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Security

Ex-Hacker Gunnar Porada

"Schutz im Internet kann man vergessen"

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Deutsche Banken sind unsicher, Hacker im Internet sind professionell - und der im Web surfende Anwender hat eigentlich keine Chance. Ex-Hacker Gunnar Porada im Interview mit CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer.

CW: Auf Ihrer Visitenkarte steht prominent, Sie seien Hacker. Ist das für Unternehmen vertrauenerweckend?

Der ehemalige Hacker und Senior IT-Consultant Gunnar Porada unterhielt sich auf der CeBIT mit CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer über die Gefahren im Internet.
Der ehemalige Hacker und Senior IT-Consultant Gunnar Porada unterhielt sich auf der CeBIT mit CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer über die Gefahren im Internet.
Der ehemalige Hacker und Senior IT-Consultant Gunnar Porada unterhielt sich auf der CeBIT mit CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer über die Gefahren im Internet.

Porada: Ich tituliere mich als Ex-Hacker, weil ich in meiner Jugend einige Dinge gemacht habe, die man Jahre später als Hacken bezeichnet haben würde. Seit ich 19 Jahre alt bin, beschäftige ich mich intensiv als Berater nur noch in Sachen Sicherheit für Unternehmen. Ich habe allerdings festgestellt: Stelle ich mich hin und sage, ich bin Sicherheitsberater, dann hört keiner hin, das interessiert niemanden. Sage ich, ich bin Hacker, kommen sie alle und wollen mal sehen, was das für einer ist.

CW: Das Bild der Hacker und deren Betätigungsfeld haben sich im Laufe der Jahre dramatisch gewandelt.

Porada: Es gibt drei Typen von Hackern: Zum einen die Kids. Die stellt sich das landläufige Vorurteil mit langen Haaren vor, eventuell verhaltensgestört, den ganzen Tag vor dem Rechner, mit Profilneurose, die einfach mal einen Virus schreiben wollen, um zu zeigen, dass sie noch am Leben sind. Die stören zwar etwas, aber in aller Regel sind sie harmlos.

Dann gibt es aber die kriminellen Organisationen, die sehr professionell ans Werk gehen. Die sind auch sehr gut organisiert, unter einander sehr gut vernetzt. Denn es gibt praktisch niemanden, der alles kann. Es gibt auch bei den Hackern keine Wunderknaben, die so perfekt sind, dass sie jedes System knacken können. Also arbeiten sie zusammen. Das bedeutet, der eine ist beispielsweise fit im Programmieren, der andere kennt sich bei Datenbanken perfekt aus. Diese Leute sind untereinander vernetzt, sie sind absolut aktuell informiert über ihre Foren und Internetseiten. Und sie arbeiten organisiert zusammen, um Geld zu machen. Und es geht definitiv um sehr viel Geld. Da geht es um Millionenbeträge, die diese Leute tagtäglich ausheben.

Die dritte Kategorie von Hackern sind staatliche Organisationen überall in der Welt - das muss man klar sagen. Die betreiben darüber ihren Cyber-War. Die betreiben da auch jede Menge Wirtschaftsspionage. Das ist ja nicht überall wie in Deutschland verboten. Unter anderem die USA etwa sagen klipp und klar, wie viele Millionen sie jedes Jahr verdient haben durch auch online abgehaltene Wirtschaftsspionage. Die Amerikaner sagen übrigens auch, so habe ich es jedenfalls gelesen, dass sie in einem Cyber-War den Chinesen weit unterlegen sein werden. Wenn die tatsächlich angreifen, hätten die Amerikaner keine Chance, solch eine Attacke abzuwehren.

Gerade in China werden definitiv Cyber-Leute ausgebildet. Natürlich haben die Amerikaner das auch gesagt, weil sie vom Weißen Haus mehr Geld haben wollen für ihre Belange. Da muss man sicher auch kritisch sein bei solchen Aussagen.

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