen, hat einen direkten Einfluss darauf, wie effizient neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht werden können.

Der Einsatz der richtigen BI-Infrastruktur spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Einhaltung interner Richtlinien und gesetzlicher Bestimmungen. Dieses Anliegen haben sowohl Führungskräfte, die Risiken besser verwalten möchten, als auch Finanzmanager, die für die Konformität mit gesetzlichen Vorgaben verantwortlich sind, und IT-Leiter, die gleichzeitig Projektanforderungen aus den Bereichen Governance, Risikokontrolle und Compliance managen müssen.

Um all diesen Zielen gerecht zu werden, brauchen Unternehmen eine Technologie, die Geschäftsdaten allen Unternehmensbereichen umfassend zugänglich macht. BI liefert die Erkenntnisse, die man braucht, um zu entscheiden, welche Veränderungen an den Geschäftsprozessen vorgenommen werden müssen. SOA versetzt die Firmen dann in die Lage, ihre Abläufe anzupassen, den Wert der bestehenden Systeme und IT-Infrastruktur zu maximieren sowie die Komplexität und die Kosten zu reduzieren. Für eine “Best-of-Breed”-Lösung beider Welten muss man jedoch BI und SOA miteinander kombinieren.

Die Vorteile erkennen

BI ist nicht mehr nur ein Analysewerkzeug für Spezialisten oder eine Möglichkeit, um Berichte aus historischen Informationen zu generieren, sondern entwickelt sich immer mehr zu einem nahtlos integrierten Bestandteil von Geschäftsprozessen. Durch diese tiefere Integration ermöglicht BI schließlich die effizientere Nutzung von Prozessen über alle Abteilungen hinweg. Eine integrierte BI- und SOA-Strategie hilft Unternehmen, den Geschäftswert ihrer Technologien zu optimieren.

SOA ermöglicht Unternehmen zwar flexible Geschäftsprozesse und die schnelle Anpassung an veränderte Marktbedingungen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Kenntnis der Auswirkungen, die diese Prozesse auf die geschäftliche Leistungsfähigkeit haben. Deshalb brauchen Unternehmen ein BI-System, das einen vollständigen, einheitlichen und funktionsübergreifenden Überblick über alle Geschäftsdaten liefert. Die Kenntnis dieser Daten ist immer Grundlage guter Entscheidungen, egal ob sie Kunden, Lieferanten oder interne Abläufe betreffen.

Fokus Integration

Für Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse optimieren möchten, ist die Integration von BI in die Geschäftsabläufe eines der Hauptziele. Dazu muss BPM-Software (Business Process Management) in die bestehenden Anwendungen und Systeme integriert werden. Diese Herausforderung hat zusammen mit den Anforderungen an die Verwaltung komplexer heterogener Softwareumgebungen zu einer deutlichen Steigerung des Einsatzes von SOA geführt.
Bei der Integration von BI und SOA muss mit großer Sorgfalt vorgegangen werden, um sicher zu stellen, dass bei geschäftskritischen Prozessen eine angemessene Servicequalität gewährleistet wird und die Daten den entsprechenden Zuverlässigkeitsgrad aufweisen. Zudem muss die Geschäftsprozessarchitektur leicht anzupassen und zu pflegen sein.

Überblick und Transparenz

Was können integrierte BI- und SOA-Lösungen in Unternehmen bewirken? Zum Einen können Firmen damit Geschäftsaktivitäten in Echtzeit verfolgen, die Bedeutung dieser Prozesse für die Unternehmens-Performance verstehen sowie erkennen, welche Änderungen innerhalb der Geschäftsabläufe erforderlich sind. Zum Anderen haben die Anwender auf Grund der Informationen, die sie über Dashboards, Berichte und Warnmeldungen erhalten, die Möglichkeit, entsprechend zu reagieren. Wenn zum Beispiel die Warnung eingeht, dass ein Produkt nicht fristgerecht geliefert wird, können die bestehenden Abläufe geändert werden, um dieses Problem zu beheben.

Fazit

Genaue Kenntnis der Geschäftsabläufe in allen Bereichen ist überlebenswichtig für jedes Unternehmen. Nur so können die Verantwortlichen erkennen, welche Änderungen in Geschäftsabläufen vorgenommen werden müssen. SOA versetzt sie dann in die Lage, auf solche Veränderungen zu reagieren. Wenn in der SOA erst einmal die relevanten Daten hinterlegt sind, können sich Unternehmen schneller als je zuvor auf Veränderungen einstellen. Der Synergieeffekt zwischen BI und SOA ist nicht zu verleugnen. Es liegt in der Hand der Unternehmen, sich diese Vorteile zunutze zu machen.

1 Response to “Business Intelligence trifft auf SOA”


  1. 1 Marc Peters

    Herr Stapf,

    Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie schreiben, dass eine genaue Kenntnis bzw. Überwachung der Geschäftsprozesse und einzelner Geschäftsvorgänge von zentraler Bedeutung für ein Unternehmen ist. Man benötigt ein klares, aktuelles, auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmtes Bild der Situation um bessere (schnellere, qualifiziertere, auf einer idealen Datenbasis, …) Entscheidungen zu treffen.

    Dennoch kommen mir spontan noch ein paar Fragen zu Ihren Ausführungen:
    - Wo sehen Sie nach Ihrer Beschreibung die Abgrenzung zwischen BI und BAM?
    - Sprechen sie von einem klassischen BI Ansatz oder eher einem ‘operational BI’ Vorgehen
    - Was meinen Sie damit, wenn Sie schreiben ‘Wenn in der SOA erst einmal die relevanten Daten hinterlegt sind, können sich Unternehmen schneller als je zuvor auf Veränderungen einstellen.’?
    - Ich würde mich freuen, wenn Sie die Synergieeffekte, die Sie zwischen SOA und BI sehen noch etwas erläutern würden.

    Interessant zu diesem Thema ist ggf. auch meine Präsentation bei der 5. Expertenrunde zu BPM/BAM/CEP/SOA/EDA des CITT vom 26. Juni 2007 –> http://www.citt-online.com/downloads/exp5/Architectural%20Perspective%20on%20future%20Dashboards%20in%20a%20SOA%20and%20EDA_20070626_shown.pdf

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