Die Ermittlung eines Return-of-Investment (ROI)-Wertes für SOA-Projekte ist in der Tat alles andere als einfach. Neben einer in der Regel nur auf Spekulationen ausgelegten Nutzwertbetrachtung auf der Ebene der Geschäftsprozesse ist ferner auch eine eindeutige Zuordnung von Kosten dadurch erschwert, dass die in SOA-Projekten eingesetzten Integrationstechnologien fast immer multifunktional ausgerichtet sind. Im Klartext bedeutet dies, dass SOA-Technologien – wie z.B. auch klassische Middleware-Technologien – immer mehreren Zwecken dienen, und deren zuordenbare Kosten demnach nicht nur auf das entsprechend betrachtete SOA-Projekt beschränkt sind. Gerade im Zusammenhang mit der Ermittlung von Betriebs- und Wartungskosten wird diese Problematik zu einem Dilemma für die Aufstellung einer objektiven und korrekten ROI-Betrachtung.
Doch wie können diese Herausforderungen bewältigt werden?
Der potentielle SOA-Wertbeitrag umfasst sowohl die Nutzen- als auch die Kostenseite:
NUTZEN: Steigerung der Veränderungsfähigkeit und der Agilität
- Verbesserte Reaktionsgeschwindigkeit in Bezug auf Veränderungen
- Verbesserte Dienstleistungserbringung
KOSTEN: Wiederverwendung und „Sharing“
- Verminderung der Kosten durch Effizienz- und Skaleneffekte
- Höhere Performanz durch verbesserte Konsistenz und Visibilität
Da – wie oben bereits ausgeführt – eine direkte Zuordnung des auf Steigerung der Effektivität bezogenen SOA-Nutzens äusserst schwierig ist, empfiehlt Gartner diesen ROI-Aspekt erst vollständig im Rahmen einer Projektnachbetrachtung durchzuführen. Hier sollten ausgewählte Performanz-Indikatoren, wie z.B. „Time-to-Market“ oder „Umsatz“, vor Projektbeginn gemessen werden und dann nach Abschluss des Projektes einer vergleichenden Nachbetrachtung unterzogen werden.
Anders gestaltet sich die Betrachtung in Bezug auf mögliche, kostenrelevante Produktivitätsvorteile, die mit SOA-Projekten verbunden sind: hier können bereits vor Projektbeginn ganz konkrete Effizienzpotentiale in den Bereichen Anwendungsentwicklung und Anwendungsintegration geschätzt werden. Eine mögliche Reduzierung der Kosten ist in diesen Bereichen an Einsparungen durch Wiederverwendung von Applikationskomponenten und vor allem Schnittstellen gekoppelt. Hier können die zukünftigen Gesamtaufwendungen für die Entwicklung und Wartung von Anwendungen durch systematische SOA-Integration um 25-40% gesenkt werden (Basis: vorläufige empirische Untersuchungen). Dabei gilt die Regel: je höher die Schnittstellenkomplexität, je höher das Einsparungspotential.
Abschliessende Einschränkung: potentielle SOA-Wertbeiträge sind zunächst immer relativ und abhängig von der Konsequenz der späteren Nutzung!
0 Responses to “Ansätze zur ROI-Messung für SOA-Projekte”
Leave a Reply