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Telekommunikation & Netze

Anwenderbericht Zweigstellen-Vernetzung

Lotto-Lotsin tippt auf ADSL

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von Peter Jefimiec (Journalist in Hamburg)
Dass ADSL nicht nur zum schnellen Surfen im Internet taugt, zeigt die Lottogesellschaft Hamburg im Business-Alltag. Das Unternehmen hat seine Annahmestellen per DSL vernetzt.
Die Lotto-Lotsin ist das Markenzeichen von Lotto Hamburg.
Die Lotto-Lotsin ist das Markenzeichen von Lotto Hamburg.
Die Lotto-Lotsin ist das Markenzeichen von Lotto Hamburg.
Foto: Lotto Hamburg

Im Hamburger Stadtgebiet können Spielfreudige in 450 Lotto-Annahmestellen ihre Tippscheine abgeben. Die Terminals stehen in kleinen Zeitschriften-Läden an der Ecke oder in Supermärkten und Einkaufszentren. Seit 2005 verfügen alle Hamburger Annahmestellen über einen ADSL-Anschluss und sind mit der Zentrale der Lotto Hamburg GmbH über ein IPSec-VPN vernetzt.

Das Zeitalter der digitalen Datenübertragung hatte bei Lotto Hamburg 1995 begonnen. Damals wurden die ersten elektronischen Terminals eingeführt. Diese lasen die Tippscheine automatisch ein, anschließend gingen die Daten via Datex P im X.25- Protokoll an das zentrale Rechenzentrum. Für die Übertragung stand jeder Annahmestelle eine Bandbreite von 2,4 Kbit/s zur Verfügung. Im Rechenzentrum liefen die Daten über zwei Leitungen mit je 64 Kbit/s ein. Größenordnungen, die im DSL-Zeitalter mit seinen Mbit/s-Bandbreiten unvorstellbar klein erscheinen.

VPN auf ADSL-Basis

Allerdings hat sich die ITK-Landschaft seit 1995 grundlegend geändert. Mit dem Siegeszug von DSL waren große Bandbreiten zu günstigen Konditionen verfügbar. "Neben den Tippdaten wollten wir auch multimediale Info-Dienste für unsere Kunden in die Annahmestellen übertragen und die Verbindung für die interne Kommunikation nutzen", blickt Siegfried Spies, Geschäftsführer von Lotto Hamburg, zurück. Darüber hinaus war die Einführung einer neuen Generation von Terminals mit IP-Schnittstelle vorgesehen.

Vor diesem Hintergrund spielte das Projektteam von Lotto Hamburg in einer mehrmonatigen Planungsphase unterschiedliche Optionen durch. Als bevorzugte Lösung kristallisierte sich ein VPN heraus, das auf Grundlage von ADSL-Anschlüssen in den Annahmestellen realisiert werden sollte. Die größte Herausforderung: Bei der Datenübertragung über ein öffentliches Netz sind besondere Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Zugleich muss eine maximale Verfügbarkeit gewährleistet werden. "Die neue Lösung sollte eine größtmögliche Sicherheit für den Datenverkehr garantieren", schildert Lotto-Manager Spies. Deshalb wurde ein ICT-Provider gesucht, der nicht nur die geforderten Standardleistungen bietet, sondern auch flexibel genug ist, die nötigen Sicherheitsmaßnahmen mitzutragen. Im Rahmen einer Ausschreibung erteilte Lotto den Zuschlag an Hansenet.

Weil zum Zeitpunkt der Umstellung die bestehenden Terminals im Dienst verblieben, war nach dem Wechsel von Datex P auf ADSL der Einsatz spezieller Router erforderlich, die X.25 over TCP/IP (XOT) unterstützen. Aus Sicherheitsgründen sollten die Installation und der Betrieb des Routers und damit auch die Konfiguration des VPN vollständig in die Verantwortlichkeit von Lotto Hamburg fallen. In umfangreichen Feldtests erprobten die Lottogesellschaft und Hansenet das enge Zusammenspiel. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Abstimmung von Terminal, Router, den vielfältigen zwischengeschalteten Sicherheitssystemen wie etwa den Firewalls sowie den Servern in der Zentrale. Schließlich mussten die Daten im Router von X.25 in IP-Pakete umgewandelt und anschließend über den VPN-Tunnel in das Rechenzentrum transferiert werden. Dort übersetzten die Server die IP-Pakete wieder zu Informationen im X.25-Protokoll. Entsprechend viel Fingerspitzengefühl erforderte die Konfiguration dieser Konstellation, denn die unterschiedlichen Reaktionszeiten mussten synchronisiert werden, um Time-Out-Fehler zu vermeiden.

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