Lawrence Ellison hat ein Ziel: Wachstum. Dafür geht er Risiken ein, die viele seiner Konkurrenten scheuen. Angesichts der langen Liste zugekaufter Softwareanbieter scheint die Gier keine Grenzen zu kennen. Dass ihm so mancher Branchenbeobachter Größenwahn attestiert, hat den selbstbewussten Manager noch nie gestört. Auf den ersten Blick liegen die Motive hinter der milliardenschweren Offerte für Bea Systems deshalb auf der Hand. Der für seine Infrastruktursoftware oft gelobte Hersteller brächte Oracle jede Menge hochkarätige Kunden und eine stärkere Position, um die eigenen Produkte zu vermarkten. Das gilt auch für Infrastruktur-Komponenten, die Oracle als Teil seiner SOA Suite feilbietet.
Doch das Übernahmeangebot hat noch eine andere Dimension. Oracle will sich langfristig als ein führender Middleware-Anbieter etablieren. Zugleich gilt es, die zahlreichen Herausforderer aus dem Open-Source-Lager in Schach zu halten, die Ellison schon im Kernmarkt der Datenbanken ärgern. In diesem Segment entwickelt sich MySQL neben den kommerziellen Erzrivalen Microsoft und IBM zu einem ernsthaften Konkurrenten. Niemand wunderte sich deshalb, als Oracle Interesse an dem Datenbankanbieter zeigte.
Im Middleware-Markt ergibt sich eine ähnliche Konstellation: Oracle konkurriert einerseits mit den kommerziellen Plattformanbietern, allen voran IBM, Bea und Sun Microsystems. Andererseits hat sich mit JBoss erneut eine Open-Source-Company in eine aussichtsreiche Position gebracht. Schon früh gab es Gerüchte, Oracle wolle JBoss übernehmen. Nachdem Red Hat den Middleware-Anbieter geschluckt hatte, stand der Linux-Distributor angeblich selbst auf Ellisons Einkaufsliste. JBoss ist zudem längst nicht die einzige Softwareschmiede aus der Open-Source-Community, die sich mit Middleware beschäftigt. Mit Iona, MuleSource oder auch der Post-Ausgründung Sopera basteln noch andere erfahrene Entwickler an Lösungen, die für IT-Verantwortliche eine Alternative sein könnten.
Vor diesem Hintergrund ergeben sich für Oracle zwei strategische Optionen: die Open-Source-Herausforderer aufzukaufen und sie damit aus dem Weg zu räumen oder die eigene kommerzielle Position zu stärken. Ellison hat sich augenscheinlich für letztere Variante entschieden. Mit Bea würde er einen starken kommerziellen Rivalen eliminieren und gleichzeitig den Abstand zum Marktführer IBM verringern: Nach Gartner-Erhebungen hielt Big Blue im vergangenen Jahr einen Anteil von 32 Prozent im Middleware-Markt, gefolgt von Bea mit zehn und Oracle mit neun Prozent. Der Kauf von Bea Systems würde die Ellison-Company auf Rang zwei katapultieren.


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Ich kann den evtl Zukauf von BEA insofern verstehen, daß Oracle eine verlässliche Plattform haben möchte und dieses bietet der Weblogic server wesentlich mehr als der Oracle Application Server . Wie die beiden SOA Philosphien von Aqualogic und Fusion zu verheiraten sind, werden wir wohl noch sehen. Dass Oracle mit Fusion ein paar Probleme mehr hat, als sie gerne zugeben, ist auch ein offenes Geheimnis.
Spannend wird es ob sich die JBI Philophie von Oracle , entgegen der SCA und JCA Philosophie durchsetzt. BEA war ja strikt gegen JBI, Oracle ist ein grosser Verfechter .
Gruß,
Iris Peters
Der Hersteller von Application Server und Middleware-Komponenten, BEA Systems, hat von Oracle ein Übernahmeangebot bekommen. BEA war einst einer der Marktführer im Application Server Bereich, hat jedoch in letzter Zeit sehr an Schwung verloren. Vielleicht auch desshalb, weil mit SOA und den Ansprüchen der Kunden an Integrationskomponenten hohe Investitionen in AquaLogik und WebLogik notwendig gewesen wären, um mit IBM WebSphere und Oracle Fusion Middleware mitzuhalten. BEA hat aufgrund ihrer langen Präsenz auf dem Markt eine sehr grosse Kundenbasis. Diese Kunden würden eine Integration von BEA in die Oracle Produktfamilie profitieren. Es ist davon auszugehen, dass die Standardprodukte PeopleSoft, JDEdwards, Siebel und auch die E-Business Suite als Servicekomponenten mit vorgefertigten Geschäftsprozessen in BPEL auf den Markt kommen werden. Hat nun ein Kunde bereits BEA im Einsatz, so wird eine Integration dieser Komponenten zu einen funktionierenden Ganzen sicher sehr viel Einfacher, wenn die BEA Produkte Teil der Oracle Fusion Middleware Produktfamilie werden.
Hallo Herr Liebhart,
leider haben Sie hier Artikel an den Tag geschrieben,, an den Oracle Ihr Angebot an BEA zurückgezogen hat
Oracle Fusion istr für mich im Moment noch kein Produkt sondern Paperware.
Aqualogic ist jedoch schon ein Produkt und hat eine gewisse Reife.
MfG,
Iris peters
Hallo Frau Peters,
Oracle Fusion setzt komplett auf SCA und wurde im Kern mit Spring implementiert. Heute ist AquaLogik besser (abgesehen von den Altlasten) und morgen WebSphere und dann mit der näschten Version wieder Fusion.
Ich persönlich schaue lieber wie ich innovativ die Hersteller und mein aktuelles Projekt zum Erforg bringe, ohne die ewigen Emotionen was nun heute oder morgen besser ist.
Da AquaLogik ja auch nur ein Paperwork ist und sie ebenfalss mit Altlaten zu kämpfen haben,
Hallo herr Franz,
von Aqualogic gibt es schon ein paar Implementierungn, auch wenn sich diese noch im Rahmen halten. Innovation hin und her - aber man muß Innovationen auch erst mal im Produkt unterbringen, welches deployable und konfigurierbar ist und zudem eine sichere Applikationsplattform hat. Das ist bei den meisten Kunden bei weitem wichtiger als nur immer state-of-the-art und innovativ zu sein .
MfG,
Iris Peters