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Mobile & Wireless

Huawei und Nokia Siemens Networks

O2: Eigenes Netz soll Ende 2009 stehen

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Mit drei Milliarden Euro an Investitionen startet O2 CEO Jaime Smith Basterra zur Aufholjagd: In spätestens 18 Monaten soll das O2-Mobilfunknetz den Netzen von T-Mobile und Vodafone das Wasser reichen können.

Im Zuge des Ausbaus will Basterra die GSM-Netzabdeckung von O2 in Deutschland auf nahezu 100 Prozent erhöhen. Zudem ist geplant, die bundesweite UMTS-Versorgung auf 60 Prozent zu steigern. Darüber hinaus will der Carrier in sein Netz HSDPA und HSUPA integrieren. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die hier teilweise schon 7,2 Mbit/s anpeilt, beschränkt sich O2 auf 3,6 Mbit/s.

Beim Netzausbau fährt O2-Chef Basterra künftig eine 2-Vendor-Strategie: Neben Nokia Siemens Networks setzen die Müncher auf die chinesische Huawei Technologies als Technologielieferanten. Den Zuschlag für die Chinesen begründet Basterra unter anderem damit, dass Huawei in Deutschland als Marktneueinsteiger sehr interessante Preis macht.

Die Investitionen in ein eigenes Netz sollen dem Konzern künftig mehr Flexibilität geben, um etwa eigene Dienste wie Genion bundesweit anbieten zu können. In der Vergangenheit hatte O2 nur in den Ballungszentren eine eigene Infrastruktur und setzte in der Fläche auf ein nationales Roaming mit T-Mobile. "Das war aber nicht das Netz, das wir wollten", zieht Basterra Resümee über die Zusammenarbeit mit T-Mobile. Zudem sei es angesichts der technischen Innovationsgeschwindigkeit schwierig, für fünf bis zehn Jahre laufende Roaming-Verträge den angemessenen Preis zu finden.

Unter dem Strich hätten all diese Überlegungen zu der Entscheidung geführt, in den Ausbau eines eigenen Netzes zu investieren. Und diese Infrastruktur, so Basterra selbstbewusst, "soll first class sein". Eine Marschrichtung, die zur restlichen Strategie des Unternehmens passt. Unter Führung des spanischen Mutter Telefonica wollen die Münchner weg vom Image des jugendlichen und billigen Jakobs und sich künftig als Qualitätsanbieter etablieren. Ein Strategiewechsel, den sich die Spanier durchaus etwas Kosten lassen, wenn dann später der Marktanteil stimmt.

Für einen geänderten Marktauftritt sprechen noch andere Faktoren: In gesättigten Märkten wie Deutschland, Experten gehen von einer Penetrationsrate zwischen 100 und 120 Prozent aus, greift eine Strategie, die primär auf die Neukundengewinnung fokussiert ist, nur noch bedingt. O2 will deshalb vor allem mit Service und neuen Tarifen seine Bestandkunden halten und zufrieden stellen. Um dies zu realisieren, hat Antonio Botas Banuelos, Managing Director Product Development und Brand Management, einen für Deutschland eher ungewöhnlichen Leitsatz: "Nur zufriedene Mitarbeiter können zufriedene Kunden generieren." Ab Juni sollen diese Mitarbeiter etwa in den Call Centern von O2 zu hundert Prozent Anrufe selbst anstelle einer Calling Machine beantworten. Zudem will der Konzern künftig Bestandkunden aktiv anrufen und auf günstigere Preise aufmerksam machen. "Wir haben in der Vergangenheit oft den Kunden ausgeraubt", räumt Lutz Schüler, Managing Director Marketing und Sales, selbstkritisch mit Blick auf die Tarifmodelle der Mobilfunkbranche ein. Ein Beispiel dafür wären beispielsweise die Roaming-Gebühren bei Auslandstelefonaten. Hier kann sich Schüler für die Zukunft so genannte Urlaubspakete vorstellen, bei denen ein Kunde etwa für drei Wochen eine Flatrate für ein bestimmtes Reiseland erhält. Aber auch sonst will die Carrier mit seinen Kunden künftig offener umspringen, indem etwa dreimonatige Testangebote nicht mehr wie in der Branche üblich nach Ablauf der Testzeit automatisch in einen festen Vertrag übergehen. Allerdings ist sich auch Schüler bewusst, dass die Rückgewinnung des Kundenvertrauens für die Branche ein hartes Stück Arbeit wird.

Als Marke selbst will O2 zudem mit eigenen Endgeräten an Attraktivität gewinnen. Eines dieser Geräte ist der für Juni angekündigte "O2 XDA Diamond", den HTC produzieren wird. Im edlen schwarzen Design mit großem Touchscreen erinnert es von der Optik her an ein iPhone. Im Inneren glänzt es aber mit technischen Werten wie GPS oder HSDPA. (hi)

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