Wohin entwickelt sich Business Process Management 2008? Im vorhergehenden Blog „Experten streiten über SOA und Prozessmanagement“ wurde deutlich, dass im SOA Umfeld unterschiedliche Sichtweisen bestehen was Realität ist oder werden kann. In meinem Kommentar habe ich davon gesprochen, dass heute noch methodische, technische und organisatorische Fragestellungen offen sind. Diese möchte ich kurz im angehangenen Dokument für Interessierte etwas genauer darlegen (Quo vadis BPM – eine Prognose für 2008). Generell gehe ich davon aus, dass das Thema BPM im Jahr 2008 von zwei wesentlichen Fragestellungen getrieben wird:
- Gelingt es einen vereinigten Standard im BPM Bereich zu schaffen, der sowohl betriebswirtschaftliche wie technische Beschreibungen enthält?
- Wird dieser Standard von den Herstellern in einer Form implementiert, die einen wirklichen Austausch der modellierten Inhalte ermöglicht?
Ich sehe für 2008 noch keinen allgemeinverbindlichen BPM-Standard der sowohl methodische, technologische und organisatorische Fragestellungen abschließend behandelt, obwohl am Horizont vereinzelte Ansätze erkennbar sind. Die endgültige Ausarbeitung wird noch Zeit in Anspruch nehmen. Vor 2010 wird diese Frage nicht beantwortet werden, vielmehr ist zunächst mit weiteren proprietären Ansätzen der Hersteller zu rechenen. Auch werden die Hersteller 2008 nicht davon abweichen, individuellen Lösungen innerhalb der Werkzeuge den Vorzug vor offenen Standards zu geben. Profitieren werden dadurch Anbieter von Lösungen zur Überbrückung der methodischen und technischen Unterschiede zwischen den BPM-Werkzeugen, denen ich für 2008 sehr gute Wachstumsperspektiven voraussage.
Wie kann man als Anwender auf diese Situation reagieren?
Am besten ist es, seine BPM-Arbeiten methodisch und technologisch soweit wie möglich an den bestehenden Standards auszurichten. Auch wenn dort noch nicht alle wichtigen Einsatzfelder abgedeckt sind, bilden sie dennoch die Basis für einen zukünftigen „Gesamtstandard“ im BPM und sind damit die sicherste Wahl. Wenn sie planen in 2008 ein BPM System einzukaufen machen sie aber auf jeden Fall immer eins: stellen sie möglichen Lieferanten einer BPM-Lösung die Frage, wie die fachliche Austauschfähigkeit mit Werkzeugen der Konkurrenz gewährleistet wird. Dies ist in einem unternehmensübergreifenden Einsatzszenario, wie es heute nahezu alle Unternehmen haben, eine der Kernfähigkeiten eines BPM-Systems. Legen Sie bereits vor der BPM-Einführung fest, welche Austauschwege sie benötigen und lassen sie sich die Möglichkeiten in einem rein fachlichen BPM-Kontext mit ihren Daten demonstrieren. D.h, mit echten Daten aus ihrem Unternehmen passend zu den in ihrem Umfeld genutzten Anwendungen! Wer diesen Punkt vernachlässigt wird 2008 mit BPM nicht weit kommen.
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