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Medien-Großkopferte

Facebook & Co - "Menschen werden bezahlen"

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von pte pte
"Früher oder später werden die Menschen so süchtig nach bestimmten Internetdiensten sein, dass sie keine Probleme mehr damit haben werden, auch dafür zu bezahlen."

Mit dieser Einschätzung versucht John Malone, Vorsitzender des US-amerikanischen Medienunternehmens Liberty Media, wieder etwas Optimismus innerhalb der gegenwärtig von Wirtschaftsflaute und Werberezession gebeutelten Medienbranche zu verbreiten. Anlass der aufmunternden Worte ist eine derzeit stattfindende exklusive Konferenz im US-Erholungsgebiet Sun Valley in Idaho, auf der sich alljährlich die internationale Führungsriege der einflussreichsten Medienpersönlichkeiten und -investoren zusammenfindet. Vor allem bei Online-Services wie Facebook oder Twitter seien die Chancen groß, dass sich die Nutzer einmal auf ein Bezahlmodell einlassen würden. "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich auf diese Weise auch im Internet bald gutes Geld verdienen lässt", wird Malone vom "Wall Street Journal" zitiert.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Online-Portale wie Facebook oder Twitter in Zukunft eine Art Mitgliedsgebühr von ihren Usern verlangen", stellt Klaus Eck, Herausgeber des "PR Blogger", auf Anfrage von pressetext fest. Viel wahrscheinlicher sei es da schon, dass beispielsweise Facebook sich künftig stärker im Bereich des Handels mit virtuellen Gütern engagieren könnte. "Ein derartiger Ansatz ist wesentlich sinnvoller als der Versuch, über die Einführung von Nutzungsgebühren an Geld zu kommen", meint Eck. Gegenwärtig sei die Bereitschaft zu zahlen bei der Nutzerschaft der Online-Communitys jedenfalls auf keinen Fall gegeben. "Warum sollte man auch für eine Leistung zahlen, die man im Netz in ähnlicher Form auch vollkommen gratis zur Verfügung gestellt bekommt? Ein kostenpflichtiges Angebot ist nur dann zu rechtfertigen, wenn es seinem Nutzer etwas besonders Hochwertiges zu bieten hat", gibt Eck zu bedenken.

Bislang haben Webdienste wie Facebook, Twitter und Co es noch nicht geschafft, ein brauchbares Geschäftsmodell für die Zukunft vorzulegen, durch das sich die enormen Nutzungszahlen auch in bare Münze verwandeln lassen. Insbesondere Twitter wird immer wieder gerne als Beispiel dafür herangezogen, um zu veranschaulichen, wie schwierig die Monetarisierung des Erfolgs derartiger Angebote ist. Der Microblogging-Service sei zwar einerseits sicherlich unglaublich populär, verfüge aber andererseits über keine brauchbare finanzielle Perspektive, so die Auffassung Malones, der sich unter anderem auch der Walt-Disney-CEO Bob Iger und Barry Diller, der Vorsitzende der Investmentgruppe IAC, anschlossen. "Twitter ist ein großartiger Dienst. Ich glaube aber nicht, dass er sich sehr gut als Werbemedium eignet", so Diller. (pte)

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