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Wikipedia-Gründer

"Wissen ist Ressource der Zukunft"

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von pte pte
Wissen ist die Ressource der Zukunft. Bei ihrer Vermittlung spielen moderne Kommunikations- und Informationstechnologien eine zunehmend bedeutendere Rolle.

Mit dieser Einschätzung eröffnete Jimmy Wales, Gründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia, heute als prominenter Stargast den com.sult-Kongress in Wien. "Was die Wissens- und Informationsgewinnung betrifft, ist das Web heute nicht nur bei der jüngeren Generation ein fester Bestandteil des Alltags geworden. Mein Ziel ist es, in einer Welt zu leben, in der jede Person auf unserem Planeten freien Zugang zum menschlichen Wissen hat. Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen selbst, die Gesellschaft und die Wirtschaft davon profitieren werden", erklärte Wales im Podiumsgespräch mit Kongress-Initiator David Unger-Klein.

Der gebürtige US-Amerikaner sei von Anfang an von dem globalen Nutzen des Internets überzeugt gewesen. "Als wir 2001 mit Wikipedia gestartet sind, wollten wir der Weltöffentlichkeit vor Augen führen, welches enorme Potenzial das Netz zum Teilen von Wissen innehat. Eines der zentralen Hauptanliegen war dabei immer der Anspruch, dass der Zugang zu diesem Wissen für jeden Menschen frei sein sollte", erinnerte sich Wales. Der durchschlagende weltweite Erfolg seines Online-Nachschlagewerks sei auch Ausdruck dafür, dass dieser Ansatz der richtige sei. Heute gilt Wales als einer der bedeutendsten Verfechter der Open-Source-Bewegung und wird von der Internet-Community als eine Art Superstar verehrt. "Mit Wikipedia ging es mir nie darum, Geld zu verdienen. Deshalb habe ich die Wikimedia Foundation, die als Betreiber der Online-Plattform fungiert, 2003 auch als Non-Profit-Organisation gegründet", betont Wales.

Doch der freie Zugang allein genüge noch nicht. "Es ist sehr interessant, sich heute die Welt derjenigen anzusehen, die jung sind und in einer neuen digitalen Informationswelt aufwachsen. In diesem Zusammenhang ist es aber auch wichtig, den Menschen beizubringen, wie man das unüberschaubare Informationsangebot im Web in sinnvoller Weise nutzen kann", stellt Wales fest. Hierbei gehe es auch darum, zu erkennen, welche Qualität eine bestimmte Wissensquelle im Internet hat. "Eine Enzyklopädie sollte lediglich die Hintergrundinformationen liefern und als Basis für die weitere Recherche dienen", meint Wales. Zur Qualitätskontrolle setzt der Plattform-Gründer voll und ganz auf die Wikipedia-Community. "Wikipedia ist zwar im Grunde eine offene Plattform, auf der jeder einen Artikel einstellen kann. Schlussendlich entscheiden aber ausschließlich die eigenen Mitglieder darüber, ob ein Beitrag den geforderten Qualitätskriterien entspricht und anschließend auf der Seite veröffentlicht wird oder nicht", erläutert Wales.

Im Zentrum stehe dabei der Gedanke des kollaborativen Zusammenarbeitens, der ein wesentliches Charaktermerkmal von Wikipedia sei. "Das System, das die Qualitätskontrolle regelt, wurde von der Nutzerschaft selbst entwickelt. Es ist nicht unsere Zielsetzung, Kontrollmechanismen von oben herab vorzugeben. Über die Festlegung und Einhaltung bestimmter Referenzkriterien, die unter anderem Aufbau, Quellenangaben und weiterführende Links betreffen, wacht die Wikipedia-Gemeinde selbst", fasst Wales zusammen. Allerdings gebe es hierbei Unterschiede zwischen den einzelnen Länderversionen der Online-Enzyklopädie. "Die deutschsprachige Version, die mittlerweile nach Sprachen gerechnet die zweitgrößte Wikipedia-Variante der Welt ist, unterscheidet sich inhaltlich von der englischsprachigen Fassung. Ausschlaggebend hierfür ist neben den kulturellen Unterschieden auch ein höherer qualitativer Anspruch der deutschen Commuity, die bei der Entscheidung, welche Inhalte auf der Plattform eingestellt werden sollen, deutlich strenger ist als die englischsprachigen Kollegen", so Wales abschließend. (pte)

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