Monthly Archive for April, 2007

SOA und Compliance

Compliance, also die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, gewinnt für Unternehmen immer stärker an Bedeutung. Finanzskandale wie Enron, Worldcom oder Parmalat haben die Gesetzgeber in vielen Ländern veranlasst, Auflagen und Kontrollen deutlich zu verschärfen. Für Unternehmen, die in den USA an der Börse gelistet sind, gilt bereits seit einigen Jahren der Sarbanes-Oxley Act (SOX). Für Unternehmen in Europa wird derzeit mit der 8. EU-Direktive die Umsetzung eines ähnlichen Regelwerkes vorbereitet.

Diese Richtlinien fordern beispielsweise die Einrichtung so genannter interner Kontrollsysteme („Internal Controls“) für die Authentifizierung und Autorisierung von Benutzern. Im Besonderen gilt dies für Mitarbeiter, die auf Finanzdaten für die Erstellung des Jahresabschlusses des Unternehmens zugreifen. Darüber hinaus sind neue Compliance-Regeln IT-seitig zu hinterlegen und deren Einhaltung zu überwachen.

Für IT-Verantwortliche stellt sich aktuell die Frage, ob eine SOA die Implementierung und spätere Pflege solcher gesetzlichen Auflagen erleichtern und beschleunigen kann. Schließlich verspricht SOA mehr Flexibilität und Agilität. Andererseits entsteht durch eine SOA zusätzlicher Aufwand, weil bei verteilten, lose gekoppelten Services Kontrollsysteme potenziell fragmentiert werden und damit schwerer zu verwalten sind.

Die zentralen Fragen dabei sind: Wie sollten Unternehmen weiter vorgehen und wie wird Compliance durch SOA erleichtert?

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Governance bleibt die größte Hürde für SOA

Unzureichende Governance-Mechanismen stehen einer erfolgreichen SOA-Einführung noch immer häufig im Weg. Zu diesem Schluss kommt das Marktforschungshaus Aberdeen Research in einer Studie, die der texanische Softwarehersteller iTKO mitfinanziert hat. Von den 950 weltweit befragten Unternehmen kämpfe fast die Hälfte mit Problemen, ihre SOA-Anwendungen in eine stabile Umgebung zu bringen, berichtet der Autor Peter Kastner. Die Hauptursache liege in der fehlenden Erfahrung mit derartigen Projekten; verschärft würden die Schwierigkeiten noch durch mangelhafte Werkzeuge, die die wachsende Zahl von Web-Services und anderen SOA-Artefakten automatisiert verwalten könnten.

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SOA als Grundlage für „Software as a Service“ (SaaS)

In der SaaS-Produktlandschaft ist eine spürbare Veränderung zu bemerken: während noch in der Frühzeit (2000 bis 2003) zumeist starre oder nur rudimentär parametrisierbare Angebote im Vordergrund gestanden haben, werden SaaS-Lösungen nun immer mehr mit Konfigurationshilfen ausgestattet, die es ermöglichen, die Softwareprodukte unternehmensspezifisch anzupassen. Der Vorteil dieser funktionalen Verbesserung liegt auf der Hand: eine bessere Ausrichtung im Hinblick auf die Geschäftsanforderungen.

Die zweite grosse Herausforderung an SaaS-Lösungen ist die Sicherstellung einer ausreichenden Interoperabilität zwischen den Saas-Angeboten unterschiedlicher Hersteller. Die technologische Basis dazu wird durch SOA geboten: sofern sich die Saas-Lösungen (in ihrem Aussenverhalten) an normierten Standards z.B. in Bezug auf semantische Definitionen und Datenmodelle ausrichten, ist eine Verknüpfung untereinander auch sinnvoll möglich. Dies ist besonders für grosse Unternehmen mit weitreichenden funktionalen Anforderungen, die nur durch eine Kombination mehrerer SaaS-Lösungen abgedeckt werden können, interessant.

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SOA – wie sag ich’s meinem Chef?

Die Umfrage „Business Technographics“ von Forrester Research im Jahr 2006 hat ergeben, dass 60 Prozent aller befragten Unternehmen in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik mit der Implementierung einer SOA angefangen haben oder dies in den nächsten 12 Monaten planen. Diesen Trend stellte Forrester Research auf seiner Teleconference „SOA By The Numbers: Latest Adoption Trends“ im März 2007 vor. Die Aussage ist eindeutig: SOA ist klar über den Technologie-Hype hinaus gewachsen und in vielen Betrieben hat die praktische Umsetzung begonnen.

Allerdings zeigt die gleiche Studie auch, dass SOA nach wie vor hauptsächlich ein IT-Thema ist. Das liegt sicherlich auch daran, dass es vielen CIOs schwer fällt, der Geschäftsleitung die Business-Vorteile einer SOA zu erklären. Gleichzeitig beschäftigen sich zu wenige Vorstände damit, wie sie die IT besser nutzen können, um strategische Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Insgesamt wird das Thema SOA auf Entscheiderebene zwar zunehmend wahrgenommen, jedoch wird das Potenzial von SOA nicht erkannt.

Um die Unterstützung durch das Topmanagement zu erhalten, sollten IT-Experten daher den Nutzen einer SOA verständlicher darstellen: Argumente wie „Steigerung der Flexibilität und Agilität“ sowie „Wiederverwendbarkeit von IT-Services“ sind nicht ausreichend.

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SOA: Best of Breed oder integrierte Plattformen?

Auf der SOA World, einer Sonderausstellung während der CeBIT, diskutierten die Besucher intensiv das Thema Best of Breed gegenüber integrierte SOA-Lösungen. Interessant war inbesondere ein Vortrag von Massimo Pezzini, Distinguished Analyst der Gartner Group. Laut Pezzini scheint es derzeit im SOA-Markt keine echten Marktführer zu geben. Das läge zum einen daran, dass der Integrationsmarkt an sich recht fragmentiert ist. Zum anderen ermögliche SOA durch die konsequente Orientierung an Standards die Zusammenarbeit von SOA Infrastruktur-Komponenten verschiedener Hersteller.

Die SOA-Plattformen der bekannten Hersteller bestünden laut Pezzini zwar überwiegend aus sehr guten Komponenten, jedoch befinden sich auch weniger leistungsstarke Module darunter. Wenn SOA also die Möglichkeit biete, entsprechend dem Best-of-Breed-Gedanken die jeweils optimalen Komponenten aus verschiedenen Lösungen auszuwählen, warum sollten Kunden ihre Investitionen nicht ausschließlich für die bestmöglichen Produkte tätigen?

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