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Vielseitig, aber lahm

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Microsofts Push-Verfahren

Und in Sachen Mobile E-Mail hält Microsoft gleich die nächste Giftpille parat: Nur das eigene Exchange wird unterstützt, Notes- und Groupwise-Benutzer lässt in Redmond im Regen stehen.

In puncto Push-Mail ist das aber nicht das einzige Manko im Vergleich zur Blackberry-Lösung. Microsofts Push-Mechanismus - korrekt als DirectPush ActiveSync zu bezeichnen - weist selbst heute nach den anfänglich abenteuerlichen Experimenten mit SMS als "Always up to date" (AUTD) noch systemimmanente Schwachstellen auf. Zwar benötigt Microsoft im Gegensatz zum Blackberry kein Network Operating Center (NOC), dafür weist der Ansatz unter Kosten- und Sicherheitsaspekten schwere Nachteile auf. So verursacht der Exchange-Zugriff via ActiveSync im Vergleich zum Blackberry ein deutlich höheres Datenvolumen. Diverse Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass DirectPush für das Übertragen einer 5 KB großen Nachricht ein Datenvolumen von 12,4 KB erzeugt, während der Blackberry dank Komprimierung nur 3,2 KB transferiert. Hochgerechnet auf einen Monat kommen Blackberry-Nutzer im Schnitt mit einem Datenvolumen von 2 MB aus, während für DirectPush 50 MB zu veranschlagen sind.

Im Business-Umfeld schlägt hier schnell die Kostenfalle zu, wenn der Geschäftsreisende im europäischen Ausland die immer noch horrenden Daten-Roaming-Gebühren bezahlen muss. Zudem hat das hohe Datenvolumen eine ganz praktische Konsequenz: Auf mobilen Endgeräten ist der Datentransfer noch immer eine der stromfressendsten Aktivitäten, so dass die Standby-Zeiten mit aktiviertem ActiveSync drastisch sinken.

Sicherheitsfragen

Gegen ActiveSync sprechen auch einige Sicherheitsaspekte. So muss der IT-Administrator auf seiner Firewall den Port 443 für eingehende Verbindungen öffnen - also vom Internet frei ansprechbar machen. Erschwerend kommt hinzu, dass Microsoft empfiehlt, an der Firewall den Timeout für eine entsprechende Verbindung auf 30 Minuten heraufzusetzen. Dies scheint erforderlich, weil sich das Device per https am Exchange Server meldet und nach neuer Post fragt. Findet keine Übertragung statt, könnte diese Verbindung wieder abgebaut werden. Durch die Verlängerung des Timeout bleibt diese nun für 30 Minuten bestehen, damit der Exchange Server eingehende Post automatisch direkt an das Endgerät weiterleiten kann. Nach Ablauf des Timeouts muss sich das Endgerät erneut am Server anmelden, was wiederum Datenverkehr erzeugt. Der Sicherheitsproblematik ist sich Microsoft auch bewusst, weshalb die Company zusätzlich den "Internet Security & Acceleration Server" empfiehlt.

Zähflüssige Bedienung

Neben diesen grundlegenden Sicherheitsaspekten offenbart Windows Mobile in der aktuellen Generation 6.1 noch ein weiteres Problem - das Betriebssystem reagiert auf den aktuellen Smartphone-Modellen schlichtweg lahm. So schön Neuerungen wie ein per Touchpad gesteuerter kleiner Mauszeiger (etwa beim Samsung SGH-i900 Omnia) oder eine Kamera mit OCR-Software zum Erfassen von Business Cards (im DSTW1 von General Mobile) sind, für diese Individualität und das mittlerweile durchaus schicke Design zahlt der Anwender einen hohen Preis: Das Gros der aktuellen Windows-Mobile-Geräte, so der Eindruck auf Presseveranstaltungen, arbeitet im Vergleich zu einem alten Windows-Mobile-2003-SE zäh und nicht flüssig. Ein weiteres Manko sind die in einem Test in der Redaktion erzielten Akkulaufzeiten: Sie sind meilenweit von den Herstellerangaben entfernt, was aber auch auf die teilweise schwierigen UMTS-Empfangsbedingungen zurückzuführen ist.

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