Wenn die Dynamik der Webnutzer auf serviceorientierte Architekturprinzipien trifft, werden wir eine umfassende Erneuerung der Internetnutzung erleben. Denn jenseits aller Modeeffekte ist Web 2.0 das konsequente Ergebnis tiefergehender Veränderungen – und zwar in mehrfacher Hinsicht.
Die Nutzungsweise im Web wird sich ändern, denn die Anwender sind erwachsen geworden und übernehmen die Kontrolle. Es findet ein Übergang statt von einem Web der Konsumenten zu einem Web aktiver, Teilnehmer: Blogs, Wiki, soziale Netzwerke oder gemeinsame Inhalte zeigen das bereits.
Künftig steht die User-Experience im Mittelpunkt. Die Anforderungen und Erwartungen der zum „Experten“ herangewachsenen Nutzer sind hoch. Letztere suchen bereits die Mensch-Maschine-Schnittstellen, diese sind leistungsfähiger und entsprechen weit mehr der Nutzungskompetenz der Anwender.
Auch die ökonomischen Modelle verändern sich stark. Denken wir nur an die enorme Verbreitung der über Werbung finanzierten Gratisdienste im Web. Die sehr viel feiner abgestimmte Zielgruppenansprache ermöglicht den Zugang zu einer größeren Anzahl Werbetreibenden. Die Berücksichtigung gleichzeitig als Akteure fungierender Internetnutzer, beispielsweise über Werbung in den Blogs, führen zur Entwicklung neuer Services und neuer Geschäftsmodelle.
Wir werden Zeugen der Entwicklung vom Konzept des Webs einzelner Server, die in der Vergangenheit statische HTML-Seiten lieferten, hin zum Konzept der programmierbaren Webplattform, die bereits vorhandene Services in alle Arten von Client-Anwendungen integriert und so neue Services und Anwendungen schafft (Mashup). Hier wird der Zusammenhang zwischen Web 2.0 und SOA sehr deutlich.
Die programmierbare Webplattform verwendet dieselben grundlegenden Architekturkonzepte wie SOA. Denn im Hintergrund arbeitet als Vermittler eine Application-Platform, der eine entsprechende technische Infrastruktur zugrunde liegt.
Dem Begriff des Consumers (Verbraucher) von Services kommt eine grundlegende, wenn nicht die primäre Bedeutung zu: Im Mittelpunkt steht der bestmögliche Service für den Nutzer, der vom Provider (Dienstanbieter) bereitgestellt werden muss. Hier findet derzeit eine Art Verbraucherrevolution statt. Application-Plattformen spielen hier die entscheidende Rolle, ob aus Sicht der Provider oder der Consumer von Services.


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