Die Globalisierung ist ohne die Ausbreitung der Informationstechnologie nicht denkbar. Es gilt zu erkennen, wie schnelle, weltumspannende Verbreitung von Information und Wissen die unternehmerische Dynamik steigern können. Moderne Kommunikationstechniken wie E-Mail und neuere Collaboration-Werkzeuge binden auch Mitarbeiter, Partner und Kunden immer stärker in geschäftliche Abläufe der Unternehmen ein. Vor dem Hintergrund der globalen Wertschöpfungsnetze müssen klassische Geschäftsanwendungen ihren funktionalen Fokus erweitern: Waren Softwarelösungen bisher auf die Automatisierung von Transaktionen zwischen Maschinen oder IT-Systemen spezialisiert, so müssen sie sich im Zeitalter der Web-Plattformen zum Anwender hin öffnen und sich besser in übergreifende Geschäftsabläufe und Collaboration-Szenarien integrieren.
Dank serviceorientierter Architekturen (SOA) sind die allgemeinen Bestrebungen hin zu besser integrierten, flexibleren IT-Systemen bereits weit gediehen. Die direkte Unterstützung betriebswirtschaftlicher Abläufe durch Software-Dienste, die wiederum Prozessketten im Sinne der Wertschöpfung durchlaufen, macht das Besondere des SOA-Konzeptes aus. SOA alleine reicht aber nicht aus, da dieses Modell auch Defizite aufweist, etwa bei der Datenintegration oder auf der Ebene der Benutzerinteraktion mit verschiedenen Endgeräten und Bedienkonzepten. Ebenso fehlen Konzepte zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation und Zusammenarbeit.
SOA ist nur der halbe Weg zu flexiblen Geschäftsanwendungen. Einen umfassenderen Ansatz für den Aufbau von durchgängigen End-to-End-Geschäftsvorgängen und dynamischen Geschäftsanwendungen versprechen die zu diskutierenden Composite Applications. Für klassische Architekturen, die von drei Schichten ausgehen, bedeutet dies: Komponenten auf der Präsentationsschicht (z.B. Portlets und WebParts), der Applikationsschicht (Webservices) und der Datenschicht (etwa OLAP-Cubes). Composite Applications nach dem 4-Schichten-Modell heben Themen der Modularisierung, Wiederverwendung und Serviceorientierung von der technischen Entwicklerebene auf die Ebene der fachlichen Anwender. Letztere erhalten die Möglichkeit, die Anwendungen innerhalb gewisser Grenzen entsprechend ihren Anforderungen zur Laufzeit dynamisch anzupassen. Grundvoraussetzung für die Implementierung dieser adaptiven Geschäftsanwendungen ist eine Technologie-Plattform, die auf allen Architekturebenen entsprechende Komponententypen bereitstellt, Container als Laufzeitumgebung für Komponenteninstanzen enthält und das Paradigma der Komposition und Serviceorientierung durchgängig unterstützt.
Derartige Anwendungen, die Nutzer bei der Verarbeitung von Geschäftsinformationen und der Durchführung von End-to-End Geschäftsvorgängen unterstützen, werden bei Microsoft als Office Business Applications (OBA) bezeichnet. Dass OBAs alles andere als graue Theorie sind, hat bereits im vergangenen Jahr das Beispiel Duet gezeigt: Gemeinsam mit SAP präsentierte Microsoft hier bereits eine Lösung, bei der Outlook als populäre Bedienoberfläche für verschiedene SAP Prozesse eingesetzt werden kann.


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