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IT-Überwachung: Zehn Gründe, warum Anwender paranoid sein sollten

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Viele PC- und Internet-Nutzer fühlen sich beobachtet und verfolgt. Zu Recht. Lesen Sie diesen Text nicht im Büro!

Ob neugierige Chefs, herumschnüffelnde Kollegen oder "Stasi 2.0"-Minister – ein wenig Paranoia ist angesichts der Fülle von Möglichkeiten, die Privatsphäre jedes einzelnen auszuspionieren, durchaus angebracht. Die Kollegen der CW-Schwesterpublikation Infoworld haben zehn Gründe aufgetan, warum sich immer mehr Menschen Sorgen machen (sollten). Die Gründe wurden gleich noch auf einer Paranoia-Skala von 1 (Don't worry, be happy) bis 5 (Hab große Angst!) eingestuft. Auch wenn die Herangehensweise mit einem Augenzwinkern zu betrachten ist, sind die datenschutzrechtlichen Bedenken ernst gemeint. Und jeder weiß: Heute in Amerika, morgen in Deutschland. Hier also die zehn Aspekte, die Anlass zur Besorgnis geben:

1. Der Chef liest mit

Kennen Sie das Gefühl auch, dass Ihr Chef – oder die IT-Abteilung im Auftrag Ihres Chefs – Ihr Büronetzwerk überwacht und Sie ausspioniert? Wenn ja, dann sind Ihre Sinne gut trainiert! Je größer Ihr Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Geschäftsleitung die E-Mails ihrer Angestellten, den Instant-Messaging-Verkehr und die Internet-Nutzung scannt. Nach den Ergebnissen einer Umfrage der "American Management Association" und des ePolicy-Instituts aus dem Jahr 2005 überwachen drei Viertel der amerikanischen Unternehmen die Internet-Nutzung ihrer Angestellten. Mehr als die Hälfte kontrolliert darüber hinaus noch die E-Mails. Gut 25 Prozent der befragten Firmen haben demnach bereits Beschäftigte wegen Missbrauchs des Internet- oder E-Mail-Zugangs entlassen. Die gleiche Untersuchung im Jahr 2006 bezog auch das private Bloggen von Angestellten vom Firmenrechner aus ein und förderte zu Tage, dass bereits zwei Prozent der Beschäftigten entlassen wurden, weil sie Blogeinträge verfasst hatten, die dem Unternehmen hätten schaden können.

Zu all dem genannten Übel kommen noch Überprüfungen zur Vergangenheit neuer Bewerber hinzu, die nach Angaben des Personalvermittlers Spherion bereits von 80 Prozent aller Unternehmen vorgenommen werden. Dabei geht es darum, alle verfügbaren Informationen über einen potenziellen Mitarbeiter zusammenzutragen. Die Hälfte der amerikanischen Konzerne führt sogar Drogentests durch. Überwachungskameras im Firmengebäude und Satelliten-Transponder im Firmenwagen gehören mittlerweile auch schon fast überall "zum guten Ton".

"Unternehmen sind heutzutage fast zu einer ausgedehnten Arbeitsplatzüberwachung verpflichtet", sagt der Autor Frederick Lane, der unter anderem das Buch "The Naked Employee" geschrieben hat. "Das größte Problem ist, dass mit mehr Kontrolle auch die Menge an nicht-arbeitsrelevanten Informationen über jeden einzelnen Angestellten wächst. Das führt zwangsweise dazu, dass wichtige Entscheidungen über einen Arbeitnehmer nicht mehr nur aufgrund seiner beruflichen und sozialen Qualifikationen oder seiner erzielten Leistungen getroffen werden", meint Lane.

Fazit: Privatsphäre am Arbeitsplatz? Wunschdenken!

Punkte auf der Paranoia-Skala: 4

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