CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Telekommunikation & Netze

Journalisten und Gewerkschafter betroffen

Prozess zu Telekom-Spitzelaffäre beginnt

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
Gut zwei Jahre lang spionierte die Telekom über Telefondaten etwa 50 Journalisten und auch Aufsichtsratsmitglieder aus. Die illegalen Aktionen kommen nun vor Gericht - mit Angeklagten aus der zweiten Reihe.

Einer der größten Schnüffel-Skandale in der Geschichte der Bundesrepublik kommt vor Gericht: die Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom. Das Verfahren um das Ausspionieren von Journalisten und Gewerkschaftern beginnt an diesem Freitag vor dem Bonner Landgericht. Auf der Anklagebank sitzen drei frühere Mitarbeiter des Konzerns und ein Geschäftsmann. Bisher ungelöste Kernfrage: Wer zettelte die Affäre mit welchen Vorgaben an?

Als eine Schlüsselfigur des Skandals gilt der frühere Leiter der Konzernsicherheit, der sich gemeinsam mit zwei Kollegen und dem Chef einer Berliner EDV-Firma verantworten muss. Der Abteilungsleiter war laut Anklage vom damaligen Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke beauftragt worden, das "Leck" zu ermitteln, nachdem im Januar 2005 vertrauliche Informationen über die Unternehmensplanung veröffentlicht worden waren.

Der Mann ließ nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft daraufhin die Telefonverbindungsdaten von Mitgliedern des Aufsichtsrats und mehrerer Journalisten aufzeichnen - das illegale Projekt erhielt den Namen "Rheingold". Danach wurden noch Telefondaten erfasst.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Angeklagten gemeinschaftlichen Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz in Tateinheit mit Verletzung des Fernmeldegeheimnisses beziehungsweise Beihilfe hierzu vor. Der ehemalige Abteilungsleiter muss sich außerdem wegen Untreue und Betrugs verantworten, dem Berliner Geschäftsmann wird zudem Beihilfe zur Untreue sowie versuchte Erpressung zur Last gelegt.

Die Ermittlungen gegen Ricke und den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel waren im Juni eingestellt worden. Die Bonner Staatsanwaltschaft sah "keinen hinreichenden Tatverdacht", dass sie die Ausspähaktion angeordnet hätten. Ricke und Zumwinkel sollen aber als Zeugen im Prozess geladen sein und aussagen. Beide haben stets bestritten, von den Bespitzelungen gewusst oder sie angeordnet zu haben.

(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

TK UND NETZE: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Wo die Fritzbox versagt (Foto: AVM) Wo die Fritzbox versagt Lesen Sie, warum es im professionellen Umfeld nicht immer eine gute Idee ist, auf eine Fritzbox zu setzen.
weiter
Skype voll ausreizen Skype voll ausreizen Wie Sie alles aus den kostenlosen Skype-Diensten herausholen und dabei Security-Risiken vermeiden.
weiter
IPv6 - die Zukunft des Internets IPv6 - die Zukunft des Internets Warten oder auf IPv6 migrieren? Diese Frage stellt sich für viele Unternehmen.
weiter
Sparen mit dem lokalen Smart Grid (Foto: Human Internet Consult AG) Sparen mit dem lokalen Smart Grid Bis die Smart Grids aufgebaut sind, dauert es noch Jahrzehnte. Energiekosten sparen können Firmen aber jetzt schon.
weiter
Die besten Tools fürs Netz Die besten Tools fürs Netz Produkte wie Hyperic HQ, FreeNAS oder Webmin beweisen, dass Gutes nicht teuer sein oder von etablierten Herstellern stammen muss.
weiter
MEHR ZUM THEMA VOIP & TK
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Jobangebote
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps