Geht es um Service-orientierte Architekturen, stehen die Open-Source-Protagonisten vor dem gleichen Problem wie kommerzielle Softwarehersteller: Große Referenzinstallationen wie die der Credit Suisse sind nach wie vor selten. Das Angebot an quelloffenen Infrastrukturkomponenten zum Aufbau einer SOA wächst kontinuierlich. Erst vergangene Woche etwa gab Red Hat den Enterprise Service Bus JBoss ESB 4.2 frei. Noch vor Jahresfrist plant der Linux-Distribuor eine komplette Suite auf Basis der zugekauften Middleware von JBoss. An ESB-Produkten aus der Community herrscht ohnehin kein Mangel, wie die Beispiele WS02 ESB, Mule oder FUSE ESB zeigen. Mit der Deutschen Post übergab ein SOA-Anwender der erste Stunde sein eigenentwickeltes SOA Framework der Open-Source-Community. Die potenziellen Vorteile einer Open-Source-Strategie klingen einleuchtend: Herstellerunabhängigkeit, geringere Kosten und mehr Flexibilität gehören zu den am meisten genannten. In der Praxis aber scheinen diese Argumente nicht anzukommen.
Kaum ein größeres Unternehmen berichtet von einem breit angelegten SOA-Konzept auf der Basis von quelloffenen Produkten. Auch von den Implementierungspartnern, sprich IT-Dienstleistern, ist diesbezüglich wenig zu hören. Beim Kampf um SOA-Kunden treffe er auf Plattformanbieter wie Bea, IBM oder Tibco, berichtet etwa Peter Kürpick, Vorstandsmitglied der Software AG. Open-Source-Projekte spielten für die Unternehmen keine Rolle.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie relevant die (vermeintlichen) Vorzüge eines quelloffenen SOA-Stacks für IT-Verantwortliche wirklich sind. Kann man von Unabhängigkeit sprechen, wenn ein Unternehmen für eine quelloffene Plattform einen langfristigen Wartungs- und Supportvertrag mit Red Hat/JBoss oder einem anderen Open-Source-Dienstleister abschließt? Gibt es nennenswerte Einsparungen durch Open Source, wenn die Lizenzkosten in einem SOA-Projekt nur einen Bruchteil der Gesamtkosten ausmachen? Und warum sollte eine quelloffene Plattform flexibler sein, wenn doch – wie zumindest von den Herstellern propagiert – auch alle kommerziellen Komponenten auf akzeptierten Standards basieren und sich beliebig kombinieren lassen?
Hallo!
Folgende Punkt:
- Ein ESB nicht zwangslaeufig Teil von SOA sein.
- Selbst in kommerziellen Produkten geht es auch ohne Open Source support heute nicht mehr.
- Man trift in sehr viele Konzernen Open Source ESB (zB eMule) an, leider ist doch noch so, dass dies nicht gerne in die Oeffentlichkeit geht. Mir wuerden hier sofort 3 Fortune 500 einfallen!
- Kommerzielle ESB Produkte haben die gleiche Entwicklungsstufe wie OpenSource ESBs, nur hat die Architektur von Open Source ESBs einige Vorteile
Mit freundlichen Gruesse!
Axel Winter
Die meisten Open Source Produkte werden nicht für strategische Projekte bei Großunternehmen genutzt. Das sehe ich speziell auch im europäischen Markt. Bei vielen der großen Unternehmen, die überhaupt Open Source ESBs einsetzen, sind es Randprojekte oder ein AddOn zum eigentlichen SOA oder EAI Produkt. Oder es wird ( wie bei Adidas in den USA , wo im Mutterland Deutschland ein ganz anderes SOA Tool genommen wird) nur für eine Landesvertretung genommen. Die strategischen Projekte gehen aber meistens in die Öffentlichkeit.
MfG,
Iris Peters