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MP3s ohne Tauschbörsen: Von Schallplatte auf Festplatte

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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In manchem Plattenschrank stehen Musikschätze, die es nicht auf CD zu kaufen gibt. Sie lassen sich mit der richtigen Software problemlos auf moderne Plattformen wie MP3-Player kopieren.

Sie ist nicht mehr zu bekommen: eine Aufnahme des Kult-Klassikers "Rocky Horror Picture Show", mitgeschnitten 1984 während der Vorführung in einem New Yorker Kino. Diese vor 19 Jahren in limitierter Auflage veröffentlichte Schallplatte ist ein Beispiel für viele, die in Plattenschränken schlummern und im Zeitalter digitaler Abspielgeräte ins analoge Grab wandern. Das Kassettendeck im Auto und den Walkman beim Joggen haben CD-Spieler und MP3-Player abgelöst.

Clean 4 von Steinberg nimmt Audiosignale von der Soundkarte auf und bietet zahlreiche Filter gegen Rauschen und Knackser. Die Software lässt sich über Assistenten bequem bedienen.
Clean 4 von Steinberg nimmt Audiosignale von der Soundkarte auf und bietet zahlreiche Filter gegen Rauschen und Knackser. Die Software lässt sich über Assistenten bequem bedienen.
Clean 4 von Steinberg nimmt Audiosignale von der Soundkarte auf und bietet zahlreiche Filter gegen Rauschen und Knackser. Die Software lässt sich über Assistenten bequem bedienen.

Wer beim Waldlauf nicht auf seine Lieblingsplatten verzichten will, muss sie auf den Rechner bannen und auf Audio-CDs brennen oder in das MP3-Format konvertieren. Hardwarevoraussetzungen sind neben PC und Plattenspieler eine Soundkarte, die eine Line-in-Schnittstelle bietet, und ein Audioverstärker mit Plattenspieler-Eingang. Wahlweise lässt sich auch ein Pre-Amp genannter portabler Vorverstärker einsetzen, zum Beispiel von Terratec (Preis: knapp 80 Euro). Zudem wird ein Kabel benötigt, mit dem sich der für das Kassettendeck gedachte Chinch-Ausgang des Verstärkers oder der Pre-Amp mit der Soundkarte verbinden lässt.

Auf der Softwareseite übernimmt die Aufnahme ein Audioeditor. Die Anwendungen erinnern in ihrer Bedienung an einen Kassettenrekorder mit Schaltern zum Abspielen, für schnellen Vor- und Rücklauf und zum Aufnehmen sowie einer Pause-Taste. Der Aufnahmepegel lässt sich über den durch das Lautsprechersymbol in der Taskleiste zu erreichenden Soundmixer von Windows steuern. Gute Programme, wie zum Beispiel "Clean 4" von Steinberg (Preis: 40 Euro, gebündelt mit einem Pre-Amp 100 Euro) oder "Cool Edit 2000" von Syntrillium (Preis: 70 Dollar) bieten zudem Filter, die Rauschen und Knackser wegbügeln, so genannte Marker zum Kennzeichnen einzelner Lieder und eine Funktion zum Normalisieren, mit denen sich der Aufnahmepegel der einzelnen Stücke nach deren Bearbeitung nachregeln lässt.

Der Aufnahmevorgang ist unkompliziert: Schallplatte auflegen und den Aufnahmepegel über den Windows-Mixer aussteuern. Danach den Aufnahmeknopf anklicken und die Platte abspielen. Während Cool-Edit-Anwender die einzelnen Lieder einer Plattenseite manuell über Marker kennzeichnen müssen, erkennt Clean 4 die Pausen zwischen den Liedern selbständig. Allerdings funktioniert die automatische Erkennung zum Beispiel bei Live-Aufnahmen nicht, da zwischen den Songs keine Stille, sondern Publikumsgeräusche zu hören sind.

Nach Auswahl der Rauschfilter, deren Einstellung bei Clean 4 Assistenten übernehmen, lassen sich die Lieder im WAV-Format auf die Festplatte speichern. Cool-Edit hält eine große Auswahl an Filtern und Effekten bereit, die jedoch per Hand ausgesucht und eingestellt werden müssen. Dies setzt entweder Kenntnisse über deren Funktion oder Experimentierfreude des Nutzers voraus. Die WAV-Dateien können nun auf Audio-CD gebrannt oder nach MP3 konvertiert werden.

Zwar bieten viele Audioeditoren integrierte MP3-Filter, die jedoch in vielen Fällen nachträglich in Lizenz genommen werden müssen. Gut geeignet zur Konvertierung von WAV nach MP3 ist "CDex". In die kostenlose Software, die eigentlich zum Kopieren von Audio-CDs auf Festplatte gedacht ist, ist der quelloffene MP3-Encoder "Lame" eingebunden. Über ein grafisches Konfigurationsmenü kann der Anwender bequem Einstellungen wie die gewünschte Bitrate (zum Beispiel 128 Kbit/s für CD-Qualität) treffen.

Damit steht dem Hörgenuss der Lieblingsplatten auf digitalen Abspielgeräten nichts mehr im Wege. Auch Urheberrechte werden durch die beschriebene Vorgehensweise nicht verletzt - die Kopie von Tonträgern zu privaten Zwecken ist in Deutschland erlaubt, und ein technischer Kopierschutz wird bei der Aufnahme analoger Medien nicht umgangen.

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