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Office & Tools
Web Content Management

Google Sites: Keine Gefahr für etablierte CMS-Produkte?

11.12.2007 um 13:06 Uhr
Die Andeutung, Google werde im kommenden Jahr ein eigenes Content Management System vorstellen, hat für viel Aufregung gesorgt. Experten raten jedoch zu einer nüchternen Bewertung.

Ausgelöst hatte die Debatte Scott Johnston, Vice President Product Development des zu Google gehörenden Hosting-Unternehmens JotSpot. Er hatte kürzlich auf einer Veranstaltung vor Unternehmensvertretern in Ann Arbor, Michigan, (wohl versehentlich) angedeutet, Google wolle im nächsten Jahr ein als "Google Sites" bezeichnetes Content Management System (CMS) vorstellen. Die Reaktionen auf diesen Satz kamen prompt und sorgten auf Nachrichten-Sites und in Blogs für wilde Spekulationen, die darin kumulierten, dass das Ende für bisherige CMS-Produkte nahe sei und künftig die ganze Welt Google-Produkte zum Aufbau von Intranets verwenden werde.

Enterprise 2.0 mit Google

Tatsächlich hatte Johnston nur gesagt, dass man mit Google Sites das bisherige WYSWIG-Tool "Google Page Creator", das Teil der Google Apps ist, weiterentwickeln wolle. Die Spekulationen im Web gingen jedoch weiter und sehen in einer möglichen Kombination des Tools mit dem von JotSpot gebotenen Wiki eine bedrohliche und zudem kostenlose Alternative zu kommerziellen Produkten beispielsweise von Vignette, Interwoven oder Reddot Solutions. Ein Google Apps Web CMS könnte nach dieser Leseart Unternehmen helfen, eine "Enterprise-2.0-Lösung" schnell, sicher und vor allem für einen Bruchteil der Kosten aufzubauen. Zudem würde Goolge sämtliche Webseiten und Daten hosten und könnte mit Hilfe der Komponente Google Gears einen ausgeklügelten Abstraktions-Layer schaffen, über den sich Content lokal in den Arbeitsspeicher eines Internet-Rechners laden und von JotSpot-Anwendungen nutzen ließe.

Keine guten Referenzen

Marktkenner wie die Betreiber von CMS Watch raten indes zu einer nüchternen Betrachtung. So hätten die ebenfalls viel zitierten Google Apps bisher nicht für Furore gesorgt. Weder sei Google Docs & Spreadsheet ein Excel-Killer noch Google Base eine Bedrohung für Microsoft SharePoint. Google Talk hätte bisher nicht den AOL-Client für Instant Messaging "AIM" überflügelt und Google Mail sei keine Gefahr für etablierte E-Mail-Clients. Kurz: weder die Qualität und Funktionalität der bisherigen Produkte noch ihre Rolle im Markt rechtfertigen laut CMS Watch einen derartigen Hype. "Google Apps sind keine Vorzeigeprodukte, wenn es um Usability geht, manche wie Google Page Creator machen einfach nur viel Arbeit", so das wenig gnädige Urteil. Hinzu komme, dass Google durch den Einstieg in das CMS-Geschäft entsprechenden Support für Firmenkunden aufbauen müsste. Bisher sei Goolge aber vor allem dafür bekannt, laufend Beta-Produkte auf den Markt zu schmeißen, um zu sehen, wie diese bei Anwendern ankommen. Dementsprechend müsste ein Produkt wie Google Sites erst einmal in der Praxis beweisen, ob es sich wirklich für Intranets eignet. (as)



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