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Für eine handvoll Franken

Schweizer Startup verkauft Probleme

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von pte pte
Das sorgenfreie Leben wird schnell langweilig. Eine Schweizer Website will Menschen nun den "Kick" verkaufen. Bereits für einen Franken hat man ein Problem.

"Leben Sie ein ausgefülltes, sorgenfreies Leben? Wie langweilig! Sie brauchen dringend Probleme zum Lösen. Sie werden sehen - es wirkt!" Mit diesen Worten werden Internetnutzer auf dem vor kurzem gestarteten Portal "need a problem" begrüßt. Wie der Name der Seite und das Statement auf der Homepage bereits vermuten lassen, ist die Dienstleistung, die ihre Betreiber anbieten, eher unkonventionell. "Auf need a problem bieten wir weltexklusiv Probleme an", erklärt Martin Koncilja, einer der drei Schweizer Mitbegründer der Plattform, im Gespräch mit pressetext. Gemeinsam mit seinen Kollegen Björn Hering und Hansmartin Amrein hat Koncilja extra eine eigene Firma gegründet, mit der die drei Web-, TV- und Marketingspezialisten das ungewöhnliche Konzept ihres Services vermarkten wollen. "Ich glaube an diese Idee, weil sie einzigartig ist. Alle Welt verkauft Lösungen, unser Angebot ist dagegen etwas völlig Neues", so Koncilja.

Technisch gesehen funktioniert das Ganze wie folgt: Nutzer können auf need a problem ein Problem ihrer Wahl bestellen. Insgesamt stehen dabei fünf verschiedene Arten von Problemen zur Verfügung, die je nach entsprechendem Schwierigkeitsgrad einen unterschiedlichen Preis haben. Von einem trivialen, sehr leicht zu lösenden Problem zum Preis von einem Schweizer Franken (rund 70 Cent) bis zu einem fast unlösbaren Problem für 5.000 Franken (rund 3.397 Euro) ist alles zu haben. "Je teurer der Preis, desto höher ist der Aufwand für den Käufer", erläutert Koncilja. Um den Überraschungseffekt möglichst groß zu halten, wird dem Kunden jedoch bei der Bestellung nur sehr wenig über den Inhalt des gewünschten Problems verraten. Nach erfolgter Order erhält der User dann eine E-Mail mit einem speziell generierten Link, der ihn direkt zu seiner persönlichen Herausforderung führt.

Auf die Idee zu need a problem sei der Schweizer durch den Film "The Game" mit Michael Douglas gekommen. "In dem Streifen spielt Douglas einen Millionär, der deprimiert und gelangweilt ist. Ich dachte mir, dass es vielleicht noch mehr Menschen gibt, denen es so geht", schildert Koncilja. In der westlichen Welt würden existenzielle Probleme zunehmend rarer mit der Konsequenz, dass der eine oder andere keine wirklichen Herausforderungen mehr in seinem Leben habe. "Viele Leute verbringen ihre Freizeit gelangweilt vor dem Fernseher oder im Internet. Mit unserer Webseite wollen wir dem Leben dieser Nutzer wieder einen 'Kick' geben", fasst Koncilja seinen Grundgedanken zusammen. Er wundere sich, warum nicht schon lange jemand auf diese Idee gekommen ist. Im Internet werde schließlich alles Menschenmögliche und -unmögliche angeboten. "Nach ausgiebigen Recherchen wurde mir jedoch klar, dass diese Nische tatsächlich noch niemand entdeckt hat", stellt Koncilja fest.

Dass Koncilja und seine beiden Partner mit ihrem ungewöhnlichen Geschäftskonzept gute Aussichten auf Erfolg haben, beweist die stetig wachsende User-Nachfrage nach dem Online-Dienst. "Wir haben die Seite am Montag auf Deutsch gestartet. Seitdem sind bei uns bereits mehr als 100 Bestellungen eingegangen", freut sich Koncilja. Aufgrund der bisher sehr positiven Entwicklung plane man bereits die weitere Expansion. "Ende November werden wir eine englischsprachige Version unseres Portals mit Dollar-Beträgen anstelle von Schweizer Franken starten", kündigt der Seitenbetreiber an. Es sei davon auszugehen, dass die Amerikaner, die für unkonventionelle Ideen traditionell aufgeschlossener sind als die Europäer, sich sehr für das Angebot von need a problem interessieren werden. Die Befürchtung, dass der Seite einmal die Probleme ausgehen könnten, hat Koncilja nicht: "Wir haben mittlerweile bereits über 1.000 Probleme auf Lager. Schließlich wollen wir nicht, dass jemand zweimal die gleiche Herausforderung erhält." (pte)

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