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Wie Microsoft Yahoo knacken könnte

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von Wolfgang Sommergut (Computerwoche-Redakteur)

Neuer Aufsichtsrat von Microsofts Gnaden

Auch wenn beide Parteien um die Gunst der Anleger buhlen, scheint es unwahrscheinlich, dass Microsoft versucht, die Mehrheit der Aktien direkt und am Aufsichtsrat vorbei zu gewinnen. Für diesen Fall hat das Board ohnehin mit einer so genannten Giftpille vorgesorgt, so dass automatisch weitere Yahoo-Aktien ausgegeben würden, wenn Microsoft mehr als 15 Prozent der Anteile erringt. Allerdings könnte Microsoft mit guten Erfolgsaussichten gegen diese Maßnahme klagen, weil eine Unternehmensführung ein Angebot zum Vorteil der Aktionäre nicht ohne Weiteres ablehnen kann. Außerdem muss das Management mit Schadenersatzansprüchen von Anteilseignern rechnen, wenn die Übernahme platzen sollte. Ein solches Verfahren könnte sich jedoch hinziehen und wäre daher nicht im Sinne Microsofts, das auf Eile drängt.

Steve Ballmer verliert die Geduld: Er möchte die Verschleppungstaktik von Yahoo notfalls mit einer feindlichen Übernahme stoppen.
Steve Ballmer verliert die Geduld: Er möchte die Verschleppungstaktik von Yahoo notfalls mit einer feindlichen Übernahme stoppen.
Steve Ballmer verliert die Geduld: Er möchte die Verschleppungstaktik von Yahoo notfalls mit einer feindlichen Übernahme stoppen.
Foto: Steve Ballmer

Daher ist es wahrscheinlicher, dass Ballmer, wie schon öffentlich angekündigt, einen neuen Aufsichtsrat installieren möchte, der einer Übernahme zustimmt. Allerdings muss es Ballmer erst einmal gelingen, die Aktionäre davon zu überzeugen, dass sie mit der Übernahme durch Microsoft besser führen als mit einem weiterhin selbständigen Yahoo. Bei einem solchen Handstreich kommt ihm zugute, dass alle Mitglieder des Yahoo-Gremiums jedes Jahr neu gewählt werden müssen. Das ist eine Besonderheit, in anderen Aktiengesellschaften steht normalerweise nur ein Teil des Aussichtsrats zur Wiederwahl. Microsoft hat nach eigenem Bekunden bereits mehrere Kandidaten in der Hinterhand, die sich um die Posten bemühen würden. Das Yahoo-Management kann gegen einen solchen Angriff nichts unternehmen und auch keine Giftpille einsetzen. Ein Microsoft-freundlicher Aufsichtsrat würde diese kürzlich beschlossene Abwehrmaßnahme dann ganz außer Kraft setzen, so dass die Redmonder in aller Ruhe versuchen können, die Aktienmehrheit zu erringen.

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