Bei Anwendern entsteht zuweilen der Eindruck, dass durch die Einführung von Service orientierten Architekturen (SOA) künftig praktisch keine eigene Software mehr entwickelt werden muss. „Ein einmal eingeführtes SOA-Framework mache das ‘Einklinken’ von neuen Modulen zum Kinderspiel. Zusätzliche Composite Applications oder -Services seien aus dem Internet beliebig verfügbar und die zusätzlichen Module verschiedener Anbieter ließen sich beliebig kombinieren“, sind beliebte Aussagen der Hersteller. Das ist natürlich mitnichten der Fall! Richtig ist vielmehr, dass zwar Frameworks als SOA-Basis von den großen IT-Anbietern häufig in einer Mischung von Produkt- und Dienstleistungen angeboten werden; trotzdem sind die Frameworks für das Gesamtangebot des jeweiligen Herstellers optimiert. Eine wirklich offene Architektur als solche wird nur schwerlich von einem Hersteller kaufbar sein. Das Architektur-Design und die „Architektur-Hoheit“ liegen in der ureigenen Verantwortung eines jeden Unternehmens beziehungsweise des CIOs.
Monthly Archive for Juni, 2007
Service-orientierte Architekturen bieten Unternehmen einen entscheidenden Mehrwert: die Möglichkeit, für jeden Geschäftsprozess einzeln zu entscheiden, wie und wo sich dieser bestmöglich abbilden lässt. Egal ob Standardsoftware, Individuallösung oder Open Source: SOA ermöglicht die tiefe, fachliche Integration verschiedenster Anwendungen bei maximaler Effizienz.
In jedem Unternehmen gibt es standardisierte Geschäftsprozesse, die sich hervorragend mit einem entsprechenden Standard-Produkt abbilden lassen. Die eigentliche Wertschöpfung wird aber in der Regel durch individuelle Prozesse erzielt, mit denen sich ein Unternehmen vom Wettbewerb unterscheidet. Werden solche Prozesse in Standard-Anwendungen gepresst, riskiert das Unternehmen den Verlust entscheidender Alleinstellungsmerkmale. Nicht zu vergessen sind die Anpassungs- und Wartungskosten, die umso höher ausfallen, je spezifischer die Unternehmensprozesse sind.
Zur Realisierung einer SOA-Plattform stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Open Source ist dabei eine interessante Alternative. Schließlich werden die zentralen Zielsetzungen einer SOA-Strategie durch eine Open Source-Plattform sehr gut unterstützt. Dazu gehören: Steigerung der Agilität, Reduzierung des Time to Market und Senkung der TCO (Total Cost of Ownership).
Herstellerübergreifende Standards zählen zu den wichtigsten Aspekten, wenn es um die Entwicklung und Implementierung einer serviceorientierten Architektur geht. Sie sorgen für die notwendige Interoperabilität und ermöglichen eine Best-Of-Breed-Strategie bei der Auswahl von SOA-Infrastruktur-Komponenten. Mit dem Einsatz von Standards sichern Unternehmen langfristige Planbarkeit und Investitionsschutz in dem sich schnell entwickelnden IT-Umfeld.
Ein genauer Blick auf die so wichtige Web Services-Technologie verschafft jedoch Ernüchterung. Denn manchmal helfen auch Standards nicht weiter: Mit SOAP (Simple Object Access Protocol) und REST (Representational State Transfer) existieren gleich zwei konkurrierende Entwürfe, die die Kommunikation von Services beschreiben. Und selbst innerhalb der einzelnen Entwürfe ist Interoperabilität noch längst nicht selbstverständlich.
Continue reading ‘SOA Standards und wie sie die Interoperabilität sichern’
Mehr als 70% der geschäftsrelevanten Daten und Anwendungen sind in sogenannten Legacy-Systemen implementiert, wobei als Legacy-System eine historisch gewachsene Anwendung bezeichnet wird, egal ob sie auf dem Mainframe oder auf anderen Systemen zum Einsatz kommt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nur ca. 30% der Daten und Anwendungen auf modernen Systemen basieren und ggf. den heutigen Anforderungen Rechnung tragen. Diese Anforderungen beziehen sich auf Wartungskosten, Anpassung an flexible Geschäftsmodelle und Prozesse, Integrationsfähigkeiten und Erweiterbarkeit. Es besteht ein riesiger Handlungsbedarf. Was sind die Lösungskonzepte?


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