CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Mobile & Wireless

Qualität aus Bochum

Kriminelle suchen alte Nokia-Handys zum Passwortklau

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
Für das weltweit meistverkaufte Handy, das Nokia 1100, werden zurzeit im Untergrund hohe Preise gezahlt. Gefragt ist allerdings nur eine bestimmte, in Bochum produzierte Version mit Softwarefehlern.

Als das weltweit 200 Millionen Mal verkaufte Nokia 1100 noch offiziell im Handel war, wurde es für weniger als 100 Euro angeboten. Heute zahlen Online-Kriminelle mehrere tausend Euro für eine bestimmte Modellvariante, die im Nokia-Werk in Bochum produziert wurde. Das Betriebssystem dieser Variante enthält offenbar Softwarefehler, die sich für kriminelle Zwecke ausnutzen lassen. Es soll damit möglich sein Banküberweisungen abzufangen und zu manipulieren.

Bestimmte Versionen des Kassenschlagers Nokia 1100 sollen sich zum Passwortklau eignen.
Bestimmte Versionen des Kassenschlagers Nokia 1100 sollen sich zum Passwortklau eignen.
Bestimmte Versionen des Kassenschlagers Nokia 1100 sollen sich zum Passwortklau eignen.

Das Sicherheitsunternehmen Ultrascan Advanced Global Investigations aus Amsterdam hat vor wenigen Tagen eine Zahlung von 25.000 Euro für ein Nokia 1100 beobachtet. Noch im Januar wurden lediglich 300 Euro gezahlt, wenig später bereits bis zu 5000 Euro. In den letzten zwei Monaten stiegen die Preise auf 7500 bis 10.000 Euro. Ultrascan wurde nach Angabe von Frank Engelsman, Ermittler für Betrugsdelikte bei Ultrascan, von Polizeibehörden vor einem halben Jahr angefragt, um zu erfahren, warum Kriminelle solche Preise für ein altes Handy bezahlen. Seitdem ist der Preis weiter angestiegen.

Zwar haben die Sicherheitsfachleute noch kein komplettes Bild der Hintergründe, es scheinen jedoch gewisse Macken in der aus dem Jahr 2002 stammenden System-Software der Bochumer Modellvariante zu sein, die sie für Kriminelle interessant macht. Es scheint damit möglich zu sein das Gerät so umzuprogrammieren, dass es auf eine beliebige andere Rufnummer reagiert. Russische, marokkanische und rumänische Banden zahlen daher Höchstpreise für ein solches Exemplar. Die Online-Kriminellen könnten auf diese Weise per SMS übermittelte Transaktionsnummern (TAN) abfangen, die eine Bank an den rechtmäßigen Kontoinhaber sendet.

Die Banden haben bereits etliche tausend Kontodaten von Bankkunden in Ländern wie Deutschland und den Niederlanden gesammelt. Mit einem manipulierten Nokia 1100 könnten sie die teils auch als "M-TAN" (Mobile TAN) bezeichnete Sicherheitsmaßnahme der Banken aushebeln. Die Möglichkeiten, die sich aus der fehlerhaften Handy-Firmware ergeben, demonstriert auch ein Fall aus dem Jahr 2005. Die niederländische Polizei hatte bei Ermittlungen gegen Drogenhändler Schwierigkeiten SMS, die von solchen Geräten aus verschickt wurden, einer bestimmten Rufnummer zuzuordnen.

(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

TOP 100 2011
Die Top 100 ITK-Unternehmen 2011 (Foto: Jan Will, Fotolia.de) Die Top 100 ITK-Unternehmen 2011 Die Top-100-Publikation, die inzwischen zum achten Mal erscheint, hat traditionell eine etwas gewagtere Anmutung.
weiter
Tektonische Verschiebungen treffen den Endgerätemarkt Tektonische Verschiebungen treffen den Endgerätemarkt Dem PC-Geschäft stehen turbulente Zeiten bevor. Mit der Tablet-Klasse kommen neue Hersteller ins Spiel und bringen den Markt zum Beben.
weiter
SAP und Co. entdecken ihre soziale Seite SAP und Co. entdecken ihre soziale Seite Der Großstadtdschungel findet seine virtuelle Fortsetzung im Social Web. Für die Softwarebranche entsteht dort die Chance, einen Schatz von ungeahnter ...
weiter
Die 25 größten Systemhäuser (Foto: Wikipedia, A. Praefcke) Die 25 größten Systemhäuser Der Wirtschaftsaufschwung lässt die Systemhauslandschaft erblühen. 2010 gab es unter den Top-25-Systemhäusern keine Insolvenz oder Übernahme.
weiter
Die Grenzen werden neu gezogen Die Grenzen werden neu gezogen Wo Anwender sich heute sicher fühlen, erwachsen ihnen morgen neue Bedrohungen. Kein IT-Marktsegment ist so stark in Bewegung wie die Security-Branche. ...
weiter
MEHR ZUM THEMA MOBILE & WIRELESS
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Jobangebote
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps