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Mobile & Wireless

Ab 1. Juli günstige SMS und Tarife

Handy-Vergnügen zum Urlaubsstart

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Ein Foto, eine Kurznachricht, ein Telefonat vom Urlaubsort an die Lieben daheim - das Handy gehört in diesen Tagen wieder zu den wichtigsten Reiseutensilien.

Und in diesem Jahr dürfen sich die Urlauber richtig freuen: Die EU-Kommissarin Viviane Reding hat den Betreibern bei den sogenannten Roaming-Tarifen, also den Preisen für das Telefonieren vom Urlaubsort nach Hause, einmal richtig auf die Finger geklopft. Zum 1. Juli werden mobile Gespräche aus dem EU-Ausland deutlich günstiger. Vor allem bei den beliebten Textnachrichten SMS können die Verbraucher die Urlaubskasse schonen.

Kommissarin Viviane Reding will die Roaming-Kosten in der EU weiter drücken.
Kommissarin Viviane Reding will die Roaming-Kosten in der EU weiter drücken.
Kommissarin Viviane Reding will die Roaming-Kosten in der EU weiter drücken.
Foto: Google Images

Anfang Juni hatte die Brüsseler Behörde beschlossen, die Handy-Auslandstarife auf 43 Cent je Minute für abgehende und 19 Cent für eingehende Gespräche zu kürzen. Das sind Abschläge von sieben beziehungsweise elf Prozent. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Bei SMS legte Reding den Mobilfunkkonzernen die sprudelnden Erlösquellen richtig trocken. Bei Höchstpreisen von elf Cent je SMS plus Mehrwertsteuer kann eine Textnachricht von Spanien nach Deutschland heute sogar günstiger sein, als von Köln nach Bonn. Die SMS-Preise liegen derzeit im EU-Schnitt noch bei 29 Cent, in einigen Ländern verlangen die Betreiber sogar bis zu 80 Cent. Wer im Inland keine SMS-Pakete gebucht hat, zahlt zum Beispiel bei Vodafone noch 19 Cent pro Stück.

Verbraucherschützer warnen indes vor Kostenfallen beim Roaming. Um die Einnahmeausfälle zu begrenzen, versuchen die Handy-Betreiber die Nutzer mit speziellen Reiseangeboten zu ködern - mit klingenden Namen wie "T-Mobile Relax Holiday 30", "Vodafone Reiseversprechen", "E-Plus Reisevorteil-Plus" oder "O2 International Roaming". Wer solche Pakete bucht, für den gelten die neu festgelegten Preisobergrenzen der EU-Kommission nämlich nicht. Zum Teil sind die Pakete, je nach Betreiber und Tarif, sogar voreingestellt und müssen vom Kunden erst gekündigt werden.

So weist das Handyportal 24mobile.de darauf hin, dass die Roaming-Tarife bis zu 600 Prozent teurer sein können als der Standardtarif. Das gilt vor allem für jene, die nur in Notfällen mobil telefonieren. Wer im Ausland dagegen öfters zum Handy greift, für den kann sich ein solches Roaming-Paket durchaus rechnen. Der Geschäftsführer des Handyportals, Thorsten Piontek empfiehlt allen Mobilfunkkunden, sich vor dem Urlaub beim Betreiber genau die Roaming-Angebote anzusehen und darüber nachzudenken, wie intensiv das Handy genutzt wird. Wichtig für Sparfüchse zudem: Vor der Abreise die Mobilbox ausschalten, um nicht zweimal zur Kasse gebeten zu werden. Grundsätzlich gilt: Wer wenig telefoniert, fährt mit den von der EU verordneten Preisen besser.

Zum Leidwesen der Betreiber, die auf üppige Einnahmen verzichten müssen. Vodafone, T-Mobile & Co halten die Eingriffe der Brüsseler Behörde ohnehin für falsch. "Wir glauben, die EU-Regelung ist nicht notwendig", sagt ein Vodafone-Sprecher. Die Betreiber beteuern, dass durch die Eingriffe der Wettbewerb nicht mehr richtig funktioniere. "Alle warten jetzt ab, wie die nächsten Schritte aussehen". Tatsächlich hätte die Industrie aber aus Eigeninitiative aber wohl kaum so hart an der Preisschraube gedreht, wie Reding es tut. Es geht um viel Geld.

Die EU-Kommission schätzt das Einsparvolumen im Roaming auf mehrere Milliarden Euro. Für die kommenden Jahre sind weitere Preisabschläge vorgesehen. "Die Roaming-Gebühren müssen um zwei Drittel sinken", fordert Reding. Schon seit Jahren sind ihr die hohen Preise im europäischen Mobilfunk ein Dorn im Auge. Die Medienkommissarin will in der Telekommunikation den Binnenmarkt voranbringen. Im Prinzip sollten Handy-Gespräche von einem EU-Land in das andere nicht teurer sein, als Mobilfunktelefonate im Inland. Und für eingehende Anrufe sollten die Betreiber eigentlich gar nicht mehr kassieren. (dpa/tc)

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