Die Begriffe SOA und EAM (Enterprise Architecture Management) werden in letzter Zeit häufig in einem Atemzug genutzt. Oft wird dabei indes nicht klar, wie sich das eine zum anderen verhält. Dabei ist eine Abgrenzung der Begrifflichkeiten aus der Erfahrung der Deutschen Post eigentlich leicht vorzunehmen: SOA ist eine Strategie – während EAM eine Disziplin des IT-Managements beschreibt. Das heißt also: Innerhalb von EAM ist SOA ein Werkzeug, um bestimmte Zielsetzungen zu erreichen. Gleichzeitig gilt: Über SOA hinaus kann EAM prinzipiell weitere Konzepte und Methoden nutzen. Dass in der Diskussion die Grenzen zwischen beiden Begrifflichkeiten zu verschwimmen scheinen, liegt an der Prominenz und dem Stellenwert von SOA. Um ein konsequentes Architekturmanagement durchzuführen, gibt es zu SOA derzeit schlicht keine Alternative.
Deutlich wird dies insbesondere, wenn man die Zielsetzungen von EAM betrachtet. Im Vordergrund steht dabei die Ausrichtung der IT auf die strategischen Zielsetzungen des Unternehmens; es geht um die Erzeugung von Flexibilität, Agilität und die Reduzierung von Kosten. Ein wirksames Architekturmanagement betrachtet dabei nicht nur die Ebene der IT sondern zusätzlich die Business-Architektur. Die Umsetzung von EAM erfordert in der Praxis zudem wirkungsvolle Transformationsansätze, mit denen Unternehmen den Weg von der Ist- zur Soll-Architektur beschreiten können.
Es ist mehr als augenfällig: Alle oben genannten Zielsetzungen von EAM könnten 1:1 aus einer Argumentation zu SOA entnommen sein. Dennoch ist EAM mehr als ein bloßes Rebranding bereits bestehender Konzepte. Denn langfristig eröffnet EAM Unternehmen Möglichkeiten, neue Methoden zu entwickeln, die über den Kontext von SOA hinausgehen. Bis dahin gilt indes: SOA kann man auch ohne EAM vorantreiben. Umgekehrt lässt sich aber ein sinnvolles Architekturmanagement derzeit nicht realisieren, ohne auf SOA zurückzugreifen.
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