Auch wenn überall über SOA gesprochen, geschrieben und vorgetragen wird, so hat sich bis heute noch keine klare Definition von SOA etabliert. Diese allgemeine Verwirrung herrscht nicht nur bei den Anbietern, sondern auch bei den (zukünftigen) Anwendern. Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe zu Beginn jeder SOA-Initiative, zunächst das eigene Verständnis von SOA zu klären und die Ziele, die durch die SOA Initiative erreicht werden sollen, zu klären.
Damit SOA Anwender diese Diskussionen nicht immer neu beginnen müssen, gibt es inzwischen eine Reihe von Bemühungen das SOA Grundvokabular zu standardisieren. So hat die BITKOM vor einigen Tagen das SOA Know-How Projekt ins Leben gerufen. Auf der zugehörigen Internetseite wird eine umfangreiche Sammlung von Referenzprojekten aber auch einem SOA Leitfaden aufgebaut. Diese Informationen können Anwender nutzen, um ihre eigene SOA Initiative zu beschleunigen. Eine weitere sehr wichtige Sammlung von SOA Expertenwissen ist das OASIS SOA Referenzmodell.
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Die Wiederverwendbarkeit von Services ist einer der zentralen Vorteile, die serviceorientierte Architekturen (SOA) versprechen. Nicht nur sollen dadurch bereits getätigte Investitionen in anderen Projekten genutzt werden. Es geht auch darum, Doppelentwicklungen zu vermeiden – all dies mit dem Ziel, die IT Kosten für Unternehmen deutlich zu senken.
Von einem rein technologischen Standpunkt aus betrachtet, birgt die Webservice-Technologie sicherlich die Möglichkeit, Services in unterschiedlichen Szenarien wiederzuverwenden. Wie jedoch stellt sich das in einem betriebswirtschaftlichen oder semantischen Zusammenhang dar?
Continue reading ‘Wiederverwendbarkeit von Services – worauf es ankommt’
Der US-amerikanische Verlag Wiley hat sein Programm “For Dummies” um das Thema Business-Process-Management erweitert. Das von der Software AG gesponserte 78-seitige Werk “BPM Basics for Dummies” ist kostenlos als PDF erhältlich. Eine deutsche Version soll folgen. Obwohl auch die drei Autoren Garimella, Lees und Williams auf der Gehaltsliste der Software AG stehen, eignet sich das Buch als Einstieg in das Thema. Der BPM-Experte Thomas Allweyer hat auf seinem Blog “Kurze Prozesse” eine ausführliche Rezension veröffentlicht und kommt zu einer positiven Einschätzung.
Die aktuelle Diskussion um die Verzahnung von BPM und SOA erinnert mich an das Modell des Schweinezyklus, das ich während meines Studiums der Wirtschaftsinformatik verinnerlichen durfte:
Dem Modell zufolge findet die Preisbildung für Schweine als Wechselspiel zwischen übermäßigen Investitionen (steigendes Angebot, das zu fallenden Preisen führt) und übermäßigen Desinvestitionen (sinkende Produktionskapazitäten, die zu steigender Nachfrage führen) statt. Da sich die Angebots- und Nachfrageseite durch Versuch und Irrtum einander nähern und am Ende ein Preis zustande kommt, der keine Erwartungen mehr enttäuscht, gleicht der Zyklus einem Pendel, das immer schwächer ausschlägt und irgendwann zur Ruhe kommt.
Continue reading ‘BPM, SOA und der Schweinezyklus’
Die Vision klingt so wunderbar durchgängig und einfach: Wir betreiben eine saubere Geschäftsprozessanalyse – Top-down, mit der BPMN und natürlich ausgeführt von Business-Experten, die keinerlei IT-Kenntnisse brauchen. Es entsteht ein widerspruchsfreies Modell der tatsächlichen Unternehmensprozesse, so formalisiert beschrieben, dass wir daraus über einen einfachen Export BPEL generieren können. Das werfen einer Engine zur Ausführung vor, und diese orchestriert unsere ebenfalls vorhandenen – oder geschwind neu implementierten – Services so, dass nun alles automatisch läuft.Das ist natürlich völliger Unsinn, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Continue reading ‘Wenn die Welt so einfach wäre … oder auch: Der Traum von der BPM-SOA-Integration’