Keine Frage – Prozessorientierung und damit BPM sind auf dem Vormarsch. Wie kann man am besten aus den Erfahrungen von BPM-Pionieren lernen? „Best Practices“ stellen ein beliebtes Instrument dar, um bereits gemachte Erfahrungen für die Zukunft nutzbringend anzuwenden. Solche Best Practices fangen bereits in der Planungsphase an.
Planung ist zwar für jedes Projekt wichtig, aber BPM-Projekte brauchen einen sehr viel flexibleren Planungsansatz als „normale“ Projekte, da sich Geschäftsprozesse über den Lebenszyklus hinweg häufig ändern können. Die zugrundeliegenden Technologien sollten diese Flexibilität zulassen, daher sollte man nicht versuchen, Prozesse hardkodiert in Form von Programmcode zu unterstützen. Ein guter Plan gibt dabei vor, wer was ändern darf, und welche Änderungen wann aktiviert werden sollen.
Flexibilität ist nicht nur in der Planung wichtig, sondern auch das Stichwort für die gesamte Unternehmenskultur. BPM ist anders, und es erfordert neue Denkweisen und Ansätze. Es sind Mitarbeiter gefragt, die einen kompletten Geschäftsprozess von Anfang bis Ende durchschauen und Wertschöpfungen erkennen können. Eine Kultur, in der Ideen und kreative Ansätze belohnt und gefördert werden, ist auch förderlich für BPM. Werden hingegen BPM Projekte als Rechtfertigung für Entlassungen angeführt, ist das für den Aufbau einer solchen Kultur schädlich. Ziel ist es, intelligentes, schnelleres, konsistentes Arbeiten zu erreichen. Kreative Mitarbeiter sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.
Doch bei aller Liebe zum Prozess und den zugehörigen Planungsdetails sollte das ultimative Ziel nicht aus den Augen verloren werden: Der Nutzen für den Kunden. Letztendlich zielt BPM darauf ab, das gesamte Geschäft so zu sehen, wie der Kunde es sieht: als eine Reihe von zusammengehörigen Prozessen, die einen Kundenauftrag in eine Lieferung in Form eines Wirtschaftsguts oder einer Dienstleistung transformieren. Dem Kunden ist es dabei egal, wie es gemacht wird. Zum Schluss kommt es nur darauf an, ob Kunden einen Mehrwert erzielt haben. Das kann aber dazu führen, dass die Grenzen interner Zuständigkeiten neu definiert werden müssen.
Zurück zu Best Practices: Das erste BPM Projekt sollte sich im überschaubaren Rahmen befinden. Es gilt zwischen Risiko und Nutzen, Learning-by-doing und dem Appetit auf Veränderungen abzuwägen. Andererseits darf ein Projekt auch nicht zu klein sein, um einen messbaren Erfolg zeigen zu können. Messbarkeit bleibt gerade im BPM-Umfeld ein wichtiges Entscheidungskriterium und schafft Transparenz darüber, ob das Projekt erfolgreich läuft oder nicht.
Da Prozesse von der Zusammenarbeit im Unternehmen leben, ist es ebenfalls sinnvoll, verschiedene Verantwortliche mit den einzelnen BPM-Projekten zu beauftragen. In einem solchen Fall versteht jeder, dass man das BPM-Projekt des Kollegen am besten richtig unterstützt. Schließlich wird man dessen Hilfe bei dem eigenen Projekt ebenfalls benötigen. Das sorgt für die nötige Kollaboration.
Bei all den Änderungen, die sich durch BPM für ein Unternehmen ergeben, ist es schließlich nicht ratsam, alles alleine lösen zu wollen. Das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden. Unabhängige Berater oder der Professional Service von Anbietern sind gute Informationsquellen, die im Ernstfall jederzeit angezapft werden können.
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